Analyse: Drei Lehren aus der Wahl in den Niederlanden
Geert Wilders. „Es wird dunkler in Europa“, lautet einer der Kommentare nach dem Wahlsieg des Rechtspopulisten.
Foto: IMAGO/ANPBrüssel. Geert Wilders gab sich staatsmännisch, als er am Mittwochabend vor seine Anhänger in Scheveningen trat. Er spüre nun eine enorme Verantwortung, sagte der rechte Politiker. Er wolle Premierminister aller Niederländer sein, „egal, woher sie kommen“.
Seine Partei für die Freiheit (PVV) wird laut Hochrechnung vom Donnerstagmorgen im neuen Parlament mit 37 Mandaten vertreten sein – mehr als doppelt so viele wie bisher.
Auf dem zweiten Platz landete mit voraussichtlich 25 Sitzen das rot-grüne Bündnis von Frans Timmermans. Der ehemalige EU-Kommissar hatte die Wähler dazu aufgerufen, einen Rechtsruck zu verhindern – offenbar vergeblich.
Abgestraft wurde nach 13 Regierungsjahren die rechtsliberale VVD von Ministerpräsident Mark Rutte, der nicht mehr zur Wahl stand. Unter der neuen Spitzenkandidatin, Justizministerin Dilan Yesilgöz, erhielt die Partei nur noch 24 Sitze. Die erst vor drei Monaten gegründete Partei Neuer Gesellschaftsvertrag (NSC) von Pieter Omtzigt wurde aus dem Stand viertstärkste Kraft mit 20 Sitzen.
Ein erstes Auszählungsergebnis wird am Donnerstag erwartet, das offizielle Endergebnis am Freitag. Auf der Basis der Hochrechnung lassen sich aber bereits drei Lehren aus der Wahl ziehen.