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Kommentar Unternehmen begeben sich durch die Cloud in eine gewaltige und gefährliche Abhängigkeit

Immer mehr Großkonzerne verlagern kritische IT-Anwendungen in die Cloud. Günstige Einstiegspreise lassen sie vergessen, wie stark sie sich an einen Anbieter binden.
19.02.2021 - 12:28 Uhr 2 Kommentare
Die großen Cloudanbieter locken mit günstigen Einstiegspreisen. Quelle: Reuters
Amazon Web Services

Die großen Cloudanbieter locken mit günstigen Einstiegspreisen.

(Foto: Reuters)

Autobauer, Pharmafirmen, Banken: Im Wochenrhythmus geben europäische und deutsche Firmen neue Partnerschaften mit US-Cloud-Anbietern bekannt. Die Anbieter locken mit günstigen Preisen. Nahezu alle Großkonzerne in Deutschland sind da schwach geworden. Was sich Entscheider oft aber gar nicht bewusst machen: Sie begeben sich in eine gewaltige Abhängigkeit, aus der sie sich nur schwer wieder befreien können.

Anbieter wie Amazon, Microsoft oder Google können mit günstigen Einstiegskonditionen punkten. Nicht mal Großkonzerne können bei den Preisen mithalten, wenn sie sie mit den Kosten für den eigenen Betrieb von IT-Anwendungen vergleichen. Der günstige Einstiegspreis täuscht aber über die langfristigen Risiken hinweg.

Denn eine Entscheidung für einen Cloud-Anbieter ist meist langfristig. Zwar kann man mit den eigenen Daten später noch theoretisch zu einem anderen Anbieter oder in ein eigenes Rechenzentrum vor Ort umziehen. Doch Amazon, Microsoft und Google zeichnen sich durch leistungsstarke Lösungen aus – gerade das macht die Nutzung ihrer Angebote so interessant.

Der Weg in die Cloud ist noch recht einfach. Der Weg zurück ist in vielen Fällen nur noch mit gewaltigem Aufwand möglich. Das macht die Unternehmen sehr abhängig von ihren Cloud-Anbietern.

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    Dieses Risikos sind sich viele Entscheider aber kaum bewusst. Es gibt zwar Firmen, die darauf spezialisiert sind, genau diese Abhängigkeit von Anfang an zu minimieren. Sie fungieren als Vermittler zwischen den Konzernen und den Cloud-Anbietern. Aber die Nutzung ihrer Dienste hat vor allem dann Sinn, wenn sie direkt von Anfang an berücksichtigt werden – bevor man sich für einen bestimmten Cloud-Anbieter entschieden hat.

    Die Cloud ist kein Allheilmittel

    Viele Konzerne gehen naiv mit dieser weitreichenden Entscheidung um. Oft werden nur das Einsparpotenzial, das solche Lösungen bieten, und die zusätzlichen, bequem zu bedienenden Funktionalitäten gesehen. Das Bewusstsein über die langfristigen Abhängigkeiten rückt dabei in den Hintergrund.

    Ein solcher Umgang ist überraschend. Eigentlich sind es Großkonzerne gewohnt, von Anfang an die Risiken einzukalkulieren, die durch einseitige Abhängigkeiten entstehen können. Beim Thema Cloud werden diese Gefahren aber zu wenig berücksichtigt.

    Zudem gilt: Der Weg in die Cloud ist kein Allheilmittel. Allein die Kooperation mit einem US-Anbieter macht eine deutsche Firma noch lange nicht zu einem digitalen Vorreiter. Ganz im Gegenteil kann eine undurchdachte Cloud-Strategie ein Unternehmen digital auf Jahre lähmen.

    An dieser Stelle ist dringend mehr Weitblick gefragt – ganz zu schweigen von den Datenschutzrisiken, die mit der Wahl eines nichteuropäischen Anbieters einhergehen.

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    2 Kommentare zu "Kommentar: Unternehmen begeben sich durch die Cloud in eine gewaltige und gefährliche Abhängigkeit"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Datenschutzrisiken, welche bei nichteuropäischen Anbietern einhergehen sind echt nicht zu unterschätzen! Man denkt, dass man nicht viel zahlen muss, jedoch zahlt man am Ende eben mit seinen Daten... Persönlich kann ich jedem einen deutschen Cloud Anbieter empfehlen, wir nutzen zB die LeitzCloud. DSGVO - konform, viele Funktionen, top Kundendienst und auch die Daten werden zusätzlich verschlüsselt.

    • Die wichtigste Erkenntnis geht hier leider fast unter, da sie fast nebensächlich erwähnt wird:
      Es gibt Unternehmen, die als sogenannte Cloud Solution Provider (CSP) dafür sorgen, dass Cloud-Projekte von Beginn sorgfältig geplant und umgesetzt werden, sodass unnötige Abhängigkeiten vermieden werden.
      Außerdem gibt es diverse Anbieter, die Software-Schnittstellen zur Migration von Daten und Workloads zwischen den Cloud-Anbietern vereinfachen. Dass ein Unternehmen nur eine Cloud nutzt, ist sowieso eher die Ausnahme als die Regel, sodass diese Schnittstellen bereits vorhanden sind.

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