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Bundesfinanzminister feiert 75. Geburtstag „Wolfgang Schäuble ist ein Herzens-Europäer“

Deutsche und europäische Politiker feiern den Bundesfinanzminister anlässlich seines 75. Geburtstags. Bundeskanzlerin Merkel würdigte Schäuble in ihrer Ansprache als großen Europäer – der Minister war sichtlich bewegt.
18.09.2017 - 16:41 Uhr 18 Kommentare

„Die Überwindung der europäischen Teilung ist unsere größte Errungenschaft“

Wolfgang Schäuble muss zu Beginn seines Festakts das tun, was er eigentlich überhaupt nicht mag: warten. „Es dauert noch, die Schlange ist ein bisschen länger als gedacht“, sagt der Leiter der Historischen Bürgerwehren zum Bundesfinanzminister. Eine maßlose Untertreibung. Die Ehrenformation reicht inzwischen einmal um den gesamten Platz vor der Offenburger Reithalle und nimmt kein Ende. Bis zu diesem Tag wusste wohl niemand, dass in Baden-Württemberg so viele Menschen einer historischen Bürgerwehr angehören.

Doch Schäuble stört das Warten heute ausnahmsweise nicht. Als alle Soldaten in Reih und Glied stehen, passiert Schäuble die Reihen in seinem Rollstuhl. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Baden-Württembergs CDU-Chef Thomas Strobl, der auch sein Schwiegersohn ist, folgen ihm andächtig. Nachdem der Finanzminister wieder am Ausgangspunkt angelangt ist, schießen die Soldaten drei Ehrensalven für den Jubilar in die Luft. Der Krach ist so laut, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel neben Schäuble kurz zusammenzuckt. Schäuble lacht vergnügt.

Wolfgang Schäuble ist ein Politiker des Superlativs. Seit 45 Jahren im Bundestag, 19 davon auf der Regierungsbank, Architekt der Deutschen Einheit, Erfinder der schwarzen Null, Manager der Euro-Krise. Entsprechend muss natürlich auch der Festakt ein Superlativ sein, zu dem der CDU-Landesverband Baden-Württemberg anlässlich des „75. Geburtstages unseres Spitzenkandidaten“ eingeladen hat. Auch das eine Untertreibung.

Neben sämtlichen Bürgerwehren aus dem Ländle ist das Who is Who deutscher und europäischer Politik an diesem Montagmorgen nach Offenburg gekommen – trotz Wahlkampfstress: Kanzlerin Merkel, EU-Kommissionspräsident Juncker, die Fraktionschefs im Bundestag von CDU und CSU, Kirchenvertreter, Gewerkschaftler, Unternehmer wie Bosch-Chef Franz Fehrenbach, unzählige ehemalige Minister und Weggefährten Schäubles. „Würde ich alle so begrüßen wie es angemessen wäre, wäre das eher eine Veranstaltung für den frühen Abend“, sagt Strobl. Aber angesichts der Wahlen am Sonntag habe man den offiziellen Teil der Feier bewusst kurz gehalten, damit man ab Mittag wieder Wahlkampf machen könne.

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    Ebenfalls bis zum frühen Abend würde es fast dauern, alle wichtigen Ämter aufzuzählen, die Schäuble schon einmal innehatte. Ein Kurzvideo zählt deshalb im Stakkato Schäubles wichtigste Stationen auf und setzt sie versatzstückhaft mit den großen politischen Ereignissen der vergangenen 75 Jahre zusammen. Der Film zeigt deshalb nicht nur, dass Schäuble eine politische Laufbahn hingelegt hat, die normalerweise locker drei Politikerleben füllen würde. Er zeigt auch, welch lange Wegstrecke Deutschland in den vergangenen 75 Jahren zurückgelegt hat. Und das hinterlässt bei Schäuble Eindruck.

    Schäuble ist Jahrgang 1942. Deutschland war damals im Begriff, sich durch den von Nazis entfachten Krieg in eine Trümmerlandschaft zu verwandeln. Schäuble ist einer der letzten aktiven Politiker, der die Nöte der Nachkriegszeit noch hautnah miterlebt hat. „Wenn man überlegt, wie elend Deutschland noch in den fünfziger Jahren ausgesehen hat“, sagt Schäuble. „Dass wir seit 70 Jahren in Frieden leben, konnten sich frühere Generationen gar nicht vorstellen.“

    Doch man habe Deutschland wieder aufgebaut und später die atomare Bedrohung des Kalten Krieges hinter sich gelassen, und das ohne einen Schuss und Tropfen Blut. „Wenn uns das gelingen konnte, warum sollten wir jetzt an den Aufgaben und Schwierigkeiten verzagen, die wir noch vor uns haben“, ruft Schäuble in den Saal. Dies ist die eine Botschaft, die er an seinem Ehrentag vermitteln möchte. Die zweite ist die Mahnung, niemals mehr eine Spaltung Europas zuzulassen. „Wir werden eine gute Zukunft nur haben, das lehrt die Geschichte, wenn wir Europa zusammenhalten, und zwar das ganze Europa.“

    Eine glückliche Fügung
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    18 Kommentare zu "Bundesfinanzminister feiert 75. Geburtstag: „Wolfgang Schäuble ist ein Herzens-Europäer“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Richtig, bei immer mehr Elektrokarren ist das Netz schnell überlastet.

    • Erste Belastbarkeitstests für die Stromzuführung sollten gestartet werden.
      Nicht, dass später noch was schiefgeht!

    • Einige Prozesse wegen Landesverrat sind wohl fällig, so oft wie diese Leute das Grundgesetz brechen. Den Angriffskrieg von Herrn Schröder sollte man auch nicht vergessen.

    • @ Otto Berger

      Komisch, bei mir kommt bei dem Link ein anderer Ausschnitt von Gabriel.
      Sehr schön ein Kommentar dazu in Ergänzung zur Aussage Gabriels, das von ihm Gesagte nicht in der Zeitung zu veröffentlichen: "Bitte veröffentlichen sie das nicht in den Zeitungen, denn ich bin wahnsinnig und die Menschen sind mir scheiss egal".

    • Mir ist diese schwarze Null mal begegnet. Beim Tag der offenen Tür wollte ich mir die großartige Architektur Sagebiels ansehen, und da fährt auf einmal dieser Strolch herum! An einem Pult in der Kantine hat er dann gesagt, dass er die Nationalstaaten für "überholt" hält. In der Konsequenz kann das nichts anderes bedeuten, als Deutschland und die anderen Länder Europas abzuschaffen, und das selbstverständlich, ohne die Völker vorher zu fragen. Darauf läuft die Politik dieser Verbrecherbande hinaus.

    • Enrico Caruso18.09.2017, 17:43 Uhr
      "Wenn es einen Nürnberger Prozeß 2.0 geben wird, dann dürfte diese Person voraussichtlich auf dem elektrischen Stuhl landen, die anderen maßgeblichen Mitglieder der Bundesregierung am Galgen."
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      Wie sagte es Herr Gabriel (SPD) vor Parteimitgliedern :
      "Frau Merkel ist die Geschäftsführerin einer NGO. Das ist, was ist"
      Die Aussage wurde mit viel Beifall quittiert . (Herren Steinbrück, Müntefering etc.)
      Link :https://www.youtube.com/watch?v=-PX8Jyp7cRk
      Geschäftsführer sind weisungsgebunden, die, im Falle der sklavischen Verfolgung der vorgegebenen Weisungen, durchaus auch als Marionetten der Geschäftsherren bezeichnet werden können.
      In diesem Falle bekommen die Geschäftsführer beim Ausscheiden aus einem Unternehmen einen sogenannten "Goldenen Handschlag". Für Sanktionen anderer Art ist da kein Raum !!

    • HB : "Die zweite ist die Mahnung, niemals mehr eine Spaltung Europas zuzulassen. „Wir werden eine gute Zukunft nur haben, das lehrt die Geschichte, wenn wir Europa zusammenhalten, und zwar das ganze Europa.“
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      Die Spaltung Europas ist durch die Einladung von Frau Dr. Angela Merkel an alle Schutz in den Sozialsystemen Suchenden der Welt schon geschehen, beförderte den BREXIT und wird weitere ..XITS befördern bei dem Versuch, die Migranten-Verteilung auf alle EU-Staaten auszudehnen.
      Herrn Schäuble ist schon jetzt die Verabschiedung in den Ruhestand zu gönnen.

    • Enrico Caruso - 18.09.2017, 17:43 Uhr
      Wenn es einen Nürnberger Prozeß 2.0 geben wird, dann dürfte diese Person voraussichtlich auf dem elektrischen Stuhl landen, die anderen maßgeblichen Mitglieder der Bundesregierung am Galgen.
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      Wie krank muss derjenige sein, der solche Kommentare verfasst. Herr Caruso, hier ein Tipp: Wenn Sie das Verfassen derartiger Kommentare verspüren, gehen Sie in die Dusche und trälern ein Lied. Möglicherweise gelingt Ihnen das wenigstens.

    • Herr Lothar Thürmer 18.09.2017, 17:50 Uhr

      <<Gut, dass wir mit Herrn Schäuble jemanden haben, der über einen zuverlässigen Kompass für Europa verfügt!>>

      Was ist das für ein Fabrikat? Warum zeigt er laufend falsch an? Warum verursacht er laufend Folgekosten in Milliardenhöhe? Und warum hat der "Antipode" Juncker (auf sowas muss man erst mal kommen!) eine herzliche Lobrede auf Schäuble gehalten?

    • Schäuble ist der Antipode zu Juncker. Denn der stellt die Dinge auf den Kopf. Zwar ist die EU reformbedürftig. Doch mehr Euro und mehr Schengen sind das Letzte, was sie derzeit braucht. Was aber dringend erforderlich wäre, das sind bessere Kontrollen der EU-Außengrenzen, Fortschritte auf dem Weg zu einer Verteidigungs- und Sicherheitsgemeinschaft und eine effizientere Brüsseler Bürokratie. Das sind die eigentlichen Aufgaben von Herrn Juncker. Gut, dass wir mit Herrn Schäuble jemanden haben, der über einen zuverlässigen Kompass für Europa verfügt!

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