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Kommentar Wer Klimaschutz will, muss hohe Strompreise akzeptieren

Der Strompreis bleibt dauerhaft hoch. Deshalb muss die Wirtschaft entlastet werden. Im internationalen Wettbewerb darf die deutsche Industrie nicht benachteiligt werden.
29.06.2021 - 11:21 Uhr 3 Kommentare
Der Kohlausstieg ist beschlossen, der Klimaschutz hat Vorrang. Das treibt auch den Strompreis. Quelle: dpa
Kohlekraftwerk

Der Kohlausstieg ist beschlossen, der Klimaschutz hat Vorrang. Das treibt auch den Strompreis.

(Foto: dpa)

Deutschlands Unternehmen müssen bei der nächsten Verhandlung über ihren Stromvertrag tapfer sein. Es droht ein gewaltiger Preisaufschlag. An der Strombörse kostet eine Megawattstunde aktuell 70 Euro. Das ist doppelt so viel wie noch vor einem Jahr und so viel wie seit zwölf Jahren nicht mehr.

Das Tempo des Preisanstiegs mag dabei überraschend sein, die Tendenz ist es nicht. Wer Klimaschutz will, muss hohe Strompreise in Kauf nehmen. Wenn der Emissionshandel funktionieren soll, muss eben der CO2-Preis steigen. Das wiederum treibt automatisch den Strompreis im Großhandel, der Grundlage der Stromverträge ist.

Die deutsche Industrie muss sich deshalb auf dauerhaft hohe Strompreise einstellen. Tendenziell werden sie wohl noch weiter steigen. Entscheidend ist aber, dass die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft nicht über Gebühr leidet.

Dabei ist zum einen die Politik gefordert. Sie muss darauf achten, dass der CO2-Preis zwar zum zentralen Steuerungselement in der Energie- und Klimapolitik wird, die Unternehmen in Deutschland aber von weiteren Umlagen, Abgaben und Steuern entlastet werden.

Die Unternehmen haben es zum Teil selbst in der Hand

Insbesondere die EEG-Umlage, mit der der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert wird, ist für viele Unternehmen ein Ärgernis: Sie ist ein Posten beim Strompreis, den nur Kunden in Deutschland bezahlen und von dem nur besonders energieintensive Unternehmen befreit sind. Beim Industriestrompreis macht sie immerhin fast ein Drittel der Rechnung aus.

Zum anderen sind aber auch die Unternehmen selbst gefordert. Sie haben es – zumindest zum Teil – in der Hand, etwas gegen die steigenden Stromrechnungen zu machen. Erstens lohnen sich inzwischen Direktabnahmeverträge mit den Betreibern von Wind- und Solaranlagen. Solche Verträge können sich bei der aktuellen Preisentwicklung schon nach zwei, drei Jahren auszahlen.

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Und zweitens ist der beste Weg, die Stromrechnung zu drücken, schlichtweg: weniger Strom verbrauchen. Das Potenzial bei der Energieeffizienz ist für viele Unternehmen noch sehr groß.

Allerdings lässt sich für energieintensive Unternehmen der Strompreisschock so nur etwas abmildern. Mit dauerhaft steigenden Rechnungen wird sich die deutsche Wirtschaft leider arrangieren müssen. Sie darf nur nicht über Gebühr gegenüber der ausländischen Konkurrenz benachteiligt werden. Darauf muss die Politik bei allem Vorrang für den Klimaschutz entschieden achten.

Mehr: Strompreis auf Rekordjagd: Industrie zahlt so viel wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr

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3 Kommentare zu "Kommentar: Wer Klimaschutz will, muss hohe Strompreise akzeptieren"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Meine zwei Vorkommenattoren haben natürlich vollkommnen Recht.
    Deutschland gilt mittlerweile in velen Ländern als abschreckendes Beispiel dafür, wie man eine "Energiewende" auf gar keinen Fall machen soll.
    Ich gehe jedenfalls davon aus, dass sich (außerhalb von Deutschland mit Sicherheit die Vernunft durchsetzen wird - und deshalb investiere ich etwa in Uran.
    Lebt man in Deutschland, muss man allerdings auch für den Fall gewappnet sein, dass sich die Verrückten durchsetzen werden und Strom dann unbezahlbar sein wird. Deshalb investiere ich auch stark in Silber, weil das eben in rauen Mengen u.a. auch für Solarzellen / Photovoltaikanlagen benötigt wird.

  • Dieser Artikel ist schlicht falsch, da unter Ausnutzung der Kernenergie Klimaschutz auch bei moderaten Strompreisen möglich wäre.
    Wer Klimaschutz auf Basis linksgrüner Ideologien will muss hohe Strompreise akzeptieren wäre die zutreffende Überschrift gewesen.

  • Warum soll Klimaschutz nur mit hohen Kosten möglich sein?
    Frankreich hat gerade bei seinem Strommix eine CO2-Emission von 57 Gramm pro kWh, während der "Musterschüler" Deutschland 336 Gramm CO2/kWh ausstößt.
    Der Preis pro kWh dabei
    Frankreich 19 Cent
    Deutschland 30 Cent

    Wer Klimaschutz und Wohlstand möchte, wird wohl seine Ideologie zur Seite legen und Kernkraft mit einbeziehen müssen..

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