Energie: Deutschlands Energierechnung steigt deutlich – bei weiter hoher Abhängigkeit von Russland
Rund die Hälfte der Einfuhren an Erdgas und Steinkohle stammten 2021 aus Russland.
Foto: dpaBerlin. Deutschlands Energierechnung ist 2021 von Januar bis November im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 58,7 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einem Plus von 55 Prozent. Der Wert der Nettoimporte an Erdgas belief sich in diesem Zeitraum auf 23,1 Milliarden Euro, das war doppelt so viel wie von Januar bis November 2020.
Die Zahlen fußen auf Berechnungen des Energieexperten Hans-Wilhelm Schiffer und wurden zuerst im „Energie Informationsdienst“ veröffentlicht. Schiffer ist Mitglied im Studies Committee des World Energy Council, London, sowie Vorsitzender der Redaktionsgruppe Energie für Deutschland des Weltenergierats in Deutschland.
Die extremen Preisanstiege im Dezember 2021 sind in Schiffers Berechnungen noch nicht erhalten, weil noch nicht alle erforderlichen Daten vorliegen.
2021 musste Deutschland 71 Prozent seines Energiebedarfs aus Einfuhren decken, rechnet Schiffer vor. Der mit Abstand wichtigste Lieferant von Energierohstoffen war wie in den Vorjahren Russland: „Bei Rohöl, Erdgas und Steinkohle steht Russland auf Platz eins“, schreibt Schiffer.
Rund die Hälfte der Einfuhren an Erdgas und Steinkohle stammte demnach 2021 aus Russland. Bei Rohöl lag der Anteil der russischen Lieferungen an den gesamten Importen bei einem Drittel. „Damit trugen die Bezüge von Rohöl, Erdgas und Steinkohle aus Russland zu rund einem Viertel zur Deckung des Primärenergieverbrauchs der Bundesrepublik Deutschland bei“, schreibt Schiffer.