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Quadrell zur BundestagswahlAlle gegen Alice Weidel

Im Vierer-Schlagabtausch vor der Bundestagswahl haben die Kanzlerkandidaten keine neuen Ideen für die Krisen unserer Zeit – aber eine klare Gegnerin in der Runde. Ein Kommentar.Leila Al-Serori 16.02.2025 - 23:35 Uhr
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Alice Weidel: Die AfD-Chefin spricht während des Quadrells – und war allein mit ihren Argumenten. Foto: AFP

Es war das erste und einzige Mal in diesem Bundestagswahlkampf, dass alle vier Kanzlerkandidaten vor laufender Kamera zum Schlagabtausch aufeinandertrafen. Und somit auch das erste Mal, dass AfD-Chefin Alice Weidel dieselbe Fernsehbühne wie Kanzler Olaf Scholz (SPD), CDU-Chef Friedrich Merz und Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck bekam.

Man kann das Experiment Quadrell als gelungen ansehen. Die bloße Anwesenheit Weidels am Sonntagabend im RTL-Studio dürfte die anderen Kandidaten zu rhetorischen Höchstleistungen angespornt haben. Selbst der sonst so technische Scholz zeigte überraschend viele Emotionen.

So gut wie jede Aussage Weidels wurde kommentiert, mal mit Habecks rollenden Augen, mal mit Widerrede von Merz oder Scholz, mal mit spöttischem Grinsen.

Auch das Moderatoren-Duo Pinar Atalay und Günther Jauch führte kurzweilig und größtenteils souverän durch die Debatte, setzte den Diskutanten allerdings nicht immer die nötigen Nachfragen entgegen. Im Schnelltempo ging es durch die Probleme unserer Zeit: allen voran die Migration, den Krieg in der Ukraine, die hohen Energiekosten.

Quadrell zur Bundestagswahl: Hitzige Debatte zwischen Scholz, Habeck, Merz und Weidel

Es wurde hitzig zwischen den Kandidaten. Allerdings blieb die Debatte bei den meisten Themen oberflächlich und unterkomplex, es war ein Austausch bekannter Positionen. Wirklich neue Lösungsvorschläge blieben auch diesmal außen vor.

Dafür arbeiteten sich alle an Alice Weidel ab. Scholz warf ihr vor, bei der Finanzierung der Energiekosten „nichts als heiße Luft“ zu verbreiten, Habeck konterte, dass eine Rückkehr zur Atomkraft teurer komme, als sie das darstelle. Besonders oft gab Merz Weidel Paroli, nutzte jede Gelegenheit, sich von ihr abzugrenzen und nach der Brandmauer-Debatte keine Angriffsfläche mehr zu bieten.

Ihre Worte würden ihn noch einmal darin bestärken, dass er alles dafür tun werde, „dass die AfD nicht in die Regierung kommt“, sagte Merz.

Weidel parierte die Kritik der Runde durchaus selbstbewusst. „Sie können mich hier beleidigen, wie Sie wollen“, sagte die AfD-Chefin. „Sie beleidigen Millionen von Wählern.“

Olaf Scholz, Robert Habeck, Friedrich Merz und Alice Weidel (v. l.): Der Kanzlerkandidat der Union diskutiert mit der AfD-Chefin. Foto: AFP

In den Umfragen steht die AfD bei 20 Prozent, mit der Migration ist ihr Kernthema vorherrschend im Wahlkampf, und am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz hat ihr sogar der US-Vizepräsident J. D. Vance die Ehre gegeben und sie persönlich getroffen. Weidel ging also gestärkt in die Debatte.

Die demokratische Mitte hält zusammen

Sie verfolgte die offensichtliche Strategie, sich nicht aus dem Konzept bringen zu lassen, sich gemäßigt und als tauglich für das Kanzleramt zu präsentieren. Aber die anderen Kandidaten setzten sich ihr tatkräftig entgegen, taten alles dafür, die Brandmauer aufrechtzuerhalten. Und Weidel selbst ließ bei einigen Themen Fakten und klare Antworten vermissen, so, als sie bei der Frage nach dem Personal für großflächige Grenzkontrollen auf die Bundespolizei verwies, sie selbst sei ja nur „Politikerin“.

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So bleibt eine Woche vor der Wahl ein Eindruck zurück: CDU, SPD und Grüne haben so kurz vor der Wahl zwar nicht plötzlich neue Ideen für die Wirtschaftskrise und den Krieg in der Ukraine. Aber sie können durchaus miteinander – zumindest, wenn es gegen die AfD und Alice Weidel geht.

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