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Kommentar Schweiz hält Skipisten offen: Dieser Sonderweg könnte sich schnell als Irrweg erweisen

Im Gegensatz zu anderen Alpenstaaten öffnet die Schweiz die Schneeregionen. Es erlaubt so ein Spektakel im Herzen Europas, das zu Schlimmeren als Superspreading-Events führen könnte.
08.12.2020 - 17:05 Uhr 7 Kommentare
Im Gegensatz zu anderen Ländern setzt die Schweiz auch während der Pandemie auf den Wintersport. Quelle: dpa
Skigebiet in Arosa

Im Gegensatz zu anderen Ländern setzt die Schweiz auch während der Pandemie auf den Wintersport.

(Foto: dpa)

Die Schweiz bietet vieles, was der Freund des Wintersports begehrt: gediegene Hotels, atemberaubende Abfahrten und auch eine Prise Exklusivität. In diesem Corona-Winter scheint es aber von Graubünden bis ins Wallis an einem zu mangeln: Vernunft.

Während andere Alpenstaaten ihre Schneeregionen geschlossen halten, sausen in der Schweiz die Skifahrer über die Pisten. Dabei verzeichnete die Schweiz zuletzt 592 neue Corona-Fälle je 100.000 Einwohner. Doch trotz der weiterhin sehr kritischen Covid-19-Lage wollen sich Deutschlands südliche Nachbarn nicht das Geschäft vermiesen lassen. Neben den Schweizern selbst dürfen sich auch angereiste Ausländer in das Getümmel stürzen.

Ski und Rodel gut, heißt die Parole. Die Schweizer Regierung, der Bundesrat, erlaubt damit ein Spektakel im Herzen Europas, das nicht nur für die Eidgenossenschaft selbst, sondern auch für andere Staaten erhebliche Risiken birgt.

Bilder einer ansteckenden Fahrlässigkeit aus dem international beliebten Skiort Verbier lassen das Schlimmste befürchten: Dicht gedrängt stehen Dutzende Sportsleute vor einer Gondelbahn, um in luftige Höhen zu gelangen. Auch in Zermatt fielen Skifans auf, die Schulter an Schulter, Kopf an Kopf auf den Transport warteten.

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    Unkontrollierbarer Leichtsinn

    Solche Konstellationen aber haben das Potenzial, sich zu Superspreading-Events zu entwickeln. Haben die sonst so gewissenhaften Eidgenossen schon vergessen, dass im vergangenen Winter Skiorte zu Corona-Hotspots mutierten?

    Vorwürfe aus Deutschland wegen der Partys im Schatten des Matterhorns weist die Schweiz zurück. Die ausgeklügelten Schutzkonzepte gegen die Pandemie – vom Maskentragen bis hin zur Kapazitätsbegrenzung in den Beförderungsmitteln – reichten aus, um neue Ausbrüche zu verhindern. Im Übrigen sei die Schweiz ein souveränes Land, dem niemand Vorschriften zu machen habe.

    Doch der Leichtsinn auf und rund um die Pisten herum, der nicht selten von Alkohol und auch Drogen befeuert wird, lässt sich nicht kontrollieren. Da helfen weder Appelle noch Sicherheitsvorkehrungen, sondern nur vorübergehende Verbote. Die Schließungen der Skigebiete sind zwar schmerzhaft und teuer, vor allem für die Tourismusbranche. Sie sind aber nötig.

    Was den Wintersport betrifft, braucht es ein einheitliches restriktives Vorgehen aller europäischen Länder. Das würde schon einiges dazu beitragen, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und die Rückkehr zur Normalität zu beschleunigen, auch in den Bergdestinationen.

    Der Schweizer Sonderweg könnte sich bald als Irrweg erweisen. Bern sollte den Schneespaß erst dann wieder zulassen, wenn die Corona-Bedrohung auch in den Alpen gebannt ist.

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    7 Kommentare zu "Kommentar: Schweiz hält Skipisten offen: Dieser Sonderweg könnte sich schnell als Irrweg erweisen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Hallo Herr Herbermann,
      leider ein Artikel ohne Recherche und Kenntnis davon wie es in der Schweiz tatsächlich auf der Skipiste, den Nebenschauplätzen und insbesondere unter Corona Sicherheitskonzept-Bedingungen ausschaut. Mit sportlichen Grüßen von der Piste...

    • Ich schließe mich einigen Vorrednern an: Der Artikel ist
      - polemisch
      - unreflektiert
      - von Unwissen getragen und
      - extrem vorurteilsbehaftet

      Vom Handelsblatt hätte ich ehrlich gesagt mehr Substanz und vor allem eine faire Berichterstattung erwartet.

      Wer ernsthaft glaubt, dass Skifahren - ohne Apres-Ski! - ernsthaft die Pandemie treibt, der hat vieles noch nicht verstanden. Ich bin in Europa in der Schweiz, Österreich, Frankreich und Deutschland schon Ski gefahren. Und ja, es gibt Orte wie Ischgl, die sicher im März einiges falsch gemacht haben. Aber der weitaus größte Teil der Leute fährt Ski, weil es Spaß macht und Bewegung an der frischen Luft ist. Darüber hinaus haben die Skiliftbetreiber ordentlich investiert, um die Hygieneanforderungen zu erfüllen und sich Gedanken um entsprechende Konzepte gemacht. Also sollte man erst mal das Geschehen beobachten und nicht jedes Bild, das ein paar Leute beisammen zeigt als Beleg dafür werten, ein Superspreading-Event gefunden zu haben (zumal die Leute in Verbier draußen standen und Masken anhatten). Sonst müsste man auch jegliches Saufgelage als "Ballerman-Tourismus" einstufen, was nicht geschieht.

