US-Wahl: Darum könnte der Hitlergruß von Elon Musk Strategie sein
Düsseldorf. Kann es wirklich sein, dass der reichste Mann der Welt im Jahr 2025 auf offener Bühne den rechten Arm hebt, wie es bei italienischen und deutschen Faschisten in den 1930er-Jahren der Fall war? Ist es nur peinlich, wenn der US-Präsident am Tag seiner Vereidigung mit einem Säbel eine Torte schneidet? Und ist es harmlos, wenn ebenjener Milliardär und ebenjener Politiker sich regelmäßig inmitten von Wrestlern zeigen?
Der britische Soziologe und Historiker Richard Sennett von der London School of Economics hat in dem raumgreifenden Essay „Der darstellende Mensch“ den Zusammenhang zwischen Darstellung und Politik beschrieben. Er kommt darin zu zunächst wenig beruhigenden Ergebnissen: „Die Kunst des Schauspiels und der Darstellung ist janusköpfig und lässt sich nicht nach moralischen Vorgaben formen. Stattdessen besitzt sie die Macht, Menschen zu Reaktionen und Gefühlen zu verleiten, zu denen sie auf anderem Wege kaum gelangen könnten.“
Auch Trump und Musk wollen mit ihren Handlungen Gefühle wecken, und seien es ablehnende. Mit Hitlergruß und Säbeltanz sichern sie sich Aufmerksamkeit – in der heutigen Medienwelt die wohl wichtigste Währung.