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KommentarFür Israels Premier Netanjahu könnte es ein böses Erwachen geben

Die USA haben in den Krieg gegen den Iran eingegriffen. Darauf hatte Israels Regierungschef Netanjahu von Anfang an gedrängt. Doch Washington verfolgt nur teilweise seinen Kurs.Inga Rogg 23.06.2025 - 14:52 Uhr aktualisiert
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Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. (Archivbild) Foto: dpa

Lange hat sich der amerikanische Präsident Donald Trump dagegen gewehrt. Jetzt hat er es doch getan: Die USA haben den Iran bombardiert. Im Weißen Haus und im Pentagon hat man sich auf die Schulter geklopft.

Beim Angriff auf die tief unter der Erde verbunkerten Nuklearanlage Fordo setzte die US-Luftwaffe erstmals bunkerbrechende GB-57-Bomben ein. Die B-2-Tarnkappenbomber flogen den Weg von den USA in den Iran und zurück, der mehrere Tausend Kilometer lang ist. Sie wurden von Aufklärungsflugzeugen und Kampfjets begleitet.

Im Nahen Osten kamen zudem U-Boote zum Einsatz. All das geschah, ohne dass die Iraner sie erkannten und beschossen. Verteidigungsminister Pete Hegseth bezeichnete die Operation als „kühn und brillant“. Das iranische Atomprogramm sei demnach „vernichtet“ worden.

Das Ausmaß der Schäden ist noch unklar

Mit dem Eintritt der Amerikaner in den Krieg ist der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu an seinem Ziel angelangt. Zwar kann die israelische Luftwaffe, die noch nie Angriffe auf ein rund 2000 Kilometer entferntes Land geflogen ist, selbst große Erfolge vorweisen.

Doch Netanjahu wollte von Anfang an, dass sich der amerikanische Verbündete an dem Angriff auf den Iran beteiligt. Entsprechend überschlugen sich er und seine Regierungsmannschaft jetzt mit Lobeshymnen auf Trump.

Bei aller Lobhudelei ist jedoch nicht klar, welchen Schaden der US-Angriff auf die drei Anlagen in Fordo, Natans und Isfahan tatsächlich angerichtet hat. Für Netanjahu könnte es außerdem ein böses Erwachen geben. In Washington ist man sich offenbar noch uneins, ob die USA einen Machtwechsel in Teheran wollen, auf den Netanjahu drängt.

Bei der Operation sei es „nicht um einen Regimewechsel gegangen“, sagte Verteidigungsminister  Hegseth. „Wir führen keinen Krieg gegen den Iran und das iranische Volk“, betonte der Pentagonchef immer wieder. US-Präsident Trump wiederum erhöhte den Druck und signalisierte Unterstützung für einen Machtwechsel.

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Ob sich die Iraner grundsätzlich auf Verhandlungen einlassen, ist ungewiss. Wenn sie es tun, werden sie sich den Amerikanern sicher nicht an den Hals werfen.

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Die Iraner werden nicht plötzlich auf Trumps Forderung nach einem kompletten Verzicht auf die Urananreicherung eingehen. Auch auf ihr Raketenprogramm werden sie nicht ohne Weiteres verzichten. Vor allem werden sie ein Ende der israelischen Luftangriffe fordern.

Das Ergebnis wären langwierige und zähe Verhandlungen, ein Feilschen um Worte und Details. Genau das wollte Netanjahu mit seinem „Präventivschlag“ verhindern.

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