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Kommentar Trumps Wahlkampfstrategie zielt darauf ab, Bidens Schwäche bloßzustellen

Dass Trump gegen etablierte Wahlkampfgesetze verstößt, bedeutet nicht, dass er unüberlegt handelt. Vielmehr will er seine Anhängerschaft zu 100 Prozent mobilisieren.
21.06.2020 - 08:28 Uhr Kommentieren

Donald Trump holt zum Rundumschlag aus: „Der verwirrte linke Mob versucht, unsere Geschichte zu zerstören“

Er hat es wirklich getan. Er hat Tausende Menschen aus allen Teilen der USA in eine Halle gelockt, ohne Maskenpflicht, ohne Mindestabstand. Auch wenn am Ende viele Plätze frei blieben: Donald Trumps Wahlkampfveranstaltung in Oklahoma trägt alle Merkmale eines potenziellen Superspreader-Events.

Bei der Mehrheit der US-Bürger dürfte der amerikanische Präsident damit seinen Ruf als narzisstischer Egomane festigen, dem Menschenleben im Zweifel weniger wichtig sind als die Huldigungen der Massen.

Politstrategisch macht das Event von Tulsa auf den ersten Blick wenig Sinn. Im US-Präsidentschaftswahlkampf lautet die erste Regel: konzentriere dich auf jene umkämpften Swingstates, die letztlich über die Mehrheit im Wahlmännergremium entscheiden. Oklahoma ist kein Swingstate, die Wahlmänner in diesem tief republikanischen Bundesstaat hat Trump bereits so gut wie sicher.

Die zweite Regel lautet: Wahlen werden in der Mitte gewonnen. Die Kandidaten müssen über die eigene Anhängerschaft hinaus möglichst viele unentschlossene Wähler in ihr Lager locken. Auch dieses Gesetz verletzt Trump. In Tulsa hat er ausschließlich zu jenen gepredigt, die bereits gläubig sind.

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    Trump verstößt damit gegen etablierte Wahlkampfrezepte. Das bedeutet jedoch nicht, dass er unüberlegt handelt. Seine Strategie ist eine andere. Er will die eigene Anhängerschaft, das sind immer noch rund 40 Prozent der Amerikaner, zu 100 Prozent mobilisieren.

    Biden liegt laut Umfragen vor Trump

    Das Kalkül seiner Wahlkampfmanager: Wenn es gleichzeitig gelingt, das Vertrauen in den demokratischen Gegenkandidaten Joe Biden zu erschüttern, bleiben am Wahltag genug demokratische Wähler zu Hause, um Trump den Sieg zu sichern. Mit einer ähnlichen Strategie hat Trump bereits 2016 gegen Hillary Clinton gewonnen.

    Das Event von Oklahoma soll den Republikanern zeigen, dass sie auf einen Gewinner setzen und die Coronakrise überwunden ist. Mit seinen Law-and-Order-Sprüchen macht Trump zudem deutlich, dass er die Sehnsüchte seiner Kernwähler über die Vorlieben der gemäßigten Mitte stellt.

    Der dritte Teil der Strategie besteht darin, Bidens Schwächen bloßzustellen. Die Republikaner bemühen sich derzeit um Termine für zusätzliche TV-Debatten zwischen Biden und Trump. Je mehr direkte Konfrontation es zwischen den beiden gibt, desto größer die Chance, dass Biden sich einen seiner berüchtigten rhetorischen Patzer leistet. Der 77-Jährige soll als alters- und führungsschwach karikiert werden.

    In Umfragen liegt Biden rund zehn Prozent vor Trump. Dessen Chance, am 3. November das Weiße Haus zu verteidigen, ist nicht allzu groß. Doch das Hochamt von Oklahoma zeigt eindrucksvoll: Es wäre gefährlich, Trumps Entschlossenheit und seine Fähigkeiten als Wahlkämpfer zu unterschätzen.

    Mehr: Per Pressemitteilung wollte der US-Justizminister einen Bezirksstaatsanwalt absetzen. Der hatte unter anderem gegen Trump-Mitarbeiter ermittelt.

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