Kommentar: Lindners Entscheidung für Lars Feld ist ein Tiefschlag für die Wirtschaftsweisen
Der frühere Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, geht zu Christian Lindner ins Bundesfinanzministerium.
Foto: imago images/Jens SchickeManchmal wird auf den zweiten Blick erst klar, wie wichtig auch Personalentscheidungen aus der zweiten Reihe sein können. Vergangene Woche berief Bundesfinanzminister Christian Lindner den ehemaligen Chef der Wirtschaftsweisen Lars Feld zu seinem ökonomischen Chefberater.
Es ist ein personalpolitischer Coup. Freund und Feind gratulierten dem Freiburger Ökonomen zu diesem Aufstieg. Zu Recht: Lindner hat sich eine Art Ein-Mann-Sachverständigenrat zugelegt und geht damit innovative Wege.
Es gibt schon lange eine Debatte um eine Reform und eine Modernisierung des etwas angestaubten Gremiums. Das alte Proporzdenken, in dem Gewerkschaften und Arbeitgeber jeweils einen Sachverständigen vorschlagen dürfen und die restlichen drei Mitglieder nach Parteipräferenz zugordnet werden, hat sich überholt.
Als Zeichen des Niedergangs kann man auch werten, dass das Gremium nicht voll besetzt ist. Im Rat haben sich nun zwei Lager gebildet.
Auf der einen Seite der international anerkannte Geldpolitikexperte Volker Wieland und die Top-Energiespezialistin Veronika Grimm. Auf der anderen Seite der Gewerkschaftsökonom Achim Truger und die Expertin für digitalen Wettbewerb Monika Schnitzer. Regelmäßig kommt bei den Gutachten nun ein Patt heraus.