Alexander Krone im Interview: Nato-Kommandeur: „Unsere hohe Einsatzbereitschaft hat einen Preis für andere Einheiten“
Der Nato-Kommandeur in Hannover.
Foto: IMAGO/localpicHerr General, Waffenlieferungen für die Ukraine beschäftigen die Republik seit bald einem Jahr, die Zahl selbst ernannter Panzerexperten ist hoch. Fühlen Sie sich schon wie ein Virologe in der Corona-Pandemie?
Eigentlich nicht. Ich reihe mich nicht unter die Experten ein, die jeden Tag Ratschläge zur Lage in der Ukraine geben. Ich habe genug mit den 5000 Mann meiner Brigade zu tun – und den knapp 11.500 in der gesamten Nato Response Force (Land).
Wäre es nicht sinnvoll, wenn hohe Offiziere der Bundeswehr, wie Sie es sind, Ihr militärisches Wissen mehr in die Debatte einbringen?
Das Interesse an der Bundeswehr ist gewachsen. In Uniform wird man kaum noch schräg angeschaut. Wir werden auf der Straße und in der Bahn positiv angesprochen. Die Bündnisverteidigung beschäftigt die Menschen mehr als die Einsätze in Afghanistan oder Mali. In vielen TV-Runden sehe ich ehemalige Generale, die Wehrbeauftragte, Vertreter des Bundeswehrverbands und Fachpolitiker aus dem Verteidigungsausschuss. Insofern ist Expertenwissen präsent – auch zu Panzern.