Bill Gates: „Wir werden weniger arbeiten müssen als heute“
„Angesichts der alternden Gesellschaft und der fehlenden Fachkräfte müssen wir Arbeitskräfte effizienter machen.“
Foto: Getty ImagesDüsseldorf. Der Microsoft-Gründer Bill Gates spricht im Interview mit Handelsblatt-Chefredakteur Sebastian Matthes über Künstliche Intelligenz, den deutschen Atomausstieg und die nächsten drohenden Krisen.
Herr Gates, Sie beschäftigen sich mit den großen Bedrohungen für die Menschheit, mit Pandemien, Hungersnöten und der Klimakrise. Lassen Sie uns mit einem Blick in die Zukunft beginnen: Wie wird die Welt in zehn oder 15 Jahren aussehen?
Es wird den Menschen insgesamt besser gehen. Wir werden riesige Fortschritte im Kampf gegen Krebs sehen, die Kindersterblichkeit wird niedriger sein, und die Menschen werden länger leben.
Viele dürften Ihrem Optimismus angesichts der Gleichzeitigkeit großer Krisen aktuell kaum folgen, wir erleben einen Krieg in Europa, wir stecken mitten in einer Energiekrise und sehen die verheerenden Folgen des Klimawandels.
All das sind große Rückschläge. Der Krieg in der Ukraine ist furchtbar. Auch die fatalen Folgen der Klimakrise werden wir in den kommenden Jahren sehen. Die Weltgemeinschaft muss in der Lage sein, an mehreren Problemen gleichzeitig zu arbeiten, nicht nur an einem. Das ist eine große Herausforderung. Ich glaube trotzdem, dass es immer noch besser sein wird, in zehn Jahren oder 20 Jahren geboren zu werden als heute. Grund dafür ist, dass die Innovationsgeschwindigkeit in vielen Bereichen zunimmt.