      Einen solch unqualifizierten Kommentar sollte man sich verkneifen und ich überlege gerade ernsthaft, ob ich mein erst im Oktober abgeschlossenes Abo gerade wieder kündige.

    • Hedrr Hanselmann hat vollkommen Recht. Wie die strengen Lockdowns in Spanien und Frankreich gezeigt haben, hilft das Einsperren wenig. In größeren Familien ist es gar un produktiv, weil die Ansteckungsrate in den Familien steigt. Die Schweiz ist nicht wirklich bekannt für Apres Ski und große Parties, daher ist der Aufenthalt an frischer Luft nicht gefährlicher als in stickigen Wohnungen. Herr Herbermann sollte mal die RKI Zahlen über die Testmengen studieren. Dort zeigt sich, dass die 'echte' Inzidenz aktuell nur 5% höher ist als in KW 14. Damals lag sie bei 9% der getesteten und heute bei 9.3%. Zum Verständnis: Die Inzidenz wie sie derzeit ermittelt wird ist fehlerhaft, weil sie die Menge der Tests pro Woche nicht berücksichtigt.
      Was ist denn eigentlich Schlimmer als ein Superspeading-Event? ... Leute die Spaß haben?
      Wirklich schlimm ist, dass die deutschen Bedenkenträger und Medien einen Impfbeginn nächste Woche verhindert haben, wodurch sich für 2 - 3 Mio. Menschen die Impfung um 3 Wochen verzögert, was gerade bei den besonders gefährdeten Personen einige tausend Tote verursachen wird, und dass nur weil einige übervorsichtige Politiker und Wissenschaftler Angst haben, das nachher doch irgendwo unerwartet kleine Nebenwirkungen auftreten.

    • Die Polemik des Artikel ist ein Trauerspiel. Und insbesondere dass sich das Handelsblatt herablaesst so etwas zu veroeffentlichen. Eng gedraengte Flugzeuge? Kein Problem! Eng gedraengte oeffentliche Verkehrsmitel? Kein Problem! Aber Skifahren, draussen in der Natur soll verboten werden?! Wenn man den Airlines und dem Nahverkehr Hygienekonzepte zutraut, warum dann nicht auch den Skiorten?! Die naechsten Wochen werden sensationsluesterne Photographen damit verbringen, Photos zu schiessen, die "beweisen", dass es gefaehrlich ist. Und viele Zeitungen (wie anscheinend auch das Handelsblatt) werden sich luestern darauf stuerzen und sie veroeffentlichen. Solche Artikel und Medien wirken als "Brandbeschleuniger" aber helfen nicht, zu einer rationalen Sichtweise der Situation zurueckzukehren! Und dies waere dringend geboten!

    • Ich fahre in Davos. Klar ist: die Pisten sind da nicht das Problem. Apres-Ski gibt es kaum und das kann man eindämmen. Die Lifte haben so viel Kapazität dass nur an Höchstsaison-Tagen, also normal so um Neujahr rum, Schlangen entstehen können, in normalen Jahren. Statt 6 Leute im Sessel nur 2 und schon gehts. Für kritisch halte ich die Bergbahn oder Gondel. Wenn es da ein geeignetes Trennungs-Konzept gibt, dann sehe ich keinen Grund vollständig abzusperren. Wird in Deutschland das Busfahren verboten?

    • Kann dem Kommentar von Herrn Scheuerer nur zustimmen, der Artikel hat mich Skifahren, garade in der Schweiz, wenig bis gar nichts zu tun.
      Es ist wirklich unverständlich, wenn man einen Outdoorsport unreflektiert mit Alkohol- und Drogenkonsum in Verbindung bringt. In den Österreichischen Hochburgen des Partytourismus ist es wohl anders rum, die tägliche Party wird mit ein zwei Stunden Frischluft verbunden.

      Dann könnte man den Familienurlaub an der Ostsee auch einfach mit Alkohol am Ballermann beschreiben!

    • Hallo Herr Herbermann, ich habe ihren Artikel sehr erstaunt gelesen. Als erstes würde mich interessieren ob sie selber Skifahrer sind? Ich denke Nein. Ansonsten kann man so einen Artikel gar nicht schreiben.
      Ich bin vor 5 Wochen selber noch am Kitzsteinhorn Ski gefahren und ich muss sagen alle wirklich alle haben sich an die Hygiene Maßnahmen gehalten. Die Gondeln sind die ganze Zeit durchgelüftet und die Apres Ski Zelte waren alle zu. Herr Herbermann es gibt auch noch normale Skifahrer die sich am Schnee an den Bergen und an der Bewegung in der frischen Luft erfreuen. Aber ganz ehrlich die größte Frechheit in ihrem Artikel ist diese Aussage...
      "Doch der Leichtsinn auf und rund um die Pisten herum, der nicht selten von Alkohol und auch Drogen befeuert wird, lässt sich nicht kontrollieren. "
      Ich fahre jetzt seit 50 Jahren Ski und ich habe noch keinen einzigen Menschen mit Drogen gesehen. Alkohol ja. Aber sie erzeugen ja ein Bild von Skifahrern der nur säuft und sich mit Drogen vollpumpt.
      Ihr kennt alle nur Ischgl, aber gerade die Schweiz steht für einen komplett anderen Skitourismus .
      Daher wäre es sehr schön wenn man schon einen Artikel über Skifahren in der Schweiz schreibt dass man sich vorher auch einmal vor Ort informieren würde .

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