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AfghanistanTaliban übernehmen Macht in Afghanistan – Hat der Westen versagt?

Die Taliban haben ihren Sieg erklärt. In Afghanistan droht nicht nur eine humanitäre Katastrophe – auch die geopolitischen und ökonomischen Folgen sind nicht zu unterschätzen.Jens Münchrath und Mathias Brüggmann 16.08.2021 - 07:00 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Erinnerungen an Saigon: Wieder kreist ein Hubschrauber des US-Militärs über der Hauptstadt eines Landes, das man zur Demokratie führen wollte, wieder muss er die eigenen Staatsangehörigen retten.

Foto: AP

Düsseldorf, Berlin. Manchmal zeigt sich die ganze Wucht der Geschichte in einem einzigen Bild. Ein amerikanischer Transporthubschrauber über der US-Botschaft in Kabul. Im Hintergrund eine Moschee, am Horizont der Hindukusch. Die Weltmacht beginnt damit, ihre Diplomaten aus der afghanischen Hauptstadt zu evakuieren.

Es soll nicht nach Flucht aussehen. Es sollen keine Erinnerungen wach werden an jenes Bild, das als „Saigon-Moment“ Weltberühmtheit erlangte: Das symbolträchtige Foto aus dem April 1975 zeigt einen Militärhubschrauber auf dem Dach eines Hauses in Saigon, wo ängstliche Amerikaner auf ihre Evakuierung warten. Es steht für den übereilten Abzug der geschlagenen US-Truppen aus Vietnam.

Die Amerikaner haben in Afghanistan keine klare militärische Niederlage erlitten wie in Vietnam. Aber mit ihrer Entscheidung, ihre Truppen abzuziehen, haben sie den Sieg der Taliban erst möglich gemacht.

Jetzt überschlagen sich die Ereignisse. In wenigen Wochen haben die radikalislamischen Taliban das komplette Land zurückerobert – die strategisch wichtigen und symbolträchtigen Städte Herat und Kandahar, die Wirtschaftszentren im Westen und im Süden des Landes bereits am Donnerstag. Am Samstag nahmen sie ohne großen Widerstand Masar-i-Scharif im Norden ein, wo die Bundeswehr bis zu ihrem Abzug im Juni ihr Hauptquartier in dem Land hatte. Am Sonntag rückten die „Gotteskrieger“ auch mehr oder weniger kampflos in Dschalalabad ein, der Hauptstadt der Provinz Nangarhar im Osten des Landes. Am Sonntag dann in Kabul, der bis dahin amtierende Präsident floh.

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