Anleihemarkt: Bessent gibt Schuldengarantie – „USA werden nie in Verzug geraten“
New York. US-Finanzminister Scott Bessent versucht, die Anleihemärkte mit einer klaren Aussage zu beruhigen. Die USA würden „niemals in Verzug geraten“, erklärte Bessent in der Sendung „Face the Nation“ auf dem Sender CBS. „Wir werden niemals gegen diese Mauer stoßen.“
Der Finanzminister steht unter Zeitdruck. Wall-Street-Analysten gehen davon aus, dass die Staatsschulden der USA zwischen Ende August und Mitte Oktober die rechtlich zulässige Obergrenze erreichen werden. Dann dürfte die Bundesregierung keine weiteren Schulden aufnehmen, um ihre Verpflichtungen weiter zu erfüllen. Auch deutsche Ökonomen wie Hans-Werner Sinn hatten zuletzt vor der Gefahr eines Staatsbankrotts gewarnt.
Unter der Regierung von Präsident Joe Biden gab es eine Auseinandersetzung um die Schuldenobergrenze im Jahr 2023. Damals wurde sie ausgesetzt, im Januar 2025 aber wieder eingeführt. Die Schuldenobergrenze liegt bei 36,1 Billionen US-Dollar.
Bessent will sich nicht festlegen, an welchem Tag die USA keine neuen Kredite mehr aufnehmen können. Doch im vergangenen Monat hatte er vor Abgeordneten erklärt, dass die Schuldenobergrenze im August erreicht sein könnte.
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„Wir werden das Defizit langsam abbauen“, sagte Bessent nun. „Es ist ein langer Prozess, und das Ziel ist, es in den nächsten vier Jahren zu verringern.“
Führende Republikaner im Kongress hatten immer wieder darauf gedrängt, die umfangreichen Steuersenkungen von US-Präsident Donald Trump nur zu beschließen, wenn gleichzeitig das Steuerlimit angehoben werde. Der US-Senat soll sich diese Woche erneut mit dem Gesetzentwurf befassen.
Der Chef der US-Großbank JP Morgan, Jamie Dimon, hatte vor einem ein Schock auf dem Anleihemarkt gewarnt, wenn das Gesetz in Kraft trete. Ohnehin sind die Kurse von US-Anleihen zuletzt stark gesunken, weil die US-Politik für Unsicherheiten bei Unternehmen sorgt und das Vertrauen der Anleger schwindet, dass die USA ihre Schulden zurückzahlen können werden.
Bessent kritisierte Dimon bei CBS für diese Aussage. „Ich kenne Jamie Dimon schon sehr lange, und er hat in seiner gesamten Laufbahn immer wieder solche Vorhersagen gemacht“, sagte der Finanzminister. „Glücklicherweise hat sich keine von ihnen bewahrheitet.“
Die Schuldenobergrenze wurde 1917 eingeführt, um die Kriegsfinanzierung im Ersten Weltkrieg zu vereinfachen. Seitdem wurde sie über 100 Mal angehoben oder angepasst.