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Zukunftsfonds Bundestag bringt Zehn-Milliarden-Programm für Start-ups auf den Weg

Die Haushälter im Parlament machen den Weg frei für den Zukunftsfonds der Bundesregierung. Die Mittel sollen vor allem Gründern mit Expansionsplänen zugute kommen.
27.11.2020 Update: 27.11.2020 - 20:43 Uhr Kommentieren
Profitieren von dem Zukunftsfonds sollen vor alle junge Unternehmen, die expandieren wollen. Quelle: dpa
Start-up in NRW

Profitieren von dem Zukunftsfonds sollen vor alle junge Unternehmen, die expandieren wollen.

(Foto: dpa)

Berlin, Hamburg Es war kurz nach sechs Uhr morgens, als Finanzstaatssekretär Jörg Kukies an diesem Freitagmorgen via Twitter verkündete: „Der €10Mrd.-Zukunftsfonds für Beteiligungen an Startups kommt.“ Zuvor hatten die Haushaltspolitiker des Bundestages in ihrer gut 17-stündigen Bereinigungssitzung den Weg für das Vorhaben frei gemacht, mit dem die Bundesregierung mehr Wagniskapital für Gründer in Deutschland mobilisieren will.

Der "Beteiligungsfonds für Zukunftstechnologien" soll bis 2030 insgesamt zehn Milliarden Euro zur Verfügung stellen, und damit noch einmal das Doppelte an privaten Investitionen auslösen. Die Gelder sollen unter anderem über die Kreditanstalt für Wiederaufbau, den Europäischen Investitionsfonds und den High-Tech-Gründerfonds an Wagniskapitalgeber und Firmen fließen.

Der Beauftragte des Bundeswirtschaftsministeriums für die digitale Wirtschaft, Thomas Jarzombek, sprach von einer "guten Nachricht für die Wachstumsfinanzierung in Deutschland". Die meisten Elemente des Zukunftsfonds könnten nun 2021, die übrigen im Jahr 2022 verwirklicht werden, sagte der CDU-Politiker dem Handelsblatt.

Christian Miele, Präsident des Bundesverbands Deutsche Start-ups, begrüßte den Beschluss: „Damit hat der Bundestag die erforderlichen haushalterischen Voraussetzungen geschaffen, um die Start-up-Finanzierung in Deutschland signifikant zu verbessern“, sagte er.

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     Für den Erfolg des Instruments werde es in der weiteren Umsetzung aber entscheidend sein, frisches Kapital privater institutioneller Investoren zu mobilisieren. Hier komme dem neuen Dachfonds entscheidende Bedeutung zu.

    Mangel an Risikokapital

    An dem geplanten Dachfonds sollen sich Staat und institutionelle Anleger wie Versicherungen, Stiftungen oder Versorgungswerke beteiligen. Die Mittel sollen über Venture-Capital-Fonds dann direkt in Start-ups fließen. Aus Sicht der Gründerszene ist der Dachfonds das wichtigste Element, um über die staatliche Absicherung langfristig mehr risikoscheue Investoren als Kapitalgeber für Start-ups zu mobilisieren.

    Allerdings gibt es hier noch Abstimmungsbedarf zwischen Bundesfinanz- und Wirtschaftsministerium.

    Die Parlamentarische Geschäftsführerin der FDP-Fraktion, Bettina Stark-Watzinger, kritisierte, dass viele Elemente des Zukunftsfonds noch nicht ausgearbeitet seien – trotz der gut einjährigen Vorlaufzeit, die Finanz- und Wirtschaftsministerium gehabt hätten. „Insbesondere das fehlende Konzept beim so wichtigen Dachfonds ist nicht nachvollziehbar“, sagte sie. Damit müssten sich viele Start-ups noch gedulden.

    Investoren werten das Programm der Bundesregierung als positives Signal. Sie argumentieren, dass die öffentliche Hand mit solch einem Instrument unter dem Strich sogar Gewinn machen könnte – wenn auch bei hohem Investitionsrisiko.

    Der Zukunftsfonds der Bundesregierung „könnte eine veränderte Wahrnehmung ermöglichen und zeigen, wie Digitalisierung zum Nutzen aller aussehen kann“, sagte Uwe Horstmann vom Berliner Start-up-Finanzierer Project A. Damit könne die Tech-Branche einen Beitrag leisten zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.

    Auch Jarzombek argumentiert, dass sich die Investments auszahlen könnten: Der zur Verfügung stehende Kapitalstock solle sich "durch erfolgreiche Investments und Wiederanlage von Gewinnen vermehren und so die Grundlage für eine im Volumen wachsende Wiederanlage ohne Belastung des Haushalts schaffen", sagte er.

    Gründer und Investoren klagen seit langem über einen Mangel an Risikokapital in Deutschland. Während sich die Finanzierungsmöglichkeiten für Start-ups in der frühen Phase inzwischen deutlich verbessert haben, fällt es vielen Unternehmen schwer, höhere Millionenbeträge für die Wachstumsfinanzierung aufzutreiben. Erfolgversprechende Firmen greifen deshalb oft auf Kapitalgeber etwa aus den USA zurück – was die Gefahr der Abwanderung erhöht.

    Dabei sind die regulären Investitionssummen von Risikokapitalgebern in Start-ups in Deutschland 2020 trotz der Coronakrise bislang nicht gesunken. Laut dem Datenlieferanten Pitchbook lagen sie lediglich im zweiten Quartal vorübergehend niedriger, zogen aber anschließend deutlich an. Auch die Risikokapitalgeber selbst meldeten zuletzt größere neue Fonds – zuletzt HV Capital mit 535 Millionen Euro.

    Dennoch will der Bund auch die Coronahilfen für durch Risikokapitalgeber gestützte Start-ups verlängern. Ein Fonds der KfW Capital, der Investitionen von Risikokapitalgebern aufstockt, läuft eigentlich nur bis zum Jahresende. Wirtschafts- und Finanzministerium wollen die Laufzeit jedoch bis zum Sommer verlängern, die Gespräche laufen derzeit.

    Bislang seien bei KfW Capital und dem Europäischen Investitionsfonds 79 Anträge in Höhe von 1,17 Milliarden Euro eingegangen, sagte eine KfW-Sprecherin auf Anfrage. Davon seien 39 Anträge von Risikokapitalfonds über fast 860 Millionen Euro bereits bewilligt worden. Das Geld soll 350 Start-ups zugute kommen.

    Mehr: Fortsetzung der Finanzierungsrunden: Start-ups kommen gestärkt aus der Krise.

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