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Newsblog zur Revolte in der TürkeiWarnschüsse am Istanbuler Flughafen

Nach dem Putschversuch in der Türkei lässt die Regierung Richter, Soldaten und Offiziere festnehmen. Am Istanbuler Flughafen ist es erneut zu Zusammenstößen gekommen. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.Axel Postinett, Daniel Klager, dpa , Reuters und ap und Jessica Schwarzer, Nils Rüdel, Martin Dowideit 17.07.2016 - 20:01 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Am Istanbuler Flughafen wurden Warnschüsse abgegeben und Putschisten festgenommen.

Foto: dpa

Chaos in der Türkei: Teile des Militärs haben Freitagnacht versucht, die Regierung von Recep Tayyip Erdogan zu stürzen. Regierung und Armeeführung erklärten den Umsturzversuch am Samstag für gescheitert.

Erdogan verdächtigt den in den USA lebenden Geistlichen Fethullah Gülen hinter dem Putschversuch zu stecken.

+++ Steinmeier: Putschversuch ist Weckruf für die Demokratie +++

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bezeichnet den Putschversuch als Weckruf für die türkische Demokratie. Wichtig sei nun, dass sich alle Beteiligten ihrer großen Verantwortung für die türkische Demokratie und ihre Verfassungsordnung bewusst bleiben und auch bei der jetzt notwendigen juristischen Aufarbeitung alle rechtsstaatlichen Grundsätze beachtet werden.

+++ Gülen will sich Auslieferungsbeschluss beugen +++

Fethullah Gülen, der Erzrivale des türkischen Präsidenten Erdogan, will sich einem Auslieferungsbeschluss beugen. Das sagt der in den USA lebende Geistliche. Die türkische Regierung macht ihn für den Putschversuch verantwortlich.

+++ Erdogan: Einsatz der Todesstrafe dürfe nicht verzögert werden +++

Erdogan fordert seine Anhänger auf, bis Freitag auf der Straße zu bleiben. Auf Rufe aus der Menge, die Todesstrafe einzuführen, sagt er, dass diese Forderungen nicht ignoriert werden dürften. Die Regierung werde über das Thema mit der Opposition sprechen. Der Einsatz der Todesstrafe dürfe nicht verzögert werden.

+++ Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Putschisten am Istanbuler Flughafen +++

Am Istanbuler Flughafen Sabiha Gökcen ist es nach Angaben der türkischen Regierung zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Putschisten gekommen. Die Polizei habe Warnschüsse abgefeuert, wie ein Regierungsvertreter sagt. Es habe aber keine Schusswechsel gegeben. Die Putschisten würden nun festgenommen. Der Istanbuler Flughafen Sabiha Gökcen liegt auf der asiatischen Seite der Millionenmetropole und hat einen zivilen und einen militärischen Teil.

Auf der Luftwaffenbasis im zentralanatolischen Konya sei es am Sonntag ebenfalls noch zu Zusammenstößen gekommen. Die Soldaten hätten sich ihrer Festnahme durch die Polizei widersetzt, sagte ein Behördenvertreter. Die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete von sieben Festnahmen und meldete, der Einsatz sei beendet.

+++ Türkisches Außenministerium: 290 Menschen gestorben +++

Nach Angaben des türkischen Außenministeriums sind mehr als 290 Menschen bei dem Putschversuch gestorben. Dabei handele es sich um über 190 Zivilisten und Polizisten sowie mehr als 100 Putschisten. Über 1400 Menschen seien verletzt worden.

+++ Oppermann: „Angriff auf den demokratischen Rechtsstaat“ +++

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann wirft Präsident Erdogan einen „Angriff auf den demokratischen Rechtsstaat“ vor. Dem „Spiegel“ sagt Oppermann: „Präsident Erdogan missbraucht den gescheiterten Putsch als Vorwand, um den türkischen Staatsapparat von Gegnern der AKP zu säubern.“

+++ Bürger sollen Online-Profile mit „terroristischen Aktivitäten“ an Polizei geben +++

Die türkische Polizeidirektion in Ankara fordert nach einem Bericht Nutzer sozialer Medien dazu auf, mutmaßliche Unterstützer des Putschversuchs anzuzeigen. Bürger sollten Profile melden, die „terroristische Aktivitäten“ unterstützten, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntag.

Die Polizei warnte demnach, es werde „schwarze Propaganda“ über soziale Medien verbreitet. Sie empfahl den Bürgern, Screenshots (Bildschirmfotos) anzufertigen und die Profilinformationen der verdächtigen Nutzer weiterzugeben. Dazu veröffentlichte Anadolu mehrere E-Mail-Adressen der Polizeidirektion.

+++ Tausende bei Begräbnis für Putschopfer in Istanbul +++

Ex-Ministerpräsident Ahmet Davutoglu (Mitte-Links) und Ex-Präsident Abdullah Gul (Mitte-Rechts) trugen mit anderen Menschen einen Sarg durch die Trauermenge..

Foto: dpa

Tausende Menschen haben in Istanbul sechs Opfern des Putschversuchs türkischer Militärs die letzte Ehre erwiesen. Beerdigt wurde unter anderen der Bruder eines Mitarbeiters von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Einige der Trauernden riefen „Gott ist groß“, andere forderten die Todesstrafe für den islamischen Geistlichen Fethullah Gülen, den die Türkei für den Umsturzversuch verantwortlich macht.

+++ Armee verkündet formelles Ende des Putschversuchs +++

Die türkische Armee in Ankara hat ein formelles Ende des Putschversuchs verkündet und eine Bestrafung der Putschisten angekündigt. „Die türkischen Streitkräfte stehen unserem Staat und unserem erhabenen Volk zur Verfügung und sind nun im Dienst“, heißt es in einer am Sonntag von der Nachrichtenagentur DHA veröffentlichten und auf mehreren Fernsehsendern verlesenen Erklärung. „Die Verräter wurden neutralisiert noch bevor sie ihr Ziel erreichen konnten“, hieß es weiter. Die einer „illegalen Struktur angehörenden Putschisten“ würden bestraft werden, so wie sie es verdient hätten.

+++ Erdogans Militärberater festgenommen +++

Im Zusammenhang mit dem Putschversuch wurde auch der Militärberater von Präsident Recep Tayyip Erdogan, Ali Yazici, festgenommen. Das berichtet der Fernsehsender CNN Türk sowie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Zunächst war unklar, welche Rolle der betroffene Oberst bei dem gescheiterten Staatsstreich vom Freitagabend gespielt haben soll.

+++ Seehofer: Bedenken zur Visafreiheit für Türken „noch stärker geworden“ +++

Die Bedenken von CSU-Chef Horst Seehofer hinsichtlich der Visafreiheit für Türken in der EU seien „noch stärker geworden“, sagte der bayerische Ministerpräsident im ARD-„Bericht aus Berlin“. Es sei wichtig, dass der gescheiterte Putsch vom Wochenende nach rechtsstaatlichen Regeln aufgearbeitet werde. „Von Säuberungen zu sprechen – alleine der Begriff lässt schon Schlimmes ahnen“, sagte Seehofer. Auch was die Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der EU angehe, blieben seine Bedenken.

