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Ifo-Barometer Beschäftigungsaussichten so gut wie zuletzt vor der Pandemie

Industrieunternehmen wagen sich langsam wieder an Neueinstellungen heran, und auch Dienstleister bauen trotz des Lockdowns Personal auf, zeigt das Ifo-Beschäftigungsbarometer.
30.03.2021 - 04:00 Uhr Kommentieren
Die zaghafte Erholung der Industrie zeigt sich allmählich auch auf dem Arbeitsmarkt. Quelle: imago images / Rainer Weisflog
Waggonbau in Bautzen

Die zaghafte Erholung der Industrie zeigt sich allmählich auch auf dem Arbeitsmarkt.

(Foto: imago images / Rainer Weisflog)

Berlin Trotz der stark steigenden Corona-Infektionszahlen und der Ungewissheit über die weiteren Schritte in der Pandemiebekämpfung sind die Unternehmen bei ihren Personalplanungen deutlich optimistischer als im Vormonat. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer, das die Münchener Konjunkturforscher monatlich exklusiv für das Handelsblatt berechnen, ist im März deutlich auf 97,6 Punkte gestiegen – nach 94,5 Punkten im Februar.

Das sei der höchste Wert seit Februar 2020, sagt Ifo-Experte Klaus Wohlrabe: „Der Arbeitsmarkt setzt zur Erholung an, trotz des Lockdowns.“ Das Barometer basiert auf den Beschäftigungsabsichten von rund 9000 Unternehmen.

Vor allem die Erholung der Industriekonjunktur schlägt langsam auch auf die Beschäftigung durch. Seit März 2019 überstieg im verarbeitenden Gewerbe die Zahl der Unternehmen, die Personal abbauen wollten, stets die Zahl der Firmen, die einen Beschäftigungsaufbau planten.

Aktuell halten sich Abbau- und Aufbaupläne etwa die Waage, die Industrieerholung motiviere Unternehmen zu ersten Neueinstellungen, sagt Wohlrabe: „Insbesondere die Elektroindustrie sucht neue Mitarbeiter.“

Logistik- und IT-Branche stellen ein

Getrieben durch die Logistik und die IT-Branche haben sich auch im Dienstleistungssektor die Beschäftigungserwartungen spürbar verbessert. Erstmals seit November 2020 wollen wieder mehr Unternehmen Personal auf- statt abbauen. Weiter angespannt ist die Lage im Einzelhandel, wo es immer noch zu Entlassungen kommt, im Großhandel herrscht leichter Optimismus. Im Baugewerbe gibt es wenig Bewegung.

Auch das Arbeitsmarktbarometer des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ist trotz der unsicheren Lage erneut gestiegen. Der Indikator, der auf einer monatlichen Umfrage unter allen lokalen Arbeitsagenturen beruht, stieg im März gegenüber dem Vormonat um 0,7 Zähler auf 101,7 Punkte, was ebenfalls den höchsten Stand seit Februar 2020 markiert.

„Am Arbeitsmarkt stehen die Zeichen auf Erholung“, sagt IAB-Experte Enzo Weber. Sowohl bei der Beschäftigungsentwicklung als auch der Arbeitslosigkeit zeigten sich positive Signale. Die Verlängerung des Lockdowns sei allerdings erst nach Ende des Befragungszeitraums bis Mitte des Monats beschlossen worden.

Risiken für den Arbeitsmarkt bleiben bestehen

„Die Risiken der Pandemie bleiben immens. Die Krise ist in den nächsten Monaten noch nicht vorbei“, warnte Weber. Entsprechend hatte das IAB in der vergangenen Woche einen eher verhaltenden Ausblick für das Gesamtjahr veröffentlicht.

Demnach wird die Arbeitslosigkeit 2021 im Jahresdurchschnitt um 110.000 Personen zurückgehen. Auch die Erwerbstätigkeit erholt sich im Jahresverlauf zwar spürbar, sinkt im Jahresdurchschnitt aber um 80.000 Personen. Dabei gehen die Forscher von einem Wirtschaftswachstum von 3,4 Prozent aus.

Einen Beschäftigungsabbau erwartet das IAB vor allem in den weiter vom Lockdown betroffenen Bereichen Handel, Verkehr und Gastgewerbe. Hier wird es der Prognose zufolge im Jahresdurchschnitt 30.000 Stellen weniger geben. Trotz der positiven Signale aus der Industrie gehen die Forscher davon aus, dass auch im produzierenden Gewerbe 90.000 Beschäftigte weniger arbeiten werden als im Vorjahr.

Ein teils kräftiges Beschäftigungsplus wird für den Bau, den öffentlichen Dienst, den Erziehungs- und Gesundheitssektor und die Informations- und Kommunikationsbranche prognostiziert.

Mehr: Tschüss Routinearbeit: Das sind die Top-Jobs im Jahr 2030

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