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NahostTrump erhöht Druck auf Gaza-Unterhändler

Hoffnung auf eine Waffenruhe in Gaza und die Freilassung der Hamas-Geiseln hat sich immer wieder zerschlagen. Der designierte US-Präsident Trump droht der Hamas erneut mit der „Hölle“. 08.01.2025 - 07:32 Uhr Artikel anhören
Donald Trump: Der designierte US-Präsident deutete an, dass seine Drohungen die Hamas zum Einlenken bewegen würden. Foto: AP

Tel Aviv, Gaza. Mit drastischen Worten hat der designierte US-Präsident Donald Trump kurz vor seiner Amtseinführung den Druck auf die Unterhändler bei den laufenden Gesprächen über die Freilassung der Geiseln in Gaza erhöht. „Im Nahen Osten wird die Hölle losbrechen, und das wird nicht gut für die Hamas sein, und es wird – offen gesagt – für niemanden gut sein“, wenn die Geiseln nicht bis zu seiner Amtseinführung am 20. Januar zurück seien, sagte er in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida. Was er damit konkret meint, sagte Trump wie auch schon bei einer ähnlichen Äußerung Anfang Dezember nicht.

Sein Kandidat für das Amt des Nahost-Beauftragten, Steve Witkoff, kündigte an, heute zu der laufenden Verhandlungsrunde in Katar über eine Waffenruhe und die Freilassung der Geiseln zuzustoßen.

Witkoff äußerte sich optimistisch, dass in der Hauptstadt Doha eine Einigung zwischen Israel und der Hamas vor dem 20. Januar erreicht werden könne. „Nun, ich denke, wir machen große Fortschritte, und ich möchte nicht zu viel verraten, denn ich denke, sie leisten in Doha wirklich gute Arbeit“, sagte Witkoff in Trumps Anwesenheit. Seit dem Wochenende halten sich Delegationen aus Israel und der Hamas in Katar auf.

Er sei zuversichtlich, dass es zu Trumps Amtseinführung „einige gute Dinge im Namen des Präsidenten“ zu verkünden geben werde, sagte Witkoff. Trumps Team ist zwar nicht offiziell an den Verhandlungen beteiligt, arbeitet aber mit der scheidenden Regierung von US-Präsident Joe Biden zusammen. So reiste Witkoff bereits mehrmals in die Region.

Zeichen der Hoffnung bei den indirekten Gesprächen unter Vermittlung der USA, Ägyptens und Katars gab es schon oft, sie waren jedoch jedes Mal enttäuscht worden. Ein Kompromiss ist schwierig, weil sich Israel und die Hamas gegenseitig vernichten wollen.

Bilder der in Gaza festgehaltenen Geiseln werden bei einem Freundschaftspiel im Fußballstadion HaMoshava in Zentral-Israel aufgestellt. Foto: AFP

In seinen Äußerungen vor Journalisten deutete Trump in seinem Anwesen Mar-a-Lago laut der „New York Times“ an, dass seine Drohungen gegen die Hamas die islamistische Terrorgruppe zum Einlenken bewegen würden. Experten täten sich jedoch schwer, die Bedeutung von Trumps Drohungen zu verstehen, hieß es. „Ich habe keine Ahnung, und er auch nicht“, zitierte die Zeitung Daniel C. Kurtzer, US-Botschafter in Israel während der Regierung von George W. Bush.

Zweifel an Trumps Drohungen

Seit Beginn des Gaza-Krieges vor 15 Monaten habe Israels Militär die Hamas als organisierte Kampftruppe nahezu zerstört. Es sei unklar, was eine weitere Eskalation der Angriffe noch bewirken könnte, schrieb die Zeitung. „Ich sehe kein Szenario, in dem US-Streitkräfte zum Einsatz kämen; auf jeden Fall wissen wir nicht besser als die Israelis, was die Hamas in die Knie zwingen würde“, wurde Kurtzer zitiert. „Getöse ist die schlechteste Form der Politik“, sagte er.

Die US-Nachrichtenseite „Axios“ zitierte derweil einen Vertreter der Hamas, wonach die Islamistenorganisation und ihre Anhänger in Gaza keine Angst vor Trumps Drohungen hätten, „weil sie in Gaza bereits in der Hölle leben“. Er glaube nicht, dass bis zum 20. Januar eine Einigung erzielt werden könne. Ein anderer Hamas-Vertreter habe zudem gegenüber einem arabischen TV-Sender die Position der Hamas bekräftigt, dass jedes Abkommen ein Ende des Krieges in Gaza und einen vollständigen Rückzug Israels aus Gaza beinhalten müsse.

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Israels Präsident spricht von riesiger Tragödie

Israels Staatspräsident Izchak Herzog rief die Unterhändler in Katar bei einem Treffen mit internationalen Krisenbeauftragten in Jerusalem dazu auf, „so weit wie möglich voranzuschreiten und diese riesige Tragödie zu beenden“. Die Vertreter der USA, Großbritanniens, Kanadas, Deutschlands und Österreichs waren nach amtlichen Angaben eigens für ein Treffen mit dem für Geiseln und Vermisste zuständigen Brigadegeneral Gal Hirsch angereist. Für Deutschland war Jens Jokisch dabei, Krisenbeauftragter des Auswärtigen Amtes.

Mitglieder der Hamas und anderer extremistischer Gruppen hatten am 7. Oktober 2023 in Israel rund 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 weitere verschleppt. Dies war der Auslöser des Gaza-Krieges. Nach mehr als einem Jahr werden nach israelischen Angaben noch 100 Geiseln von der Hamas in Gaza festgehalten - darunter auch Leichen. Unter den Geiseln sind mehrere Menschen, die neben der israelischen auch etwa die deutsche oder die US-amerikanische Staatsbürgerschaft haben. Die Hamas will auch tote Geiseln nutzen, um palästinensische Häftlinge in Israels Gefängnissen freizupressen.

dpa
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