Kommentar: Lindner kann nicht auf das Finanzministerium verzichten
Der FDP-Chef und der Vorsitzende der Grünen haben beide Interesse am Posten des Bundesfinanzministers.
Foto: REUTERSNoch vor Start der Koalitionsverhandlungen rangeln FDP und Grüne bereits um den Posten des Bundesfinanzministers. Während die SPD mit Olaf Scholz für das Kanzleramt gesetzt ist, ist noch unklar, welcher der beiden kleineren Koalitionspartner das zweitwichtigste Ministeramt besetzen wird. Sowohl Christian Lindner wie auch Robert Habeck haben Ansprüche angemeldet.
Diese Personalie wird eines der kniffligeren Themen für die anstehenden Koalitionsverhandlungen. Das Bundesfinanzministerium ist schon länger schwer umkämpft. Die Union hat der Verzicht darauf in der vergangenen Großen Koalition geschmerzt. Letztlich war es auch ein Baustein für den Erfolg von Olaf Scholz bei dieser Wahl.
Der Kassenwart kann bei so gut wie jeder Entscheidung der Bundesregierung mitreden. Das verleiht ihm nicht nur Macht innerhalb der Koalition, sondern bietet auch die Möglichkeit, sich öffentlichkeitswirksam zu profilieren. Scholz hat das genutzt. Habeck und die Grünen würden das ebenfalls gern. Nachdem es mit dem Kanzleramt nicht geklappt hat, wäre ein Ressort wie das Finanzministerium ein Trost – und möglicherweise eine Chance, sich für die nächste Wahl eine gute Ausgangsbasis zu sichern.