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KriegBundesregierung erwägt Kauf von Patriot-Systemen für die Ukraine

Die ukrainische Luftabwehr schwächelt, Berlin will mit Käufen in den USA helfen. Dafür telefonierte Bundeskanzler Friedrich Merz offenbar mit US-Präsident Donald Trump. 04.07.2025 - 16:34 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Der ukranische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor einem Flugabwehrraketensystem vom Typ Patriot. Foto: Jens Büttner/dpa

Düsseldorf. Die Bundesregierung erwägt, Patriot-Systeme oder andere Flugabwehrwaffen für die Ukraine in den USA zu erwerben. Dies erklärte Regierungssprecher Stefan Kornelius am Freitag in Berlin. Ziel sei, die ukrainische Luftabwehr zu stärken.

Die Bundesregierung ist laut der Nachrichtenagentur Bloomberg bereit, Kiew zwei zusätzliche Patriot-Systeme sowie dazugehörige Abfangraketen zur Verfügung zu stellen. Zudem wolle Berlin die vollen Kosten für die dringend benötigten Lieferungen übernehmen. Die Agentur beruft sich auf eine mit der Sache vertraute Person.

Die Lieferungen würden durch ein bilaterales Abkommen zwischen Deutschland und den USA ermöglicht, fügte der Beamte demnach hinzu. Berlin habe Washington das Patriot-Abkommen vor einigen Wochen vorgeschlagen. Die Entscheidung über die Lieferung der Ausrüstung liege nun bei US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, sagte der Beamte. Die Flugabwehr-Systeme kosten ohne Munition etwa eine halbe Milliarde Euro.

Merz telefonierte offenbar mit Trump

Für eine entsprechende Einigung hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach Informationen des „Spiegels“ am Donnerstag mit US-Präsident Donald Trump telefoniert. Gegenstand des Gesprächs war demnach die Lage in der Ukraine, einschließlich der Stärkung der Luftverteidigung des Landes. Zusagen machte der US-Präsident dem Vernehmen nach nicht.

Kornelius bestätigte in der Regierungspressekonferenz am Freitag, Merz habe sich in Telefonaten in den vergangenen Tagen „sehr stark für die Unterstützung der Ukraine bei der Flugabwehr eingesetzt“.

Bundeskanzler Friedrich Merz telefoniert einem Bericht zufolge mit Donald Trump. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Hintergrund ist ein von den USA angekündigter Lieferstopp für unterschiedliche der Ukraine zuvor zugesagten Waffen. „Es gibt verschiedene Wege, diese Lücke wieder aufzufüllen“, sagte dazu Kornelius.

Die Möglichkeit einer Beschaffung solcher Systeme sei eine davon. Kornelius betonte, die Angelegenheit sei dringlich. Er könne Entscheidungen aber „nicht vorweggreifen“.

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Eine verlässliche Luftverteidigung ist für die Ukraine jüngst noch dringlicher geworden. Die Vorräte werden knapp, Moskau verstärkt seine Angriffe auf ukrainische Städte.

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Dass Trump seine Entscheidung revidiert, scheint unwahrscheinlich. Der frühere Präsident Joe Biden habe das „ganze Land geleert, um ihnen Waffen zu geben, und wir müssen sicherstellen, dass wir genug für uns selbst haben“, sagte er am Donnerstag.

Trump deutete jedoch an, dass er die Hilfen für die Ukraine nicht vollständig einstellen wolle. „Wir haben der Ukraine so viele Waffen gegeben“, sagte er. Man wolle weiter mit der Ukraine zusammenarbeiten und „versuchen, ihnen zu helfen“.

jsb
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