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BraindrainEU will Forscher aus den USA mit 500-Millionen-Paket anwerben

Die US-Regierung schränkt die Wissenschaftsfreiheit ein und streicht Gelder für Universitäten. Das will die EU als Chance nutzen. Sie kündigt neue Förderungen und eine Gesetzesänderung an.Jakob Hanke Vela, Felix Stippler 05.05.2025 - 16:30 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Ursula von der Leyen in Paris: Die Kommissionspräsidentin hält die wissenschaftsfeindliche US-Politik für eine „gigantische Fehleinschätzung“. Foto: AFP

Brüssel, Paris. Die Europäische Union will Donald Trumps politische Angriffe auf Universitäten nutzen, um führende Forscherinnen und Forscher abzuwerben. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat am Montag in Paris ein 500 Millionen Euro umfassendes Programm vorgestellt, um gezielt internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anzuziehen. Außerdem kündigte sie ein neues Gesetz an, um die Freiheit der wissenschaftlichen Forschung EU-weit zu verankern.

Zwar nannte von der Leyen die Vereinigten Staaten nicht ausdrücklich, ihre Warnung war jedoch unmissverständlich: „Die Investitionen in grundlegende, freie und offene Forschung werden infrage gestellt“, sagte sie bei der Vorstellung der Initiative „Choose Europe for Science“ an der Universität Sorbonne. „Was für eine gigantische Fehleinschätzung!“

Europa werde „in einer Zeit, in der die Bedrohungen“ gegen die Forschungsfreiheit zunähmen, „kompromisslos zu seinen Grundsätzen stehen“, so die Kommissionspräsidentin. „Wir sind uns alle einig, dass die Wissenschaft keinen Pass, kein Geschlecht, keine ethnische Zugehörigkeit und keine Zugehörigkeit zu einer politischen Partei hat.“

Trumps Regierung hat die Fördermittel für Universitäten und die Budgets von Behörden zuletzt deutlich gekürzt. Zudem ging er mit einem Dekret gegen Programme vor, die Vielfalt an Hochschulen fördern sollen. Denn der Präsident wähnt Akademiker in Amerika unter dem Einfluss einer linken politischen Agenda.

Längere Laufzeit von Förderungen

Von den Maßnahmen sind vornehmlich Geistes- und Sozialwissenschaftler betroffen, aber auch die Gesundheits-, Klima- und Energieforschung. Laut einer Erhebung des Fachblatts „Nature“ ziehen bereits 75 Prozent der befragten Wissenschaftler einen Wegzug aus den USA in Betracht.

Die EU will diejenigen Forschenden, die als neuen Standort Europa wählen, stärker finanziell unterstützen. Die Fördersumme werde im laufenden Jahr verdoppelt. „Bereits jetzt unterstützen wir über den Europäischen Forschungsrat Forscherinnen und Forscher, die nach Europa umziehen, mit einer Aufstockung unserer Finanzhilfe“, sagte von der Leyen. „Jetzt verdoppeln wir den Betrag, den sie in diesem Jahr erhalten können. Und ich möchte diese Unterstützung auf 2026 und 2027 ausweiten.“

Zusätzlich möchte die Kommission eine neue „Superförderung“ schaffen, mit der Forschende längerfristige Verträge erhalten können. Bisher sind die Förderungen über das europäische Exzellenzprogramm auf fünf Jahre befristet, künftig sollen sieben Jahre möglich sein. Neben der Anwerbung von etablierten Forschenden will die EU gezielt auch junge Talente fördern.

Fünfte Freiheit für den Binnenmarkt

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Die akademische Freiheit werde man überdies gesetzlich verankern, kündigte von der Leyen an. Ziel sei es, neben den vier Grundfreiheiten im EU-Binnenmarkt (dem freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Personen) den freien Austausch von Wissen und Daten als fünfte Freiheit zu etablieren und so den Europäischen Forschungsraum zu stärken.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte zuvor für eine europäische Offensive geworben, um Forscher nach Europa zu locken. Er will die durch Trumps Repressalien entstehende Chance im globalen Wettbewerb um die klügsten Köpfe nutzen. Talente sollten nicht nur mit zusätzlichen Geldern, sondern vor allem mit einem ideellen Wert geködert werden, forderte Macron: mit Europa als Bastion der Wissenschaftsfreiheit, in der es keine akademischen Tabus gebe.

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