Dominikanische Republik: Amtsinhaber Abinader gewinnt Präsidentschaftswahlen
Santo Domingo. Bei den Präsidentschaftswahlen in der Dominikanischen Republik hat der populäre Amtsinhaber und Korruptionsbekämpfer Luis Abinader nach vorläufigen Ergebnissen gewonnen. „Heute erstrahlt unser Land in seinem eigenen Licht“, sagte Abinader am Sonntag (Ortszeit) vor jubelnden Anhängern in der Parteizentrale.
Er rief zu einem Land „ohne Unterschiede, ohne Sektierertum und ohne Parteifarben“ auf. Nach Auszählung von rund 44 Prozent der Stimmen kam Abinader auf 59,09 Prozent, gefolgt vom dreimaligen Ex-Präsidenten Leonel Fernandez mit 26,94 Prozent, wie aus vorläufigen Angaben der zentralen Wahlbehörde des karibischen Inselstaates hervorgeht.
Das Endergebnis steht zwar noch aus, der 56-jährige Abinader kam aber auf deutlich über 50 Prozent der Stimmen. Damit ist eine Stichwahl ausgeschlossen. Der Wahlsieg Abinaders wurde von seinen Herausforderern Fernandez und Abel Martinez anerkannt.
Abinader gehört zu den beliebtesten Präsidenten Lateinamerikas. Laut einer Umfrage vom September liegt seine Popularität bei 70 Prozent. In seiner Siegesrede kündigte Abinader unter anderem weitere Maßnahmen gegen die Korruption an, erwähnte das harte Vorgehen der Regierung gegen Migranten aus Haiti und die dortige Krise aber kaum.
Es wurde erwartet, dass die Moderne revolutionäre Bewegung des Präsidenten auch bei den Wahlen zum Kongress, die ebenfalls am Sonntag abgehalten wurden, eine Mehrheit erzielte. Damit hätte Abinader freie Hand bei der Umsetzung seiner Vorhaben.
» Lesen Sie auch: Banden erobern Haiti – der Westen verliert sein ärmstes Land
Abinaders Anti-Korruptions-Agenda und sein Engagement zur Förderung der Wirtschaft der Dominikanischen Republik haben bei vielen der acht Millionen Wähler in dem Karibikstaat Anklang gefunden. Ein Großteil seiner Popularität wurde jedoch vom harten Vorgehen der Regierung gegen Haitianer an der gemeinsamen Grenze mit dem krisengeschüttelten Nachbarn genährt. Hunderttausende Menschen aus Haiti versuchen, sich vor Gewalt und Chaos in ihrem Land in Sicherheit zu bringen. Beide Staaten teilen sich die Insel Hispaniola.
Die dominikanische Regierung hat an der 400 Kilometer langen Grenze eine Mauer gebaut, den Bau von Flüchtlingslagern abgelehnt und im vergangenen Jahr laut Regierungsdaten 175 000 Haitianer deportiert. Bei vielen Wählern kommt diese Politik gut an, Menschenrechtsorganisationen üben scharfe Kritik daran. Sie sprechen von Rassismus und einem Verstoß gegen das Völkerrecht.