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Wahlen„Die AfD bedient eine Nachfrage in der Wählerschaft“

Nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Marcel Lewandowsky ist die AfD in Thüringen und Sachsen aus Überzeugung gewählt worden. Das schwäche die etablierten Parteien auch im Bund erheblich.Dietmar Neuerer 02.09.2024 - 09:37 Uhr Artikel anhören
Björn Höcke (links) neben Mario Voigt (CDU) und Katja Wolf (BSW): Der Landesgruppenchef der AfD in Thüringen kann die anderen Parteien nun vor sich hertreiben. Foto: Michael Kappeler/dpa

Berlin. Der Kölner Rechtspopulismus-Forscher Marcel Lewandowsky wertet das starke Abschneiden der AfD in Thüringen und Sachsen nicht als Ausdruck von Protest. Vielmehr vertrete die Partei „genau die Positionen, die viele Menschen erwarten“. Die Tatsache, dass die Partei in beiden Ländern vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, habe „für viele Menschen keine abschreckende Wirkung mehr“.

In Thüringen kam die AfD als stärkste Partei auf 32,8 Prozent. Bei der Wahl in Sachsen erreichte sie 30,7 Prozent, stärkste Kraft wurde hier aber die CDU mit 31,9 Prozent. Die Ampelparteien SPD, Grüne und FDP mussten empfindliche Verluste hinnehmen. In beiden ostdeutschen Bundesländern zeichnet sich eine schwierige Regierungsbildung ab.

Vor allem Björn Höcke, Landeschef der AfD in Thüringen, sei durch diese Wahlerfolge jetzt in einer komfortablen Situation, sagte Lewandowsky dem Handelsblatt. „Kann ohne die AfD – in welcher Form auch immer – keine Regierung gebildet werden, kann Höcke für sich reklamieren, der einzige Pragmatiker zu sein, der den ,Volkswillen’ repräsentiert, während alle anderen vermeintlich undemokratisch agieren, indem sie ihn nicht einbinden wollen.“ Höcke könne auf Zeit spielen. „Er ist im Vorteil.“

Das führe auch zu bundespolitischen Konsequenzen, so Lewandowsky, vor allem für die Kanzlerpartei SPD. „Intern dürften spätestens jetzt die Diskussionen darüber losgehen, wie und mit wem man in den nächsten Bundestagswahlkampf ziehen will“, sagte er.

Lesen Sie hier das Interview in voller Länge:

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