Gasversorgung: Ersatz für russische Gaslieferungen: Das erdgasreiche Kanada springt Europa bei
Kanada könnte Europa künftig in großen Mengen Flüssiggas liefern.
Foto: APOttawa. Für Robert Habeck ist klar: Deutschland muss unabhängig von russischem Gas werden. Bei seiner weltweiten Suche nach neuen Energiequellen steht mittlerweile auch das „befreundete Kanada“ auf der Prioritätenliste des Bundeswirtschaftsministers, wie er kürzlich nach einem Treffen mit dem kanadischen Wirtschafts- und Innovationsminister François-Philippe Champagne konstatierte. Ein zentraler Punkt sei die Versorgung Deutschlands mit verflüssigtem Erdgas (LNG).
Die Botschaft ist angekommen, wie der kanadische Erdgasverband bestätigt. Man stehe mit den europäischen Botschaften in regem Austausch. Es gehe darum, Europa aus dem Energiedilemma zu helfen, heißt es. Konkreter wurde jetzt das kanadische Energieunternehmen Pieridae Energy Ltd. mit Hauptsitz in Calgary. Der Konzern erwägt, Pläne für den Bau eines LNG-Terminals an der Atlantikküste für Exporte nach Deutschland wieder aufleben zu lassen.
Im vergangenen Sommer noch hatte Pieridae das Vorhaben, an der Küste der Atlantikprovinz Nova Scotia ein Terminal zu bauen, aus Kosten- und Termingründen aufgegeben. Chief Executive Officer Alfred Sorensen hatte damals erklärt, „eine neue Richtung“ einschlagen zu wollen. „Die Welt hat sich sehr verändert“, sagt Sorensen nun und holt die alten Pläne wieder aus der Schublade.