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Interview Gesundheitsminister„Manchen Ärzten ist die Digitalisierung einfach zu anstrengend“ – Jens Spahn zieht Bilanz

Der Gesundheitsminister verteidigt seine Digitalisierungs-Bilanz, spricht über die Hürden Datenschutz und Föderalismus – und, was Patienten in Zukunft erwartet.Jan Hildebrand, Jürgen Klöckner 01.11.2021 - 04:00 Uhr Artikel anhören

Jens Spahn zieht Bilanz über die Digitalisierungsprojekte in der Gesundheitsbranche.

Foto: obs

Berlin. Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht das Gesundheitswesen vor einer tief greifenden Veränderung. „Diese Legislatur markiert eine Zeitenwende in der Digitalisierung des Gesundheitswesens”, sagte Spahn. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens war eines der Großprojekte von Spahn. In dem Interview zieht er Bilanz – und erklärt, was die Digitalisierung in Deutschland so schwierig macht.

Spahn, der auch als möglicher Kandidat für den CDU-Chefposten gehandelt wird, wollte sich zu Parteifragen nicht äußern. Umso vehementer verteidigte er sich gegen Kritik, seine Digitalisierungsvorhaben wie die elektronische Patientenakte, das elektronische Rezept und die App auf Rezept seien noch nicht im Alltag der Patienten angekommen.

„Entscheidend ist doch, dass es vorangeht”, sagte Spahn. Er räumte außerdem ein, dass der für 1. Januar geplante flächendeckende Start des elektronischen Rezepts „schrittweise” erfolgen werde. Er sei aber überzeugt, dass sich das auf Dauer durchsetzen werde. „Wie der digitale Boarding Pass beim Fliegen”, sagte Spahn.

Scharfe Kritik übte Spahn am Bundesbeauftragten für den Datenschutz Ulrich Kelber. „Der Bundesbeauftragte für Datenschutz hat die Digitalisierung nicht einfacher gemacht. Da wünsche ich der neuen Koalition eine konstruktivere Zusammenarbeit”, sagte Spahn. Kelber kritisierte die Einführung der elektronischen Patientenakte, die gegen die Europäische Datenschutz-Grundverordnung verstoße.

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