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Corona-Pandemie Schulen öffnen ab 31. Mai – nur Berlin und Rheinland-Pfalz scheren aus

Die meisten Länder kehren zum normalen Unterricht zurück. In der Hauptstadt ist jedoch ein heftiger Streit über die Schulöffnungen ausgebrochen – auch innerhalb der SPD.
29.05.2021 - 11:10 Uhr Kommentieren
Die Schüler können in den meisten Bundesländern angesichts sinkender Infektionszahlen vor den Sommerferien wieder zurück in die Klassenzimmer. Quelle: dpa
Auf dem Weg zur Schule

Die Schüler können in den meisten Bundesländern angesichts sinkender Infektionszahlen vor den Sommerferien wieder zurück in die Klassenzimmer.

(Foto: dpa)

Berlin Angesichts sinkender Covid-19-Ansteckungszahlen kehren nahezu alle Bundesländer ab 31. Mai zum Präsenzunterricht zurück – zumindest in den Grundschulen. Das ergibt eine Umfrage des Handelsblatts unter den Kultusministerien der Länder. 

Eine Ausnahme machen allerdings Berlin und Rheinland-Pfalz – obwohl die Infektionszahlen dort nicht überdurchschnittlich hoch sind. In der Hauptstadt soll der aktuelle Wechselunterricht bis zu den Sommerferien ab 24. Juni andauern. Auch Rheinland-Pfalz will erst in drei Wochen zum normalem Unterricht zurückkehren. 

Der Bundeselternrat hat kein Verständnis für das föderale Durcheinander: „Es ist wie seit Ausbruch der Pandemie: Jedes Bundesland macht, was es will“, sagte die Vorsitzende des Bundeselternrats, Sabrina Wetzel, dem Handelsblatt. „Wir fordern auch bei den Öffnungen eine einheitliche Linie.“ Für Eltern seien die unterschiedlichen Regelungen nicht nachvollziehbar. „Es ist auch ungerecht den Kindern gegenüber.“

Die Kultusministerkonferenz hatte Anfang des Jahres einen Stufenplan für die Öffnung der Schulen verabschiedet. Dieser sieht vor, dass zunächst die Grundschulen wieder zum Normalbetrieb übergehen sollen, wenn das Pandemiegeschehen es erlaubt. Der Plan definiert dafür aber keine Grenzen. 

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    Fast überall Präsenzunterricht für Grundschüler ab 31. Mai 

    In Berlin hat Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) mit ihrer Ablehnung des Präsenzunterrichts vor den Ferien Krach in der rot-rot-grünen Koalition ausgelöst: Die Grünen pochen auf Öffnung, ihr Justizsenator will die nötige Verordnung für die Verlängerung des Wechselunterrichts im Juni nicht unterschreiben. Die Linke unterstützt den Kurs der Senatorin. Auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller mahnt zur Vorsicht. 

    Franziska Giffey, SPD-Spitzenkandidatin für die Wahlen zum Abgeordnetenhaus im Herbst,  plädiert hingegen dafür, die Entscheidung solle  „noch mal überdacht werden“, wenn sich auch in Berlin die Lage positiv entwickle. Wenn die Inzidenz auch bei Kindern unter 50 liege, seien selbst ein paar Tage Regelunterricht vor den Sommerferien es wert, darüber zu diskutieren, sagte die frühere Bundesfamilienministerin der „Berliner Morgenpost“. Derzeit liegt die Inzidenz in Berlin bei schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen noch leicht über der Schwelle von 50. 

    Grafik

    Neben Berlin agiert Rheinland-Pfalz ausgesprochen zögerlich: Nach den dortigen Pfingstferien geht es dort zunächst zwei Wochen mit Wechselunterricht weiter. Präsenzunterricht ist erst ab dem 21. Juni vorgesehen.  

    Der Kurs in den beiden SPD-regierten Ländern steht im Gegensatz zum Vorgehen der übrigen  Bundesländer. Dort sollen zumindest die Grundschulen am kommenden Montag wieder zum regulären Präsenzunterricht zurückkehren – in der Regel gilt das auch für Kitas und Horte. In vielen Ländern kehren nächste Woche auch die weiterführenden Schulen zum Regelunterricht zurück. Nahezu überall bleiben die Corona-Tests an der Tagesordnung – in der Regel zweimal pro Woche.  

    Die Inzidenzzahlen lagen am Freitag bundesweit im Schnitt bei 40 Infektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. In Berlin war der Wert mit 35 sogar unterdurchschnittlich. Über der 50er-Marke lag lediglich Thüringen mit einem Wert von 56, in Baden-Württemberg waren es exakt 50, alle anderen Länder liegen darunter. 

    Außer Berlin richten sich alle Länder bei der Schulöffnung nach den Inzidenzen der Gesamtbevölkerung, nicht nach denen der Altersklassen der Schüler. 

    Hessen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gehen voran

    Einige Länder gehen bei der Öffnung voran: Hessen bietet schon seit dem 12. Mai regulären Unterricht für die ersten sechs Klassen überall dort, wo die Inzidenz unter 100 liegt. In Schleswig-Holstein gilt das seit 17. Mai für alle Schulen in Regionen mit Inzidenzwerten unter 50. Mecklenburg-Vorpommern – das die bundesweit niedrigste Inzidenz aufweist – veranstaltet seit Pfingsten wieder Vollzeitunterricht. 

    Einige Länder lassen sich zumindest bei den weiterführenden Schulen noch ein wenig länger Zeit, um vom Wechselunterricht wieder in den Normalmodus zurückzukehren: In Bremen und Brandenburg  soll das am 6. Juni der Fall sein. 

    Das gilt – im Prinzip – auch in Sachsen-Anhalt für alle Schularten. Allerdings verkündete das dortige Schulministerium am Donnerstag überraschend, dass Schulen schon kommende Woche öffnen dürfen. Entscheiden könnten die Schulleitungen das in Eigenregie, teilte Bildungsminister Marco Tullner (CDU) mit. Begründet wurde dies nicht. Kritiker spekulieren, dass die ungewöhnliche Aktion vor allem damit zu tun hat, dass CDU-Ministerpräsident Reiner Haseloff  am 6. Juni eine Landtagswahl zu bestehen hat. 

    Die meisten Länder koppeln die Schulöffnungen daran, dass die Inzidenz auch unter 50 bleibt. Einige sind jedoch auch hier großzügiger: „Hamburg startet am 31.5.2021 wieder in den vollen Präsenzunterricht, nicht gebunden an eine bestimmte Inzidenz, weder landesweit noch regional“, teilte der Sprecher von Bildungssenator Ties Rabe (SPD) mit. Brandenburg will die Schulen nur dann wieder teilweise schließen und zum Wechselunterricht zurückkehren, wenn die Inzidenz wider Erwarten erneut über 100 steigen sollte. 

    Mehr: Der Impfgipfel macht den Weg für Impfungen ab zwölf Jahre frei 

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