Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Coronakrise Söder befreit Eltern für drei Monate von Kitagebühren

Nach dem Willen des bayerischen Ministerpräsidenten müssen Eltern im Freistaat drei Monate keine Kitagebühren zahlen. Das Land reagiert vergleichsweise spät.
20.04.2020 - 12:24 Uhr 1 Kommentar
Der bayerische Ministerpräsident gab am Montag im Landtag eine Regierungserklärung ab. Quelle: dpa
Markus Söder

Der bayerische Ministerpräsident gab am Montag im Landtag eine Regierungserklärung ab.

(Foto: dpa)

Berlin Wie es in der Coronakrise für die Eltern der bundesweit rund 3,7 Millionen Kita-Kinder weitergehen soll, ist derzeit gänzlich unklar. Noch gibt es keine Angaben der Länder, wann die rund 56.000 Kindertageseinrichtungen wieder öffnen. Derzeit bieten Kitas nur eine Notbetreuung für Kinder an, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten, etwa in der Pflege und im medizinischen Bereich.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat nun zugesagt, dass Eltern im Freistaat zumindest für die kommenden drei Monate keine Kindergarten- oder Kitagebühren bezahlen müssen, solange die Einrichtungen wegen der Coronakrise geschlossen sind.

Dafür richtet Bayern einen weiteren Rettungstopf ein, der mit insgesamt 500 Millionen Euro gefüllt wird. Das gab Söder am Montag in einer Regierungserklärung im Landtag bekannt. Aus dem Topf soll nicht nur die Erstattung von Kitagebühren bestritten werden. Er dient auch zur Unterstützung von Personen wie Künstlern und Einrichtungen wie Sportstätten, die von der Coronakrise betroffen sind. Für die bayerische Wirtschaft wurde bereits ein Rettungstopf in Höhe von 60 Milliarden Euro eingerichtet.

Bayern hatte bis zuletzt darauf verwiesen, dass die Erstattung von Kitagebühren nur das Vertragsverhältnis der Eltern zum Träger betreffe. Entscheidend sei daher, was im Betreuungsvertrag oder in der kommunalen Satzung geregelt sei. Eine Übernahme durch den Freistaat sei nicht geplant, teilte das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales noch Anfang des Monats dem Handelsblatt auf Anfrage mit.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Nun schwenkte die Landesregierung also um. Sie folgt damit den meisten anderen Ländern, die bereits eine Befreiung der Eltern von den Kitagebühren beschlossen haben – zumindest für die Zeit bis Ende April. Nur in Hessen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen gibt es keine einheitlichen Regelungen für eine Erstattung.

    Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte am Wochenende gefordert, das Wohl der Familien müsse eine „hohe Priorität“ beim schrittweisen Wiedereröffnen in der Coronakrise haben. „Eine pauschale Aussage, die Kitas bleiben bis zum Sommer zu, führt bei vielen Familien zu noch mehr Stress und kann nicht die einzige Antwort sein“, mahnte Giffey. „Eltern, Kinder und Erzieherinnen und Erzieher brauchen eine Perspektive und differenzierte Lösungen.“

    Giffey: „Familien geraten an ihre Grenzen“

    Für die Kindertageseinrichtungen sind die Bundesländer und Kommunen zuständig. Am Freitag hatte sich Giffey in der Telefonkonferenz mit den Ländern darauf geeinigt, dass für die Zeit nach dem 3. Mai 2020 ein Konzept erarbeitet werden soll, das Leitlinien und Empfehlungen zur schrittweisen Wiedereröffnung formuliert.

    In diese Leitlinien sollen laut Bundesfamilienministerium insbesondere Aspekte einfließen, die darlegen, wie und in welcher Weise der Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Dazu gehörten kindheitspädagogische Fragen, wie auch Maßnahmen der Hygiene und des Gesundheits- und Arbeitsschutzes für die Erzieherinnen und Erzieher.

    „In der aktuellen Situation geraten Familien zunehmend an ihre Grenzen“, sagte Bundesfamilienministerin Giffey. Die Eltern seien „über das vertretbare Maß“ hinaus belastet: „Sie müssen Homeoffice, Arbeit, Haushalt und Familienleben unter einen Hut bringen.“ Mit zunehmender Dauer werde die Lage untragbar. Es gehe auch um das Wohl der Kinder: „Schließlich werden in der frühen Bildung die Grundlagen für den weiteren Bildungserfolg von Kindern gelegt.“

    Mehr: SPD-Ministerin Giffey will der Regierung eine nationale Gleichstellungsstrategie verordnen.

    Startseite
    Mehr zu: Coronakrise - Söder befreit Eltern für drei Monate von Kitagebühren
    1 Kommentar zu "Coronakrise: Söder befreit Eltern für drei Monate von Kitagebühren"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Sollen wir jetzt klatschen? UNsere Gehaltseinbußen sind um einiges höher, ganz zu schweigen von unseren Nerven. Was tragen eigentlich Kinderlose Paare und Rentner zur Coronakrise bei?

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%