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Ausbildungsmarkt Sorge um Fachkräftenachwuchs: BDA und DGB fordern Betriebe zu mehr Ausbildung auf

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger und DGB-Chef Reiner Hoffmann appellieren an die Betriebe, mehr Azubis einzustellen. Andernfalls sehen sie die Wirtschaft gefährdet.
14.12.2020 - 15:39 Uhr Kommentieren
Die Zahl der Bewerber, die Ende November noch einen Ausbildungsplatz suchten, war in diesem Jahr deutlich höher als im Vorjahr. Quelle: dpa
Auszubildende

Die Zahl der Bewerber, die Ende November noch einen Ausbildungsplatz suchten, war in diesem Jahr deutlich höher als im Vorjahr.

(Foto: dpa)

Berlin Normalerweise verfolgen sie unterschiedliche Interessen: Rainer Dulger vertritt als Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) die Unternehmen, Reiner Hofmann als Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) die Arbeitnehmerseite. Doch angesichts der Sorge um den Fachkräftenachwuchs schließen sich Dulger und Hofmann nun zusammen: Gemeinsam rufen sie die Betriebe dazu auf, doch noch mehr Azubis einzustellen.

Denn: „Der Weg der Unternehmen aus der pandemiebedingten Krise heraus kann nur mit ausreichend Fachkräften in Industrie, Handel und Handwerk gelingen“, heißt es in ihrem Schreiben „Zukunft sichern durch Ausbildung heute“, das dem Handelsblatt vorliegt. Sie sehen sich „gemeinsam in der Verantwortung“, denn „die Sicherung der Ausbildung von jungen Menschen ist trotz der Coronakrise für die Arbeitgeber wie für die Gewerkschaften von entscheidender Bedeutung“.

Zudem appellieren Dulger und Hoffmann an die Betriebe, vorausschauend zu agieren: „Planen Sie, wo immer trotz schwieriger Rahmenbedingungen machbar, jetzt auch schon für den Ausbildungsjahrgang 2021 möglichst viele Ausbildungsplätze ein.“

Ende November suchten noch 61.000 Bewerber nach einem Ausbildungsplatz – das waren rund 10.000 mehr als im Vorjahr. Momentan sind 25.000 Lehrstellen unbesetzt. Detlef Scheele, Präsident der Bundesagentur für Arbeit (BA), warnte davor, dass die Zahl der offenen Lehrstellen 2021 noch deutlicher zurückgehen könnte, zumal vor allem große Unternehmen ihre Ausbildungsplätze bereits im Vorjahr besetzen.

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    Noch fürs aktuelle Ausbildungsjahr bewerben

    Bei weniger Auszubildenden sehen Dulger und Hoffmann die Wirtschaft gefährdet. „Je stärker die Unternehmen in diesem und im kommenden Jahr mit eigener Ausbildung für künftige Fachkräfte sorgen, desto besser wird der Neustart gelingen.“

    Zugleich ermuntern der Gewerkschaftsboss und der Arbeitgeberpräsident die Schulabgänger, trotz des bereits angelaufenen Ausbildungsjahres weiter aktiv zu suchen und sich auch an die BA zu wenden. Denn der Einstieg sei im Dezember und auch Anfang 2021 noch möglich – auch weil etwa die Frist für die Eintragung in die Handwerksrolle verlängert wird. Dafür bitten sie auch Eltern und Lehrer um Unterstützung. 

    Außerdem werden Umfragen zufolge dieses Jahr auch weniger ausgelernte Azubis von ihren Betrieben übernommen. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren betrug im November 240.000 – das waren 50.000 mehr als noch im Vorjahr. Zudem war die Zunahme im Vergleich zu anderen Altersgruppen überdurchschnittlich stark.

    Bisher gibt es aber nur Zahlen für die bei der BA gemeldeten Lehrstellen und Bewerber. Daten zur Gesamtzahl der Neuverträge, die unabhängig von der BA geschlossen werden,  veröffentlicht das Bundesinstitut für Berufsbildung an diesem Dienstag. Zuletzt meldete beispielsweise der Maschinenbau, dass zwar ein Fünftel seiner Betriebe die Ausbildung reduziert habe, bundesweit aber noch 7000 unbesetzte Ausbildungsstellen verfügbar seien.

    Azubi-Prämien jetzt auch für größere  Betriebe 

    Vielfach unbekannt sind auch noch die Prämien von bis zu 3000 Euro, die die Bundesregierung für die Unternehmen ausgelobt hat, die trotz Krise ihre Ausbildungsplätze stabil halten, sogar erhöhen oder Lehrlinge aus Unternehmen übernehmen, die Corona-bedingt pleitegegangen sind. Bis heute hat die BA bei insgesamt rund 530.000 angebotenen Lehrstellen erst rund 20.000 Prämien an Betriebe ausgezahlt. 

    Um den Anreiz zu erhöhen, hat der Bund auf Druck von Wirtschaft und Gewerkschaften vergangene Woche auch die Bedingungen des Programms „Ausbildungsplätze sichern“ verbessert: Die Azubi-Prämien werden nun bis Mitte 2021 gezahlt.

    Außerdem wird der Zugang erleichtert. Anders als bisher haben jetzt auch solche Betriebe Anspruch auf die Prämien, wenn sie erst im Herbst deutliche Umsatzeinbrüche hatten. Bisher galt das Angebot nur für Firmen mit Einbrüchen während der ersten Corona-Welle im März und April.  

    Anders als gefordert, bleibt es allerdings dabei, dass nur Betriebe bis 250 Mitarbeiter Prämien und auch Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung erhalten können. Nur Übernahmeprämien richten sich an alle Betriebe.

    Mehr: Der Mangel an IT-Kräften bremst die Wirtschaft.

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