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Kommentar Ein Hoch auf die Briten

Am Fall der Impfungen wird deutlich, was Europa an den Briten hat. Mit ihrem Mut zur Offenheit und Innovation gehen sie quasi für die ganze Welt ein Risiko ein.
11.12.2020 - 10:35 Uhr 1 Kommentar
Durch die Notfallzulassung ist Großbritannien das erste Land in Europa, das die Bevölkerung gegen das Coronavirus impft. Quelle: dpa
Großbritannien beginnt mit Corona-Impfungen

Durch die Notfallzulassung ist Großbritannien das erste Land in Europa, das die Bevölkerung gegen das Coronavirus impft.

(Foto: dpa)

In Europa wurde über Boris Johnson in den letzten Monaten oftmals der Kopf geschüttelt – und das zu Recht. Die erratische Brexit-Politik des britischen Premiers ließ viele ratlos zurück. Sein anfänglicher Ansatz im Kampf gegen das Coronavirus, bei dem er auf eine Herdenimmunität setzte, scheiterte kläglich.

Beim Impfen machen die Briten nun durch eine Notfallzulassung des Vakzins von Biontech und Pfizer den Anfang und zeigen dabei Mut. Eine 90-Jährige war die Erste, die sich vor laufenden Kameras das Vakzin injizieren ließ, auch die Queen will sich bald impfen lassen.

Und auch die USA haben ambitionierte Pläne: Der designierte US-Präsident Joe Biden hat angekündigt, in den ersten 100 Tagen rund 100 Millionen Amerikaner impfen zu wollen. 

Deutschland wartet die Nebenwirkungen ab

In Deutschland geht es hingegen gemächlicher zu: Zwar klagt Bundeskanzlerin Angela Merkel über die gestiegenen Todeszahlen. Aber man hat nicht den Eindruck, dass ihr Gesundheitsminister Jens Spahn in Brüssel nachfragt, wie lange es mit der Zulassung auf dem Festland noch dauern wird.

Es entsteht der wenig schmeichelhafte Eindruck, dass man erst mal abwarten will, welche Risiken und Nebenwirkungen in Großbritannien auftreten. Die Bundesländer haben ihre Impfzentren schon hochgefahren, Personal eingestellt und sind davon ausgegangen, dass es bald losgeht. Von Mitte Dezember war ursprünglich die Rede gewesen. Davon hört man nun nichts mehr.

So ein schwieriger Partner die Briten in der EU und auch bei den Brexit-Gesprächen sind: Am Fall der Impfungen wird deutlich, was Europa an den Briten hat und am Ende auch politisch verliert.

Mut zur Offenheit und Innovation 

Mit ihrem Mut zur Offenheit und Innovation gehen sie quasi für die ganze Welt ein Risiko ein. Das will die Bundesregierung ihrer Bevölkerung nicht zumuten. Dafür kann man gute Gründe anführen.

Wenn man aber bei den Brexit-Verhandlungen wieder argumentiert, für das Vereinigte Königreich gebe es keine Rabatte, sollte man noch mal in sich gehen. Der Biontech-Gründer redet zu Recht von einem Menschheitsprojekt. Was auch immer die Gründe der Briten sein mögen: Sie stellen sich in den Dienst dieses Menschheitsprojekts.

Teile Deutschlands leisten sich dagegen eine moralische Überlegenheit, die nicht durch eigenes Handeln belegt wird. Mit Homöopathie und Impfverweigerung wird die Pandemie sicherlich nicht besiegt. 

Die Bundeskanzlerin hat zu Recht in ihrer emotionalen Rede im Bundestag am Mittwoch auf Aufklärung und Wissenschaft verwiesen. Der Impfstoff wurde von herausragenden Wissenschaftlern in Mainz entwickelt, aber im englischen Coventry zum ersten Mal offiziell ein Mensch damit geimpft.

Wie so oft wurde in Deutschland etwas Geniales erfunden, aber mit der Anwendung lassen wir uns wieder einmal Zeit. Davon kann man auch mal lernen, zumal die Bevölkerung das Ganze teuer mit einem harten Lockdown bezahlt. 

Mehr: Merkel fordert einen Kraftakt. Der ist auch wirtschaftspolitisch nötig.

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1 Kommentar zu "Kommentar : Ein Hoch auf die Briten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Der Artikel ist schlecht recherchiert und sehr einseitig. GB hat eine Notfallzulassung durchgeführt. Die EU führt eine normale Zulassung im rollierenden Verfahren durch. Terminaussage der Zulassungsstelle war bisher der 28/29.12.2020. Erste Impfungen in Deutschland ab 5.Jan. 2021. Opferbereitschaft der Britten hält sich auch in Grenzen : bisher wurden mit den neuartigen Impfstoff schon ca 70000 Menschen geimpf ( nennt sich klinische Studie ). Der Artikel wurde wohl nur geschrieben um überhaupt etwas zu schreiben.

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