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KonjunkturEU-Kommission erwartet mehr Wachstum – Deutschland bremst

Die EU-Kommission hebt ihre Konjunkturprognose an, weil der Trump-Schock weniger stark war als befürchtet. Doch die deutsche Wirtschaft bleibt weiter hinter den anderen Staaten zurück.Carsten Volkery 17.11.2025 - 11:00 Uhr Artikel anhören
EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis: Europas Wirtschaft läuft besser als erwartet. Foto: Bloomberg

Brüssel. Deutschlands lahmende Wirtschaft bremst die Konjunktur Europas. In ihrer Herbstprognose erwartet die EU-Kommission für die Bundesrepublik ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent in diesem Jahr – deutlich unter dem Schnitt der Euro-Zone von 1,3 Prozent. Erst im kommenden Jahr soll Deutschland mit 1,2 Prozent Wachstum wieder das Durchschnittsniveau erreichen.

Die Investitionen in Deutschland gehen der Prognose nach dieses Jahr um 0,8 Prozent zurück. In den beiden Folgejahren sollen sie jedoch wieder zulegen – um 3,5 Prozent und 3,8 Prozent.

Insgesamt hellt sich die ökonomische Lage in Europa der Prognose zufolge auf, weil die schlimmsten Befürchtungen zur US-Handelspolitik aus dem Frühjahr nicht eingetreten sind. Die ersten drei Quartale hätten über den Erwartungen gelegen, teilte die Kommission mit. Auch für die kommenden Monate gebe es ein „positives Momentum“.

Deshalb erhöhte sie ihre Wachstumsprognose deutlich: Statt 0,9 Prozent, wie in der Frühjahrsprognose im Mai erwartet, soll die Wirtschaftsleistung der Euro-Zone dieses Jahr um 1,3 Prozent wachsen. Die Handelsdeals der US-Regierung unter Donald Trump mit der EU und anderen Handelspartnern hätten die Unsicherheit reduziert, schrieb die Brüsseler Behörde.

Obendrein seien die US-Zölle auf EU-Produkte niedriger als die Zölle für viele andere Länder. Deshalb hätten EU-Unternehmen einen „relativen Vorteil“.

Sorge vor Börsen-Crash

„Selbst in einem widrigen Umfeld ist die EU-Wirtschaft gewachsen“, sagte EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis. Um weiter zu wachsen, müsse die EU jetzt „entschlossen handeln“, insbesondere beim Bürokratieabbau, dem Abbau der nationalen Hürden im Binnenmarkt und der Innovationsförderung.

Die Kommission sieht jedoch noch mehrere Abwärtsrisiken. Jede Eskalation geopolitischer Spannungen könne zu neuen Lieferschocks führen. Auch könne eine Korrektur an den Aktienmärkten, insbesondere bei den US-Technologiewerten, die Anlegerstimmung trüben und die Finanzierungskonditionen für Unternehmen verschlechtern.

Nicht zuletzt aufgrund der höheren Verteidigungsausgaben steigt die Staatsverschuldung in der Euro-Zone laut Prognose an – von 88,8 Prozent der Wirtschaftsleistung in diesem Jahr auf voraussichtlich 90,4 Prozent im Jahr 2027. Für Deutschland sieht die Prognose einen überdurchschnittlich starken Anstieg der Schuldenquote in dem Drei-Jahres-Zeitraum – von 63,5 Prozent auf 67 Prozent.

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Die Inflation sieht die Kommission unter Kontrolle, sie dürfte dem langfristigen Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) entsprechen. Die Kommission erwartet für 2025 in der Euro-Zone eine Inflation von 2,1 Prozent, für 2026 1,9 Prozent und für 2027 zwei Prozent. In Deutschland soll sie von 2,3 Prozent in diesem Jahr auf 1,9 Prozent im Jahr 2027 sinken.

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