Ukraine-Krise: Kampf ums Erdgas: Wie Deutschland die Versorgung retten will
LNG könnte sich als Alternative zu Putins Pipelines herausstellen.
Foto: action pressBerlin, Brüssel, Washington. Die angespannte Gasversorgungslage entwickelt sich zur Bewährungsprobe für Gasimporteure und für die Politik. Angesichts dramatisch niedriger Speicherfüllstände konzentrieren sich alle Hoffnungen auf verflüssigtes Erdgas (LNG), das per Tanker nach Europa verschifft wird. Dabei rückt Katar als potenzieller Lieferant in den Fokus. Aber auch Schiffsladungen aus den USA spielen eine wichtige Rolle.
„Russland erfüllt seine Verträge, liefert aber darüber hinaus kein zusätzliches Gas“, hieß es bei Uniper, Deutschlands größtem Gasimporteur. Ein vollständiger Ausfall der derzeitigen russischen Lieferungen wäre „schwierig zu kompensieren“. Die Hoffnungen ruhen bei Uniper daher auf LNG. Die LNG-Lieferungen lägen auf einem „erfreulich hohen Niveau“. Die Verfügbarkeit von LNG auf dem globalen Markt sei „derzeit sehr gut“. Ein Grund sei die relativ niedrige Nachfrage in Asien.
Doch die Kalkulation, man könne allein mit US-Gaslieferungen den europäischen Markt versorgen, hat sich als unhaltbar erwiesen. Eon-Chef Leonhard Birnbaum warnte bereits in der vergangenen Woche, mit LNG aus den USA könne man das Erdgas aus Russland nicht kompensieren. Die USA arbeiten daher zusammen mit Katar an einem Modell, um Europa verstärkt mit Gas aus dem Emirat zu versorgen.