+++ Kommandeur der Luftwaffenbasis Incirlik festgenommen +++

Die Polizisten führen Soldaten ab, die unter Verdacht stehen, am Putschversuch beteiligt gewesen zu sein.

Foto: AFP

Der Kommandeur der auch von der Bundeswehr genutzten türkischen Luftwaffenbasis Incirlik soll nach Angaben aus Regierungskreisen festgenommen worden sein. General Bekir Ercan Van werde mutmaßliche Unterstützung des gescheiterten Putschversuchs vorgeworfen, hieß es am Sonntag. Auf dem Stützpunkt Incirlik in der Südtürkei sind 240 deutsche Soldaten stationiert. Die Bundeswehr beteiligt sich von dort aus mit Tornado-Kampfflugzeugen und einem Tankflugzeug am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). 

+++ Yildirim ruft Bevölkerung zur Ruhe auf +++

Ministerpräsident Binali Yildirim ruft die Bevölkerung zur Ruhe auf. Die Menschen sollten wieder zu ihren Alltagsgeschäften zurückkehren. Der Putsch sei "zu 100 Prozent" gescheitert. Die Börse und das Bankensystem arbeiteten normal.

+++ Erdogan: „Säuberung aller staatlichen Institutionen“ +++

Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigt ein massives Vorgehen gegen Anhänger des Klerikers Fethullah Gülen an. Die "Säuberung aller staatlichen Institutionen von diesem Geschwür" werde weitergehen. Der Putschversuch dieser "Terror-Gruppe" sei durch den Willen des Volkes zum Scheitern gebracht worden.

+++ Zentralbank stellt Liquidität in Aussicht +++

Die türkische Zentralbank stellt den Geschäftsbanken den Landes unbegrenzte Liquiditätslinien in Aussicht. Sie werde alles Nötige tun, um die Finanzstabilität des Landes zu verteidigen.

+++ Zweifel an Zuverlässigkeit der Türkei +++

Frankreich hegt Zweifel an der Zuverlässigkeit der Türkei im Kampf gegen die IS-Miliz in Syrien. Der Nato-Partner Türkei sei zum Teil zuverlässig, aber es stellten sich auch Fragen, sagt Außenminister Jean-Marc Ayrault im TV-Sender France 3. Der gescheiterte Putschversuch gebe Präsident Recep Tayyip Erdogan keinen "Blankoscheck", um demokratische Prinzipien zu umgehen.

+++ Erdogan will Putin treffen +++

Russlands Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Kollege Recep Tayyip Erdogan wollen voraussichtlich im August zu einem Gespräch zusammenkommen. Das berichtet die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf das Präsidialamt in Moskau. Beide Staatschefs hätten miteinander telefoniert.

+++ Justizminister geht von 6000 Festnahmen aus +++

Nach dem gescheiterten Putsch sei mit weiteren Festnahmen zu rechnen, zitiert der TV-Sender NTV den türkischen Justizminister Bekir Bozdag. "Das juristische Verfahren geht weiter." Bislang seien 6000 Personen verhaftet worden.

+++ Lufthansa/Eurowings fliegen wieder regulär Türkei an +++

Nach dem Putschversuch in der Türkei fliegt die Lufthansa seit Sonntag wieder nach Plan die Türkei an. „Wir kehren weitgehend zum normalen Flugbetrieb zurück“, sagte ein Sprecher. Nur jeweils ein Hin- und ein Rückflug zwischen Ankara und München sowie eine Verbindung Istanbul-Frankfurt seien am Sonntag gestrichen worden. Am Samstag hatte Lufthansa aus Sicherheitsgründen alle Istanbul-Flüge von und nach Frankfurt annulliert. Zudem waren alle Türkei-Flüge von und nach München abgesagt worden. Auch Eurowings nahm nach eigener Mitteilung vom Sonntag nach vorherigen Ausfällen den normalen Flugverkehr mit der Türkei wieder auf.

+++ Irans Präsident: Zeit von Militärputschen ist vorbei +++

Irans Präsident Hassan Ruhani hat den Putschversuch in der Türkei verurteilt. „Kanonen und Panzer können wahre demokratisch gewählte Regierungen nicht mehr stürzen. (...) Die Zeit ist vorbei“, sagte Ruhani am Sonntag in einer Rede in der westiranischen Stadt Kermanschah. Leider glaubten immer noch einige in der Region, dass ein Militärputsch etwas bewirken könne, doch nur über Wahlurnen könnten Proteste weltweit reflektiert und Probleme ausgeräumt werden. Das gelte für die Türkei, aber auch den Iran und die Krise in Syrien, so Ruhani. Der Iran hat eine gemeinsame Grenze mit der Türkei. Kurz nach Beginn des Putschversuches waren der Nachrichtenagentur Fars zufolge in der Nacht zum Samstag zwei Grenzübergänge zur Türkei vorübergehend geschlossen worden. 

+++ Putschisten sollen sechs F16 kontrolliert haben +++

Die Putschisten in der Türkei hatten nach Angaben aus Regierungskreisen sechs F16-Kampfflugzeuge in ihre Gewalt gebracht. Die Jets seien von der Luftwaffenbasis in Diyarbakir gestartet, über Istanbul und Ankara geflogen und schließlich auf der Luftwaffenbasis in Malatya gelandet, hieß es aus Regierungskreisen. Nach dem Scheitern des Putschversuches hätten in der Nacht zu Sonntag fünf F16 mit regierungstreuen Piloten aus der Luftwaffenbasis Eskisehir Patrouillenflüge über Istanbul absolviert.

+++ Türkische Militärs holen Hubschrauber ab +++

Der türkische Hubschrauber, mit dem sich acht mutmaßliche Putschisten nach Griechenland abgesetzt hatten, ist in die Türkei zurückgeflogen worden. Medienberichten zufolge landete am späten Samstagabend ein anderer türkischer Militärhelikopter auf dem Flughafen der griechischen Grenzstadt Alexandroupolis. Dessen Besatzung überprüfte den Hubschrauber und brachte ihn zurück in die Türkei.

+++ Kerry warnt Türkei +++

US-Außenminister John Kerry ist angeblichen Unterstellungen in der Türkei entgegengetreten, die USA seien in den gescheiterten Putschversuch involviert. Ein Sprecher des US-Außenministeriums erklärte, Kerry habe am Samstag seinen türkischen Amtskollegen Mevlut Cavosoglu vor einer Beeinträchtigung der Beziehungen zwischen den beiden Nato-Partnern gewarnt. Kerry rief die Türkei demnach dazu auf, Zurückhaltung zu üben und sich bei der Untersuchung der Umsturzpläne an die Gesetze zu halten. Öffentliche Andeutungen oder Behauptungen über jedwede Beteiligung der Vereinigten Staaten an dem gescheiterten Putschversuch seien völlig falsch und schädlich für unsere bilateralen Beziehungen, führte der Sprecher aus.

