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Corona-Ausbildungshilfen Bund erleichtert Unternehmen Zugang zu Azubi-Prämien

Die Bundesregierung lockert die Bedingungen für die Azubi-Prämien von 2000 bis 3000 Euro je Lehrling. Teilweise profitieren nun auch größere Unternehmen.
02.12.2020 - 03:55 Uhr Kommentieren
Der Staat fördert die Anstellung von Lehrlingen mit Prämien. Quelle: dpa
Ausbildung in der Metallverarbeitung

Der Staat fördert die Anstellung von Lehrlingen mit Prämien.

(Foto: dpa)

Berlin Nach massivem Druck von Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften erleichtert die Bundesregierung nun den Zugang zu den Ausbildungsprämien: Anders als bisher sollen im Rahmen des Programms „Ausbildungsplätze sichern“ künftig auch solche Betriebe die Prämien erhalten können, die nicht nur im April und Mai, sondern erst in der zweiten Jahreshälfte einen Corona-bedingten Umsatzeinbruch hatten. Das teilte das Bundesbildungsministerium auf Anfrage des Handelsblattes mit. 

Die Prämien betragen 2000 Euro je Lehrling, wenn Betriebe ihr Ausbildungsengagement stabil halten, und 3000 Euro wenn sie sogar zusätzliche Azubis einstellen. 

Nach Informationen des Handelsblatts aus Kreisen der Allianz für Ausbildung, in der Politik und Wirtschaft vertreten sind, soll zudem die Anforderung für den Umsatzrückgang gesenkt werden: Künftig sollen alle Betriebe die Prämien erhalten, die seit März entweder in zwei aufeinander folgenden Monaten einen Umsatzrückgang  von mindestens 50 Prozent hatten – oder alternativ einen Rückgang von 30 Prozent über fünf Monate. Bisher war Bedingung, dass der Umsatzrückgang 60 Prozent im April/Mai betrug. 

3000 Euro erhalten daneben auch solche Unternehmen, die Azubis aus einem insolventen Betrieb übernehmen. Diese Übernahmeprämie sollen künftig auch größere Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern bekommen, teilte das Bildungsministerium mit. Zudem wird diese Maßnahme bis Mitte 2021 verlängert. 

Das gilt ebenfalls für die Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung: Kleine und mittlere Unternehmen, die trotz erheblichen Arbeitsausfalls von mindestens 50 Prozent ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen, werden mit 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat gefördert, in dem dies der Fall ist. 

Wird die Lage 2021 schlimmer?

Die Änderungen sollen in der ersten Dezember-Hälfte in Kraft treten.

Darüber hinaus kündigte das Bildungsministerium weitere „zeitnahe“ Verbesserungen oder Verlängerungen des Corona-Ausbildungsprogramm für 2021 an. Die Abstimmung mit dem Arbeitsministerium sei im Gange. Hintergrund ist, dass die Bundesagentur für Arbeit für kommendes Jahr einen größeren Rückgang bei neuen Ausbildungsverträgen fürchtet als 2020. Denn dieses Jahr sei die Lage am Ausbildungsmarkt besser als erwartet, weil die größeren Unternehmen ihre Azubi-Verträge meist schon vor Ausbruch der Pandemie abgeschlossen hatten.  

Mehr: Azubi-Prämien der Bundesagentur für Arbeit zeigen Wirkung

  • bag
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