Zukunftsausgaben: Diese Zahl ist ein Alarmzeichen für den Hightech-Standort Deutschland
In deutschen Unternehmen wird an Forschung und Entwicklung gespart.
Foto: age fotostock/Getty ImagesBerlin . Das erste Coronajahr hat die Innovationen der deutschen Wirtschaft kräftig gedämpft. Erstmals seit zehn Jahren sind die Ausgaben für Neuheiten wieder gesunken: um 3,6 Prozent auf 170,5 Milliarden Euro. Vor allem klassische Hightech-Branchen wie der Maschinenbau haben merklich gespart. Das zeigt das neue Innovationspanel des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), das dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE), die den Löwenanteil der Investitionsausgaben ausmachen, sind demnach um 6,3 Prozent zurückgegangen. „Nirgends sonst in Europa, mit Ausnahme Italiens, sind sie 2020 so stark gesunken wie bei uns – in zwei Drittel der Länder der Europäischen Union sind sie trotz Corona sogar gestiegen“, sagt ZEW-Experte Christian Rammer.
Der Anteil Deutschlands an den weltweit exportierten Hightech-Waren hat sich seit 1990 nahezu halbiert, China rückt vor. Das hängt auch mit der seit Langem nur noch langsam steigenden Produktivität zusammen, wie kürzlich eine Bertelsmann-Studie zeigte.
Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) äußerte sich besorgt über den Rückgang der Innovationsausgaben. Dennoch sei Deutschland „immer noch Innovationsland“. Zudem „deutet sich eine Trendwende an“, sagte sie dem Handelsblatt.