1. Startseite
  2. Meinung
  3. Kommentare
  4. Kommentar: Ein schnelles Treffen von Xi und Trump ist jetzt entscheidend

KommentarEin schnelles Treffen von Xi und Trump ist jetzt entscheidend

Die Einigung in London zum Umgang mit seltenen Erden ist nur ein Etappensieg. Neue Spannungen im US-chinesischen Verhältnis sind bereits programmiert.Martin Benninghoff 11.06.2025 - 09:15 Uhr
Artikel anhören
Chinese und amerikanische Flagge am Rande der Gespräche: Am Ende bleiben die Ergebnisse vage. Foto: REUTERS

Soll das schon alles gewesen sein? China und die USA einigen sich darauf, dass sie sich einigen wollen. Zugegebenermaßen überspitzt könnte man das vorläufige Ergebnis der Verhandlungen zwischen China und den USA in London so charakterisieren.

Die asiatischen und chinesischen Börsen reagierten entsprechend verhalten. Offensichtlich warten die Anleger auf konkretere Hinweise dazu, wie sich die beiden Rivalen im Streit um seltene Erden, Magnete und die konfrontative Handelspolitik positionieren.

Es ist jedoch mehr als das: Zwar ist es gut, dass die USA und China im Gespräch sind und es auch bleiben wollen. Derzeit – Stand heute – stehen die Zeichen auf Koordination statt Konfrontation. Doch wie lange noch?

Man muss wahrlich kein Pessimist sein, um vorherzusagen, dass die Spannungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt bald wieder zunehmen werden. Beide Staaten manövrieren sich in eine weitgehende Blockbildung und gegenseitige Abgrenzung hinein – Entkopplung statt Einvernehmen.

Deshalb ist es bedauerlich, dass offenbar keine weiteren Verhandlungsrunden auf hochrangiger Arbeitsebene, also auf Minister- und Vizeregierungschefebene, stattfinden sollen. Das macht jegliches Rahmenabkommen, garniert mit gutem Willen, zu einer flüchtigen Vereinbarung.

Zumal es jetzt wieder an US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping liegt zu entscheiden, wie es weitergeht. Auch das ist ein Risiko. Deshalb müssen die Verhandler im zweiten Gang schnell liefern. Ein zügiges Treffen der beiden mächtigsten Staatsmänner der Welt wäre angebracht, am besten schon im Juli.

US-Finanzminister Bessent (l.), Chinas Vizepremier He Lifeng: Flüchtige Vereinbarung. Foto: dpa

Denn auf der Ebene der Staatschefs sind alle Vereinbarungen politischen Richtungswechseln ausgesetzt – insbesondere, da der US-Präsident für seine erratischen Entscheidungen bekannt ist. Die Versuchung ist auf beiden Seiten groß, innenpolitisches Kapital aus der außenpolitischen Konfrontation zu schlagen.

Die chinesische Regierungspartei zieht in kritischen Situationen immer wieder die antiamerikanische Karte, während Chinakritik in Washington über die Parteien hinweg Konsens ist.

Verwandte Themen
China
USA
Donald Trump
Xi Jinping
US-Strafzölle
Innenpolitik

Vor allem aber die chinesische Staatsführung hat sich festgelegt. Die scharfe Gegenreaktion Pekings auf Trumps Zollpolitik hat sich in den vergangenen Monaten zu einem innenpolitischen Markenzeichen der chinesischen Führung entwickelt. Das lenkt von innenpolitischen Problemen wie der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Lage im Land ab.

Zugleich beharrt China auf seinem „legitimen Recht, seine eigenen Ressourcen zu verwalten“, wie am Dienstag in der Parteizeitung „People’s Daily“ zu lesen war – am zweiten Verhandlungstag. Was das für die seltenen Erden bedeutet, werden die nächsten Tage zeigen.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt