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BundestagswahlDie FDP setzt bei ihrer Wahlkampagne alles auf Lindner

Die zentrale Wahlkampf-Botschaft der Liberalen lautet: „Alles lässt sich ändern.“ Nur für die Frage, wessen Gesicht die FDP auf ihre Plakate druckt, gilt das nicht.Josefine Fokuhl, Jan Hildebrand 10.12.2024 - 15:23 Uhr Artikel anhören
Christian Lindner und der neue Generalsekretär Marco Buschmann präsentieren in Berlin die neue FDP-Wahlkampagne: Kein Plakat ohne den Parteichef. Foto: REUTERS

Berlin. „Alles lässt sich ändern“, so lautet das Motto der FDP für ihre Kampagne zur kommenden Bundestagswahl. Für den Wahlkampf der Liberalen selbst gilt der Slogan allerdings nicht. Denn die Partei setzt trotz ihrer aktuellen Krise weiter voll auf ihren Vorsitzenden und Spitzenkandidaten Christian Lindner.

Der FDP-Chef ziert jedes Wahlplakat der Kampagne, die am Dienstag in der Parteizentrale präsentiert wurde: Lindner in nachdenklicher Pose, Lindner mit eingreifender Hand, Lindner in Anzug und Jacke, Lindner im Porträt und zu guter Letzt eine Nahaufnahme von Lindners Augenpartie.

Dazu stehen auf den Plakaten kurze Slogans, die sich um drei thematische Schwerpunkte drehen: um Wirtschaft, Migration und den Kampf gegen einen „überbordenden“ Staat.

Auf den Plakaten dominieren die Farben Gelb und Schwarz. Das passt zur Wunschkoalition der Liberalen mit der Union nach der Wahl. Nur mit Schwarz-Gelb seien klare Richtungsentscheidungen zu erwarten, sagte der designierte FDP-Generalsekretär Marco Buschmann, der die Kampagne vorstellte.

Von einer Koalition der Union mit den Grünen oder der SPD sei nur ein „Weiter-so“ zu erwarten, hatte Lindner zuvor gesagt: „Ohne Freie Demokraten gibt es keine Chance auf Veränderung.“

FDP-Chef Christian Lindner ist von den Liberalen zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl 2025 nominiert worden. Der Bundesvorstand habe die Entscheidung einstimmig getroffen, teilte der designierte Generalsekretär Marco Buschmann mit.

Derzeit liegt die Partei in Umfragen mit drei bis vier Prozent jedoch unter der für den Einzug in den Bundestag nötigen Fünfprozenthürde. Der Bruch der Ampelkoalition hat der FDP nicht geholfen. Immerhin: Die Enthüllungen, dass die Liberalen über Wochen auf ein Ende der Ampel hingearbeitet hatten, haben der Partei laut Umfragen bisher nicht weiter geschadet.

Als Ziel hat die FDP nicht nur den Wiedereinzug in den Bundestag ausgerufen, sondern auch eine mögliche Regierungsbeteiligung. „Wir wollen so stark werden, dass wir bei der nächsten Regierungsbildung Einfluss nehmen können“, sagte Buschmann.

„Dieser Staat ist teuer und übergriffig“

Die FDP setzt dabei ganz auf den Wunsch der Wähler nach Veränderungen. Auf einem der Plakate steht der Schriftzug: „Schönreden ist keine Wirtschaftsleistung“. Eine Anspielung auf Kanzler Olaf Scholz (SPD), der Warnungen aus der Wirtschaft zum Trotz lange nicht von einer Krise sprach und davor warnte, das Land schlechtzureden.

Für das Wirtschaftskapitel ihres Wahlprogramms will sich die FDP an dem „Wirtschaftswende“-Papier ihres Parteivorsitzenden orientieren. Als Bundesfinanzminister hatte Lindner auf 18 Seiten sein Konzept für eine Wirtschaftswende aufgeschrieben: Steuerbelastung runter, ein sofortiges Moratorium zum Stopp aller neuen Regulierungen, den Sozialstaat effizienter machen.

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„Dieser Staat ist teuer und übergriffig“, sagte Lindner in seiner kurzen Rede am Dienstag. Das wollen die Liberalen ändern. „Vater Staat ist nicht dein Erziehungsberechtigter“, steht auf einem der Wahlplakate.

Auch um den „überbordenden“ Staat wieder einzudämmen, brachte Lindner vor eineinhalb Woche zwei gewagte Vorbilder ins Spiel. Der ehemalige Finanzminister sagte in einem Interview, Deutschland müsse mehr Milei und Musk wagen – und erntete dafür Kritik.

Außer an ihrem Parteivorsitzenden hängen die Liberalen auch an der Schuldenbremse – sie möchten nichts ändern. Die FDP wolle lieber Prioritäten setzten, sagte Buschmann. Auf dem zugehörigen Wahlplakat steht: „Schulden: Kinder haften für ihre Eltern“.

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Auch wenn Lindner das Gesicht der Wahlkampagne wird, bei der Vorstellung der Plakate hielt er sich im Hintergrund. Für Fragen der Journalisten stand nur Buschmann zur Verfügung. Lindner wartete an der Seite, trat erst zum Abschlussbild wieder vor die Leinwand und verabschiedete sich dann.

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