+++ Festnahmebefehle gegen Richter und Staatsanwälte +++

Gegen 140 Richter und Staatsanwälte in der Türkei sind lokalen Medien zufolge Festnahmebefehle ergangen. Mehrere türkische Medien berichteten in der Nacht zum Sonntag, dass die Richter und Staatsanwälte aus Istanbul der Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation und Beteiligung am Putschversuch beschuldigt würden. Den Berichten zufolge sollen Wohnungen und Büros der Beschuldigten durchsucht werden.

+++ USA warnen vor Türkeireisen +++

Nach dem gescheiterten Militärputsch hat das Außenministerium in Washington US-Bürger vor erhöhten Gefahren durch terroristische Gruppen in der Türkei gewarnt. Sie sollten Reisen in den Südosten der Türkei vermeiden, hieß es in der Warnung am Samstagabend. Dort geht die türkische Regierung gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK mit aller Härte vor. Das Ministerium rate US-Bürgern, bestehende Reisepläne zum jetzigen Zeitpunkt zu überdenken.

+++ Grünen-Politiker besorgt über Erdogan Äußerungen +++

Der Grünen-Politiker Omnid Nouripour hat sich sehr besorgt über die Äußerungen des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zur Todesstrafe geäußert. „Wir reden alle über die Absetzungen im Militär, aber am meisten Angst macht mir, dass in der Türkei nun wieder Rufe nach der Todesstrafe laut wurden. Das ist beängstigend“, sagte Nouripour der „Huffington Post Deutschland“. Außerdem rief er die Bundesregierung dazu auf, klare Worte gegenüber Erdogan zu finden. „Wir dürfen Erdogan nicht machen lassen, was er will. Wir müssen jetzt genauer hingucken und nicht alles unkommentiert lassen.“ Baue Erdogan ein „noch autoritäreres System auf, dann würde das die deutsch-türkischen Beziehungen belasten, warnte Nouripour.

+++ „Wachen für die Demokratie“ +++

In mehreren Städten in der Türkei haben Zehntausende Menschen in der Nacht zum Sonntag „Wache für die Demokratie“ abgehalten. Türkischen Medien berichten von Siegesfeiern nach dem gescheiterten Putschversuch in Städten vom Westen bis zum Südosten des Landes. Bilder zeigen jubelnde und fahnenschwenkende Menschenmassen etwa in der Hauptstadt Ankara. Die Nachrichtenagentur Dogan (DHA) sprach von etwa 75. 000 Teilnehmern in der Stadt Adapazari im Nordwesten der Türkei.

+++ Steinmeier - 200.000 deutsche Urlauber in der Türkei +++

In der Türkei befinden sich derzeit 200.000 Urlauber aus Deutschland, wie Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier der Zeitung „Bild am Sonntag“ sagt.

Der US-Außenminister richtet eine scharfe Warnung an die türkische Regierung.

Foto: AP


+++ US-Luftaufsicht untersagt Flüge in die Türkei +++

Die US-Luftaufsichtsbehörde FAA untersagt bis auf weiteres alle Flüge aus der Türkei in die USA. Zudem dürfen US-Maschinen die Türkei nicht mehr ansteuern, wie die Behörde mitteilt.

+++ Türkischer Außenminister - Auslieferung Gülens nicht beantragt +++

Der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu hat nach eigenen Angaben nicht direkt mit seinem US-Amtskollegen John Kerry über die Auslieferung des in den USA lebenden Geistlichen Fethullah Gülen gesprochen. Er habe Kerry gegenüber deutlich gemacht, dass die Anhänger Gülens hinter dem Putschversuch stehen, sagte Cavusoglu im Reuters-Interview am Samstag. "Das Thema Auslieferung ist nicht direkt zur Sprache gekommen."

+++ Griechenland will Asylanträge bald prüfen +++

Griechenland will die Asylanträge der türkischen Soldaten schnell prüfen, die mit einem Militärhubschrauber in das Land geflohen sind. Das sagt Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras nach Informationen aus Regierungskreisen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in einem Telefonat zu. Die Prüfung werde internationales Recht und Menschenrechtskonventionen respektieren.

+++ Erdogan-Anhänger versammeln sich vor Gülens Haus in Pennsylvania +++

Vor dem Haus des türkischen Geistlichen Fethullah Gülen in Pennsylvania haben sich mehrere Erdogan-Unterstützer versammelt, um ihren Unmut über den versuchten Militärputsch gegen die türkische Regierung auszudrücken.

+++ Türkische Militärs in Alexandroupolis sollen Hubschrauber abholen +++

Eine Gruppe von dreizehn türkischen Militärs ist am späten Samstagabend an Bord eines türkischen Militärhubschraubers im Flughafen der griechischen Hafenstadt Alexandroupolis eingetroffen. Sie sollen den türkischen Hubschrauber vom Typ „Black Hawk“ abholen, an Bord dessen sich acht türkische Militärs am Samstag nach Griechenland abgesetzt und dort politisches Asyl beantragt hatten. Entsprechende Videoaufnahmen zeigte der griechische Nachrichtensender Skai am Samstagabend.

+++ Gülen hält inszenierten Putschversuch für möglich +++

Der in den USA lebende türkische Geistliche Fethullah Gülen hält es für möglich, dass der Putschversuch inszeniert war. Er forderte die Bevölkerung der Türkei auf, eine militärische Intervention nicht in einem positiven Licht zu beurteilen. Eine Demokratie könne durch militärisches Vorgehen nicht erreicht werden, sagt er.

Auslieferung von Gülen verlangt.

Foto: Reuters

+++ Ägypten blockiert Beschluss des UN-Sicherheitsrats +++

Ägypten blockiert einen Beschluss des UN-Sicherheitsrats, in dem die Gewalt und die Unruhen in der Türkei verurteilt werden sollten. Die Regierung in Kairo lehnt nach Angaben von Diplomaten insbesondere einen Passus ab, in dem alle Parteien aufgefordert werden, die "demokratisch gewählte Regierung der Türkei" zu respektieren. Der UN-Sicherheitsrat befinde sich nicht in der Position, zu beurteilen, ob eine Regierung demokratisch gewählt sei oder nicht.

+++ Erdogan bringt Todesstrafe ins Spiel +++

Recep Tayyip Erdogan bringt die Einführung der Todesstrafe ins Spiel. Nach Auffassung des türkischen Staatspräsidenten Erdogan könnte über die Einführung der Todesstrafe im Parlament gesprochen werden. Bei einer Rede in Istanbul sagte er als Reaktion auf entsprechende Forderungen seiner Anhänger: „Dass jede Forderung bewertet, besprochen und diskutiert wird, ist in einem demokratischen Land ein Recht“.

So etwas werde jedoch unter dem Dach des Parlaments bewertet, sagte Erdogan. „Es ist auch nicht nötig, sich dafür von irgendwoher eine Erlaubnis einzuholen.“ Amnesty International und mehrere Politiker hatten zuvor bereits vor einer Einführung der Todesstrafe in der Türkei gewarnt.

+++ Erdogan fordert von USA die Auslieferung von Gülen +++

Eine Gruppe von regimetreuen Türken tritt auf einen Soldaten ein.

Foto: AP

Nach Premierminister Yildrim hat nun auch der türkische Präsident Erdogan von den USA die Auslieferung oder Festnahme des islamischen Predigers Fethullah Gülen verlangt. Er wandte sich mit seiner Forderung direkt an US-Präsident Barack Obama. Wenn die USA und die Türkei tatsächlich strategische Partner seien, müsse Obama handeln, sagte der türkische Präsident bei einer Ansprache vor Anhängern in Istanbul am Samstagabend. Gülen hat sich bereits von den Vorwürfen distanziert und die Rebellion verurteilt.

Noch am Samstagnachmittag hatte US-Außenminister John Kerry klargestellt, dass der US-Regierung ihr kein Antrag zur Auslieferung Gülens vorliege. Sollte Ankara ein solches Ersuchen stellen, werde man es prüfen. Allerdings müssten vor einer Überstellung etwaige Vergehen Gülens schlüssig nachgewiesen werden, sagte Kerry.

Gülen hat die Türkei 1999 verlassen und lebt in Pennsylvania. Gülen und Erdogan galten lange als Verbündete, sind inzwischen jedoch entzweit. Gülens Philosophie ist eine Mischung zwischen mystischem Islam und einem Bekenntnis zu Demokratie, Bildung, Wissenschaft und interreligiösem Dialog. Erdogan hat ihm schon früher vorgeworfen, einen Umsturz in der Türkei zu betreiben. Washington sah dafür aber offenbar nie zwingende Anhaltspunkte.

+++ Obama: Alles vermeiden, was zu Destabilisierung führt +++

US-Präsident Barack Obama fordert alle Konfliktparteien in der Türkei auf, rechtsstaatliche Prinzipien einzuhalten. Es müsse alles vermieden werden, was zu einer weiteren Gewalt oder Destabilisierung in dem Land führe, teilt das US-Präsidialamt mit. Zudem betont Obama erneut seine Unterstützung für die demokratisch gewählte Regierung des Nato-Landes.

+++ Gauck: Rechtsstaatliche Grundsätze einhalten +++

Bundespräsident Joachim Gauck hat die Gewalt in der Türkei „aufs Schärfste“ verurteilt und zur Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien ermahnt. „Meine Erwartung an die türkische Regierung besteht darin, dass bei der Aufarbeitung dieses ganzen Geschehens die rechtsstaatlichen und demokratischen Grundsätze gewahrt werden“, sagte Gauck am Samstag am Rande seines Staatsbesuchs in Uruguay. „Wir haben alle etwas davon in Europa, wenn die Demokratie nicht beschädigt wird - von keiner Seite.“

So lief der Putschversuch gegen Erdogan ab
Ein Überblick der Ereignisse
Die putschende Streitkräfte...
Über Istanbul und Ankara...
Die Putschisten verhängen...
In einem Interview des Senders CNN Türk...
Kurz nach 1 Uhr
Gegen 2 Uhr
Soldaten dringen in Räume...
Erdogan kündigt an,...
Sicherheitskräfte befreien Armeechef...

+++ Sperrung des Luftraums schränkt Kampf gegen IS ein +++

Die Sperrung des türkischen Luftraums für Militärflugzeuge hat nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums Auswirkungen auf den Kampf gegen die Extremisten-Miliz Islamischer Staat. Derzeit werde nicht vom Stützpunkt Incirlic aus geflogen. Das US-Militär habe daher die Operationen entsprechend angepasst, um negative Effekte zu minimieren. Die USA arbeiteten mit den Türken zusammen, um den Betrieb so bald als möglich wieder aufnehmen zu können. US-Soldaten in der Türkei seien in Sicherheit.

+++ Parteien verurteilen Putschversuch +++

Die vier wichtigsten Parteien im türkischen Parlament verurteilen in einer gemeinsamen Erklärung den Putschversuch. Diese Einigkeit sei von unschätzbarem Wert für die Demokratie in der Türkei, heißt es in dem Papier, das vor den Abgeordneten verlesen wird. Ministerpräsident Binali Yildirim hat zudem die Demonstrationen vieler Bürger als „Fest der Demokratie“ gewürdigt. Dafür werde der 15. Juli in Erinnerung bleiben.

+++ Türkisches Parlament kommt in Ankara zusammen +++

Nach dem Putschversuch ist die türkische Nationalversammlung im beschädigten Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Ankara zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Die Abgeordneten verharrten in einem Moment der Stille, bevor die Nationalhymne abgespielt wurde, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim betrat unter dem Applaus der Abgeordneten den Sitzungssaal. Am Samstagabend hatten Putschisten das Parlament in Ankara aus der Luft bombardiert. Das Gebäude ist schwer beschädigt.

+++ Video auf Twitter: Putsch-Gegner sollen Soldaten geköpft haben +++

Ein türkischer Soldat wurde offenbar von einer regierungstreuen Gruppe geköpft. Ein Video auf Twitter zeigt den Leichnam des Putschisten auf der Istanbuler Bosporus-Brücke in einer großen Blutpfütze. Laut Medienberichten hatte der Soldat sich zuvor ergeben, wurde dann aber attackiert. Die britische Boulevard-Seite „Mirror“ hat das Video online gestellt und die Verletzungen verpixelt.

+++ Merkel kritisiert die Gewalt in der Türkei +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilt in Berlin den Putschversuch „auf das Schärfste“. Es sei tragisch, dass so viele Menschen ihn mit dem Leben bezahlt hätten: „Panzer auf den Straßen und Luftangriffe gegen die eigene Bevölkerung sind Unrecht.“

+++ US-Militärbasis von Außenwelt abgeschnitten – Bundeswehr dementiert +++

Die türkischen Behörden haben nach offiziellen US-Angaben den Zugang zur Luftwaffenbasis Incirlik abgeriegelt. Die lokalen Behörden erlaubten keinen Zugang zur Basis, teilte das US-Konsulat am Samstag in der südtürkischen Stadt Adana in einer Nachricht an amerikanische Staatsbürger mit. „Auch der Strom dort ist abgestellt worden. Bitte meiden Sie die Luftwaffenbasis, bis der normale Operationsbetrieb wiederhergestellt ist.“ Auf der Luftwaffenbasis Incirlik ist auch die Bundeswehr mit Aufklärungs-Tornadojets stationiert. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr bei Berlin widersprach auf Anfrage jedoch den US-Angaben, wonach die türkischen Behörden den Zugang zu der Basis abgeriegelt hätten. Die Soldaten könnten mit Ausweiskontrolle weiterhin die Basis verlassen und wieder hineingehen, es sei aber die höchste Sicherheitsstufe ausgerufen worden, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Unseren Soldaten geht es grundsätzlich gut. Alle sind wohl auf“. Von dem Putsch hätten sie nur durch die Medien erfahren.

+++ AKP-Vizechef fordert Todesstrafe für Putschisten +++

Der ehemalige Gesundheitsminister und stellvertretende Vorsitzende der AKP, Mehmet Müezzinoğlu, will die Teilnehmer am Militär-Putsch mit dem Tod bestrafen. Gegenüber der türkischen Online-Seite „En Son Haber“ sagte er: „Wir müssen darüber diskutieren, dass die Putschisten die Todesstrafe erhalten.“

+++ Erdogan baut den Staat bereits drastisch um +++

Türkische Medien berichten von ersten drastischen Reformen nach dem Putschversuch. Der Hohe Rat der Richter und Staatsanwälte (HSYK) hat angekündigt, mehr als 2700 Richter zu entlassen.

„Der Putsch war ein Irrweg“
Wer steckt hinter dem Putsch?
...die vom Erdogan-Widersacher Fethullah Gülen geleitet wird...
Wie die Regierung Vergeltung üben?
Wie sieht es beim Militär aus?
Was bedeutet das für die politische Entwicklung in dem Land?
Wie wird es weitergehen?

+++ Özdemir: „Erdogan wird jetzt richtig aufräumen“ +++

Wer die Herrschaft von Erdogan beenden will, der muss das an der Wahlurne machen, aber nicht indem er Panzer rollen lässt, sagt Grünen-Chef Özdemir. In einem Video-Interview warnt er, dass Präsident Erdogan jetzt noch härter durchgreifen werde.

+++ Handelsblatt-Reporter interviewt den Leiter der Ebert-Stiftung in Istanbul +++

Erdogans Erzfeind Gülen und dessen Bewegung in der Türkei
Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan...
Gülen – der die Aktionen...
Hinter den meisten innerpolitischen Krisen...
Erdogan...
Die Gülen-Bewegung...
Der heute 75-jährige Gülen...
Gülens Bewegung...
Seit 1999...

+++ Video der bewaffneten Übernahme von CNN Türk aufgetaucht +++

+++ Griechenland soll geflüchtete Soldaten ausliefern +++

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu fordert Griechenland zur Auslieferung von acht Soldaten auf, die sich in einem Militärhubschrauber in den Nachbarstaat abgesetzt hatten. Die im nordgriechischen Alexandroupolis festgenommenen acht Insassen baten nach griechischen Angaben um politisches Asyl.

+++ Mehr als 2800 Festnahmen +++

Bei dem versuchten Militärputsch in der Türkei sind mittlerweile mehr als 2800 Menschen festgenommen worden. Das sagte Ministerpräsident Benali Yildirim am Samstag. Er beschrieb die Nacht als dunklen Fleck für die türkische Demokratie und machte für den Putsch eine „parallele terroristische Organisation“ verantwortlich.

+++ Zahl der Todesopfer steigt immer weiter +++

Die Zahl der Toten bei dem Putschversuch in der Türkei ist nach Regierungsangaben auf insgesamt 265 gestiegen. Bei 161 der Toten handelt es sich laut Ministerpräsident Binali Yildirim um regierungstreue Sicherheitskräfte oder Zivilisten. Hinzu kommen 104 getötete Putschisten, wie es am Samstag aus Regierungskreisen in Ankara hieß.

+++ Regierungsangaben: Lage vollständig unter Kontrolle +++

Die türkische Regierung hat die Lage nach dem Putschversuch nach eigenen Angaben wieder vollständig unter Kontrolle. Das sagte Ministerpräsident Binali Yildirim am Samstagmittag in Ankara. „Unsere Militärkommandeure haben die Kontrolle.“

+++ Türkischer Militärchef: Werden Gülen-Einfluss auslöschen +++

Die türkische Militärspitze will nach dem Putschversuch gegen Anhänger des im Ausland lebenden islamischen Geistlichen Fethullah Gülen in den eigenen Reihen vorgehen. Der amtierende Generalstabschef Ümit Dündar sagte in einer am Samstag vom TV-Sender CNN Türk übertragenen Erklärung, die Streitkräfte seien entschlossen, Mitglieder einer „Parallel-Struktur“ zu entfernen. Damit bezeichnen Staatschef Recep Tayyip Erdogan und Mitglieder der Regierung in der Regel Anhänger des islamischen Geistlichen Gülen. Erdogan hatte seinen in den USA lebenden Erzfeind für den Putschversuch verantwortlich gemacht.

+++ Steinmeier verurteilt Putschversuch in der Türkei +++

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat sich „zutiefst beunruhigt“ über den Putschversuch in der Türkei geäußert. „Alle Versuche, die demokratische Grundordnung der Türkei mit Gewalt zu verändern, verurteile ich auf das Schärfste“, sagte Steinmeier am Samstag in Berlin. „Ich rufe alle Beteiligten dazu auf, die demokratischen Institutionen zu respektieren und die verfassungsmäßige Ordnung zu achten. Alle Verantwortlichen müssen sich an die demokratischen und rechtsstaatlichen Spielregeln halten und dafür sorgen, dass weiteres Blutvergießen verhindert wird.“

+++ Türkischer Militärchef: 194 Tote bei Putschversuch +++

Bei dem Putschversuch in der Türkei sind nach Angaben des Militärs insgesamt 194 Menschen ums Leben gekommen. Darunter seien 47 Zivilisten und 104 Putschisten, sagte der kommissarisch zum Militärchef ernannte General Ümit Dündar am Samstag.

+++ Lufthansa streicht alle Türkei-Flüge +++

Die Lufthansa streicht für heute alle Flüge von Deutschland in die Türkei. Betroffen sind ein Dutzend Verbindungen zu den Zielen Istanbul, Ankara, Bodrum, Izmir und Antalya. Auch die Rückflüge von der Türkei nach Deutschland sind gestrichen. Auch die Lufthansa-Tochter Eurowings stellt vorerst alle Flüge ein.

+++ Operation gegen Putschisten in Armee-Hauptquartier dauert an +++

Die Operationen gegen Putschisten im Armee-Hauptquartier in Ankara dauern an. Aus Regierungskreisen hieß es, am Samstagmorgen hätten Teilnehmer des Umsturzversuches noch aus dem Gebäude geschossen. „Das ist im Moment ihr letzter Stützpunkt.“

Screenshot des türkischen Staatspräsidenten auf dem Display eines Handys, während er einen live übertragenen Telefonanruf beim Sender CNN Türk macht.

Foto: dpa

+++ Iran unterstützt Erdogan +++

Der Iran hat den versuchten Putsch im Nachbarland Türkei verurteilt. „Wir unterstützen die vom türkischen Volk demokratisch gewählte Regierung und verurteilen den Putsch“, sagte der Sprecher des iranischen Sicherheitsrats am Samstag. Seit den frühen Morgenstunden verfolge man in Teheran akribisch die Lage. Der Putsch werde auch im Laufe des Tages in einer von Präsident Hassan Ruhani einberufenen Krisensitzung des Sicherheitsrats weiter diskutiert, sagte Sprecher Kejwan Chosrawi der Nachrichtenagentur IRNA.

+++ Mindestens 90 Tote in der Nacht +++

Bei dem Putschversuch sind 90 Menschen ums Leben gekommen, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die Zahl der Verletzten steigt auf 1154.

+++ Auch Geheimdienst wurde zum Ziel +++

Der türkische Geheimdienst wurde während des Putschversuchs in der Nacht ebenfalls angegriffen, sagte ein Vertreter des Geheimdienstes. Dabei wurden von Militärhubschraubern Schüsse abgegeben. Zudem stand der Geheimdienst unter Beschuss aus Maschinengewähren.

+++ Zahl der verhafteten Soldaten steigt weiter +++

Die Zahl der festgenommenen Militärangehörigen steigt auf 1563, wie ein Regierungsvertreter sagt. Die Festnahmen hätten im ganzen Land stattgefunden.

+++ Regierungskreise: Türkischer Armeechef nach Putschversuch befreit +++

Sicherheitskräfte haben den türkischen Armeechef Hulusi Akar aus der Gewalt von Putschisten befreit. Das verlautete am Samstagmorgen aus Regierungskreisen. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, zu der Befreiung des Generals sei es bei einer Operation auf einer Luftwaffenbasis nahe der Hauptstadt Ankara gekommen. Der Chef des Generalstabs sei in Sicherheit gebracht worden. Der Verbleib Akars war nach dem Beginn des Putschversuches zunächst unklar gewesen. Ministerpräsident Binali Yildirim hatte in der Nacht General Ümit Dündar kommissarisch zum neuen Militärchef ernannt.

+++ Yildirim beruft Interims-Generalstabschef +++

Der türkische Regierungschef Binali Yildirim hat den ersten Kommandeur der Ersten Armee, Umit Dundar, zum kommissarischen Generalstabschef ernannt. Dies berichtete der Sender CNN-Türk am Samstagmorgen unter Berufung auf Yildirim.

+++ Mehr als 60 Tote bei Kämpfen in der Nacht +++

Mindestens 60 Menschen sind bei dem Putschversuch in der Nacht ums Leben gekommen, wie ein hochrangiger Regierungsvertreter sagt. Laut CNN sollen mehr als 1000 verwundet worden sein.

+++ Mehr als 750 Soldaten verhaftet ++++

754 Militärangehörige sind Regierungskreisen zufolge in Zusammenhang mit dem Putschversuch festgenommen worden.

+++ Atatürk-Flughafen Samstagmorgen wieder offen +++

Der Atatürk-Flughafen in Istanbul soll um 06.00 Uhr Ortszeit seinen normalen Betrieb wieder aufnehmen, wie es in einer Mitteilung der Fluggesellschaft Turkish Airlines bei der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu hieß. Putschisten hatten ihn besetzt und es hatte in der Nähe Explosionen gegeben. Ein Lufthansa-Flug nach Istanbul war in der Nacht nach Frankfurt zurückgekehrt.

+++ Erdogan wird Militär vollständig säubern +++

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sagte in einer vom TV übertragenen Ansprache, bei den Putschisten handele es sich um eine Minderheit in den Streitkräften. „Wir haben mit der Operation begonnen, das Militär vollständig zu säubern. Und wir werden diese Operation weiterführen.“ Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat die Luftwaffe zum Abschuss der Flugzeuge der Putschisten aufgefordert. Kampfjets seien von der östlich von Ankara gelegenen Luftwaffenbasis Eskisehir mit der Order gestartet, Militärmaschinen der Umstürzler „auszulöschen“, sagte Yildirim dem Sender NTV am Samstagmorgen.

+++ Erdogan entkommt knapp einem Bombenangriff +++

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sagte in seiner ersten öffentlichen Ansprache seit dem Putschversuch von Teilen der Armee, er sei vor seinem Flug nach Istanbul in Marmaris an der türkischen Ägäis-Küste gewesen. Unmittelbar nach seiner Abreise von dort hätten die Putschisten „diesen Ort leider genauso bombardiert“.

+++ Erster öffentlicher Auftritt von Erdogan +++

Nach dem Putschversuch in der Türkei ist Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan in Istanbul eingetroffen. Auf dem Atatürk-Flughafen in Istanbul war Erdogan am frühen Samstagmorgen auf Fernsehbildern des Senders NTV inmitten einer Menge von Anhängern zu sehen. Der Sender Fox TV strahlte Äußerungen Erdogans aus der Nacht aus. Dabei betonte der Präsident, es habe den Versuch eines Aufstandes gegen die Solidarität und die Einheit des Landes gegeben. Zuvor hatten Regierungsmitglieder dafür Teile des Militärs verantwortlich gemacht.

+++ Mindestens 150 Verletzte in Krankenhäusern +++

Beim Putschversuch in der Türkei sind offenbar Dutzende Menschen verletzt worden. Allein in das Haydarpasa-Numune-Krankenhaus seien mindestens 150 Verletzte aufgenommen worden, sagte ein Vertreter der Klinik in der Nacht zum Samstag der Nachrichtenagentur AP. Er wollte nicht sagen, ob es Tote gab. Der Sender NTV hatte aber gemeldet, dass sechs Tote in die Einrichtung gebracht worden seien.

+++ Feuergefecht zwischen Polizisten und Soldaten auf dem Taksim-Platz +++

Polizisten und Soldaten liefern sich Berichten zufolge auf dem Istanbuler Taksim-Platz ein Feuergefecht. In der Nähe sei es zudem zu zwei großen Explosionen gekommen, hieß es. Auch Kampfjets seien zu hören gewesen. Rund rund um den Taksim-Platz im Herzen Istanbuls haben sich Soldaten postiert. Einige von ihnen wurden indes von Polizisten festgenommen.

+++ Demonstration vor türkischer Botschaft in Berlin +++

In Berlin haben nach Polizeiangaben rund 3000 Demonstranten vor der türkischen Botschaft überwiegend gegen den Putschversuch in der Türkei protestiert. Am frühen Samstagmorgen habe die Nachricht die Runde gemacht, der Putschversuch von Teilen des Militärs sei womöglich niedergeschlagen worden, sagte ein Polizeisprecher. „Deshalb verlassen immer mehr Demonstranten den Platz.“

+++ Erdogan angeblich in Istanbul gelandet +++

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist nach einem Bericht des Fernsehsenders NTV in Istanbul gelandet. Unklar blieb, woher Erdogan angereist war. Während des Putschversuchs hatte es aus dem Präsidialamt lediglich geheißen, der Präsident sei in der Türkei und in Sicherheit.

+++ Soldaten dringen in CNN-Türk-Gebäude ein +++
Der Sender CNN Türk berichtet, Soldaten seien in das Gebäude des Senders in Istanbul eingedrungen.

+++ Berichte über Tote in Istanbul +++
Die Nachrichtenagentur DHA berichtet, in Istanbul seien sechs Zivilisten durch Schüsse getötet und fast hundert verletzt worden. Die Toten und Verletzten seien in ein Krankenhaus auf der asiatischen Seite der Stadt eingeliefert worden.

+++ EU-Spitzen fordern Rückkehr zur staatlichen Ordnung +++

Die Spitzen der EU fordern eine schnelle Rückkehr zur staatlichen Ordnung der Türkei. „Die EU unterstützt die demokratisch gewählte Regierung, die Institutionen des Landes und die Rechtsstaatlichkeit“, heißt es in einer am Rande des Asem-Gipfels in Ulan-Bator veröffentlichten Erklärung. „Die Türkei ist ein Schlüsselpartner der EU.“


+++ Regierung: Lage unter Kontrolle +++
Die türkische Regierung hat nach Worten von Ministerpräsident Yildirim nach einem Putschversuch die Lage größtenteils unter Kontrolle. Yildirim sprach von einem Akt der Rebellion durch Anhänger des in den USA lebenden muslimischen Geistlichen Fethullah Gülen, der als erbitterter Widersacher von Staatspräsident Erdogan gilt. Eine Gülen nahestehende Organisation in den USA hat allerdings eine Verwicklung in einen Putschversuch abgestritten.

+++ Erdogan ist in der Türkei +++
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat nach Angaben aus dem Präsidialamt nicht das Land verlassen. „Der Präsident ist an einem sicheren Ort“, hieß es aus dem Präsidialamt. „Er ist in der Türkei.“


+++ Geheimdienst spricht von Ende des Putsches +++
Ein Sprecher des türkischen Geheimdienstes MIT sagte dem Sender CNN Türk, der Putschversuch sei „abgewendet“.

+++ Merkel betont Unterstützung für Regierung +++
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist in laufendem Kontakt mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Vizekanzler Sigmar Gabriel (beide SPD) und Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU), teilt Regierungssprecher Seibert mit. Die Bundesregierung betone ihre „Unterstützung für die gewählte Regierung“.

+++ Schwere Explosion in Istanbul +++
In Istanbul ist Reuters-Reportern zufolge eine große Explosion zu hören. Laut der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu wurde in Ankara das Parlamentsgebäude in Ankara von einer Bombe getroffen. Dem Sender Fox TV zufolge feuert ein Hubschrauber auf das Parlament.


+++ Armeeführung: Nur eine kleine Minderheit beteiligt +++

Die Armeeführung in Istanbul schreibt den Militärputsch nur einer kleinen Minderheit an Offizieren zu. Es bestehe kein Grund zur Sorge, sagte der Kommandeur der Ersten Armee, Umit Dundar, der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Man arbeite an der Lösung des Problems. Zuvor hatten die Putschisten eine Erklärung verbreitet, dass sie das ganze Land unter Kontrolle hätten. Die Regierung bestreitet das und hat zu Gegendemonstrationen aufgerufen. Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass zahlreiche Menschen auf die Straßen strömten.

+++ Verteidigungsministerium: Keine Auswirkungen auf Stützpunkt Incirlik +++

Auf die Bundeswehr-Soldaten in der türkischen Luftwaffen-Basis Incirlik hat der Putschversuch nach ersten Angaben keine Auswirkungen. Aus dem Verteidigungsministerium in Berlin hieß es in der Nacht zum Samstag, aktuell gebe es „keine Auswirkung“ auf das deutsche Kontingent. In Incirlik sind derzeit etwa 240 Bundeswehrsoldaten stationiert, die sich mit „Tornado“-Aufklärungsflugzeugen am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beteiligen. Wegen des Besuchsverbots für Bundestagsabgeordnete hatten in den vergangenen Tagen unter anderem SPD-Chef Sigmar Gabriel und Bundestags-Präsident Norbert Lammert (CDU) mit dem Abzug der Soldaten gedroht.

Wiederholt putschte das türkische Militär
27. Mai 1960
12. März 1971
12. September 1980
30. Juni 1997
2003

+++ Merkel reagiert +++
Der Sprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnt die Einhaltung der demokratischen Ordnung in der Türkei an. „Alles muss getan werden, um Menschenleben zu schützen“, erklärt Steffen Seibert via Twitter.

+++ USA sichern Regierung Unterstützung zu +++
US-Außenminister John Kerry sichert der demokratisch gewählten Regierung und den demokratischen Institutionen in Türkei „absolute Unterstützung“ zu. Dies habe er in einem Telefonat mit seinem türkischen Amtskollegen deutlich gemacht, sagt Kerry.

+++ Auswärtiges Amt rät zu „äußerster Vorsicht“ +++
Wegen des Putschversuches in der Türkei rät das Auswärtige Amt allen Deutschen in der Hauptstadt Ankara und in Istanbul zu „äußerster Vorsicht“. „Bei unklarer Lage wird geraten, Wohnungen und Hotels im Zweifel nicht zu verlassen“, sagte eine Sprecherin in der Nacht zum Samstag in Berlin. Touristen und Geschäftsreisenden wurde empfohlen, Kontakt mit ihrem Reiseveranstalter oder ihrer Fluglinie aufzunehmen.

+++ Berichte über 17 getötete Polizisten +++
In der Zentrale der Spezialeinheiten in Ankara sind der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge 17 Polizisten getötet worden. Eine unabhängige Bestätigung dafür gibt es nicht.

+++ Gülen-Gruppe weist Anschuldigungen zurück +++
Eine dem Erdogan-Widersacher Gülen nahestehende Gruppe mit Sitz in den USA nennt Anschuldigungen, sie sei in den Putschversuch in der Türkei involviert, „hochgradig unverantworlich“.


+++ Bericht: Soldaten schießen auf Putsch-Gegner +++
Türkische Soldaten haben in Istanbul laut einem Bericht auf Gegner des Militärputschs geschossen. Es habe Verletzte gegeben, meldete die Nachrichtenagentur Dogan in der Nacht zum Samstag. Die Demonstranten hätten versucht, aus Protest gegen den Umsturzversuch die Bosporus-Brücke zu überqueren, hieß es. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie Menschen dort in Panik Deckung suchten, als Schüsse fielen.

+++ Griechischer Verteidigungsminister beruft Generalstab ein +++
Angesichts des Militärputsches in der Türkei hat der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos seinen Generalstab einberufen und für Militärpersonal eine Urlaubssperre verhängt. Das berichtete der Fernsehsender Skai. Zudem habe sich der griechische Außenminister Nikos Kotzias umgehend auf die Rückreise aus der Mongolei gemacht, wo er am Asien-Europa-Gipfel teilgenommen hatte. Es bestünde keine Gefahr, hieß es in dem Bericht weiter, bei den Maßnahmen gehe es lediglich darum, die Entwicklung in der Türkei zu verfolgen.

+++ Ministerpräsident: „Einige Rädelsführer festgenommen“ +++
Nach Angaben von Ministerpräsident Binali Yildirim sind einige Anführer des Putschversuchs festgenommen worden. „Einige Rädelsführer des Putsches sind festgenommen worden. Die Demokratie wird gewinnen“, sagte Yildirim nach Angaben aus dem Präsidentenpalast. Die Verantwortlichen würden bestraft werden.

