Sicherheit: Beschaffungschefin der Bundeswehr hat „keine Zeit für lange Prozesse“
Koblenz. Die Präsidentin des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw), Annette Lehnigk-Emden, sieht neue Hürden für die Ausrüstung der Bundeswehr.
Denn bis sich eine neue Bundesregierung konstituiert hat, bremse die vorläufige Haushaltsführung ihre Pläne zur Modernisierung und Aufrüstung der Bundeswehr, warnt die Juristin im Interview mit dem Handelsblatt.
Im vergangenen Jahr hat Lehnigk-Emdens Behörde ein ordentliches Tempo vorgelegt. Die Planungsphasen wurden stark verkürzt, Ausnahmeregelungen im EU-Vergaberecht angewandt und marktverfügbare Produkte bevorzugt. „Wir waren eine viel gebashte Behörde“, sagt sie im Interview mit dem Handelsblatt. „Aber wir haben gezeigt, was wir können.“
Wenn die Bundeswehr bis spätestens 2029 kriegstüchtig sein wolle, müsse es in dieser Effizienz eigentlich weitergehen, fordert die BAAINBw-Präsidentin. Daher solle die Politik über eine Art Sonderrecht für die schnellstmögliche adäquate Ausstattung der Truppe nachdenken, so wie es das auch im Fall der Flüssiggasterminals gab.
Am Mittwoch wird Lehnigk-Emden bei der Handelsblatt-Konferenz „Sicherheit und Verteidigung 2025“ auftreten, die seit Montag in Berlin stattfindet.