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Kommentar Stoppt die Erosion der Ausbildung!

In der Pandemie sinkt die Zahl der Lehrverträge auf ein Rekordtief. Es droht ein dauerhafter Schaden für ein Erfolgsmodell. Politik und Wirtschaft müssen Gegenmaßnahmen ergreifen.
15.12.2020 - 18:22 Uhr Kommentieren
Die Ausbildung ist ein Teil des Erfolgsrezepts „made in Germany “. Deshalb dürfen wir sie nicht gefährden. Quelle: Imago/Westend61
Auszubildende an der Werkbank

Die Ausbildung ist ein Teil des Erfolgsrezepts „made in Germany. Deshalb dürfen wir sie nicht gefährden.

(Foto: Imago/Westend61)

Der Ausbildungsmarkt ist weit mehr eingebrochen als erwartet: In diesem Jahr gab es erstmals weniger als 500.000 neue Azubis in Deutschland. Noch im Jahr 2008 waren es mehr als 600.000. Hauptgrund für den Rückgang ist die Corona-Pandemie. Und im Jahr 2021 könnte die Zahl der Lehrverträge Experten zufolge noch weiter sinken.

Für den Standort Deutschland ist dieser Rückgang ein Alarmsignal. Das heutige Minus bei der Ausbildung verschärft morgen den Fachkräftemangel. Und die Warnung, dass sich die Berufsausbildung nach Corona nicht automatisch wieder erholt, sondern auf niedrigem Niveau einpendelt, ist bitter ernst zu nehmen.

Vor Corona hatten Politik und Wirtschaft eifrig an einer Renaissance der Ausbildung gearbeitet. Wenn sie nachhaltig beschädigt wird, kann die Lehre zum Randphänomen werden – auch wenn man sich das in Deutschland kaum vorstellen kann.

Dass nun voraussichtlich mehr Schulabgänger studieren, tröstet kaum: Denn Fachkräfte mit Berufsausbildung sind gerade in den zentralen MINT-Berufen seit Jahren weit mehr gesucht als Studierte. Die Fachkräfte können zwar zum kleinen Teil durch Akademiker ersetzt werden, wie das heute schon vor allem in größeren Unternehmen geschieht.

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    Deutschland verdankt der Berufsausbildung einen Gutteil seiner ökonomischen Stabilität. Eine Erosion der Lehre zu riskieren ist brandgefährlich. Die Wirtschaft aus der Pflicht zu entlassen und die Ausbildung auf den Staat zu verlagern würde sie verteuern. Zugleich ginge der Praxisbezug, das große Plus der Lehre, verloren.

    Schon heute drohen viele junge Menschen durchs Raster zu fallen: 1,3 Millionen Menschen zwischen 20 und 29 Jahren in Deutschland haben gar keine Ausbildung. Das ist ein soziales Problem, das die Demokratie gefährden kann.

    Die Wirtschaft muss für mehr Flexibilität bei der Ausbildung sorgen

    Was also tun? Arbeitsminister Hubertus Heil und Bildungsministerin Anja Karliczek müssen mehr Werbung für ihr Corona-Programm "Ausbildung sichern" machen. Denn Förderung, die keiner kennt, nutzt nichts. Mancher Betrieb nimmt sicher Azubis auf, wenn er erfährt, dass es dafür Prämien und Zuschüsse zum Lehrlingslohn gibt.

    Die Wirtschaftsverbände müssen für mehr Ausbildungsplätze trommeln und dafür sorgen, dass eine Ausbildung auch noch während des Jahres begonnen werden kann. Die Konzerne, die sich aus der dualen Ausbildung zurückziehen, müssen mehr Engagement zeigen. Parallel dazu muss die Allianz für Ausbildung aber über strukturelle Alternativen nachdenken. Die Ausbildung ist ein Teil des Erfolgsrezepts „made in Germany“. Deshalb dürfen wir sie nicht gefährden.

    Mehr: Der Mangel an IT-Kräften bremst die Wirtschaft.

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