+++ Yildirim spricht von „terroristischem Akt“ +++
Ministerpräsident Yildirim nennt den Umsturzversuch einen terroristischen Akt. Hinter dem Putsch stünden „Banden und illegale Gebilde“.

+++ Britischer Außenminister Johnson warnt Landsleute +++
Der neue britische Außenminister Boris Johnson zeigte sich via Twitter „sehr besorgt“ und riet seinen Landsleuten in der Türkei, sich über das Ministerium auf dem Laufenden zu halten.

+++ Russland zeigt sich besorgt +++
Russland zeigt sich äußerst besorgt über die Entwicklungen. Die Türkei müsse so schnell wie möglich wieder den Weg der Stabilität und Ordnung einschlagen, sagt ein Sprecher von Präsident Wladimir Putin. Die Türkei und Russland hatten zuletzt nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets und anschließender Sanktionen gegen die Türkei ein äußerst angespanntes Verhältnis. Erst vergangene Woche näherten sich die beiden Regierungen wieder an.

+++ Menschenmassen auf den Straßen von Istanbul +++
Der US-Fernsehsender CNN International und die britische BBC zeigen Live-Bilder aus Istanbul: Menschen strömen trotz Ausgangssperre in Massen auf die Straße und schwenken türkische Fahnen. Präsident Erdogan hatte das Volk in einem live übertragenen Telefonanruf beim Sender CNN Türk zu öffentlichen Versammlungen gegen die Putschisten aufgerufen.


+++ Schüsse und Explosionen +++
Nach Angaben des Senders CNN Türk ist es in der türkischen Hauptstadt Ankara zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Militär gekommen. Die Armee habe die Polizeidirektion beschossen, hieß es. Augenzeugen berichteten von Panzern in den Straßen der Hauptstadt. Militärhubschrauber eröffneten nach einer Meldung der Agentur Anadolu das Feuer auf die Geheimdienstzentrale.

+++ US-Außenministerium warnt seine Bürger +++
Das US-Außenministerium rät Amerikanern in der Türkei dringend ab, sich jetzt in der Nacht auf den Weg zur US-Botschaft zu machen. US-Bürger in der Türkei sollten ihre Angehörigen informieren. Auf dem Twitterkanal des Auswärtigen Amtes war bis 00:30 Uhr noch nichts zu den Ereignissen zu lesen.

+++ Armee zieht vom Atatürk-Flughafen offenbar wieder ab +++

Nach der Besetzung des Atatürk-Flughafens in Istanbul durch das Militär am Freitag ist die Armee nach Angaben aus Präsidialkreisen wieder vom Gelände abgezogen. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, Demonstranten seien auf das Gelände des Atatürk-Flughafens eingedrungen. Daraufhin habe das Militär den Flughafen verlassen. Zuvor hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan das Volk zu öffentlichen Versammlungen gegen den Militärputsch aufgerufen.

+++ Militärattacken auf Satelliten- und Polizeihauptquartier +++

Nach dem Militärputsch in der Türkei haben Hubschrauber der Streitkräfte die Zentrale des Satellitennetzbetreibers Türksat in Ankara attackiert. Dies berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu in der Nacht zum Samstag. Zudem hätten Militärhelikopter das Polizeihauptquartier in der Hauptstadt angegriffen. Zuvor war aus Ankara eine laute Explosion gemeldet worden. Der Sender CNN-Turk berichtete, sie habe sich am Gebäude des Staatsfernsehens ereignet.

+++ Justizminister verdächtigt Erdogan-Gegner Gülen +++
Hinter dem Umsturzversuch stehen nach den Worten des türkischen Justizministers Anhänger des Geistlichen und Erdogan-Widersachers Fethulla Gülen

+++ Versammlungen unter freiem Himmel +++
Das Militär hat eine Ausgangssperre verhängt, Präsident Erdogan dazu aufgerufen, auf die Straßen zu gehen. In sozialen Netzwerken zeigt sich, dass sich auf Plätzen und Straßen im ganzen Land großen Menschengruppen versammeln. Sie klatschen, rufen, schwenken teilweise Fahnen. Gleich in Dutzenden Städten im ganzen Land zeigen diverse Live-Streams in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Periscope diese Reaktion der Menschen.

Beispiele etwa hier oder hier.

+++ Explosion in Ankara +++
Nach dem Militärputsch in der Türkei hat es am Freitagabend in der Hauptstadt Ankara eine laute Explosion gegeben. Der Sender CNN-Turk meldete, sie habe sich am Gebäude des Staatsfernsehens ereignet.

+++ KLM-Maschine bricht Flug nach Istanbul ab +++
Eine Maschine der niederländischen Fluggesellschaft KLM mit 184 Menschen an Bord hat ihren Flug nach Istanbul abgebrochen und kehrt zurück nach Amsterdam. Das hat die Fluggesellschaft nach eigenen Angaben vom Freitagabend wegen der unsicheren Lage in der Türkei entschieden.

+++ Militär verhängt Ausgangssperre in der ganzen Türkei +++
Nach dem Militärputsch in der Türkei haben die Putschisten eine Ausgangssperre im ganzen Land verhängt. Die Ausgangssperre diene der Sicherheit der Bürger, hieß es in einer Erklärung, die Putschisten im Staatssender TRT 1 verlesen ließen. Die Umstürzler in der Türkei begründen den Militärputsch vom Freitagabend damit, dass die Regierung immer autokratischer herrsche und sich der Terrorismus ausbreite. In einer über die Nachrichtenagentur Dogan verbreiteten Erklärung heißt es, das Militär wolle „die verfassungsmäßige Ordnung, Demokratie, Menschenrechte und Freiheiten wiederherstellen. Im Land solle wieder Rechtsstaatlichkeit und Ordnung gelten.

+++ Erste Reaktionen aus dem Ausland +++
US-Außenminister John Kerry hat nach Berichten über einen Militärputsch in der Türkei für Stabilität und Kontinuität in dem Nato-Land geworben. Er hoffe, dass die Türkei als wichtiger Verbündeter und strategisch bedeutsames Mitglied der Militärkoalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat am Frieden festhalte, sagte er am Freitagabend in Moskau, wo er sich zu Syrien-Gesprächen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow aufhielt. Kerry ergänzte, er habe keine Informationen über die Ereignisse in der Türkei. Daher sei ein Kommentar über die dortigen Entwicklungen unangemessen. Russlands Chefdiplomat Lawrow wies seine Landsleute in der Türkei an, in ihren Häusern zu bleiben. Grund sei die unübersichtliche Lage vor Ort, sagte er. Die russische Tourismusbehörde gab eine ähnliche Warnung aus. Die Türkei gilt seit langem als beliebtes Reiseziel russischer Urlauber. Zuletzt ging deren Zahl jedoch angesichts Spannungen über den Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei zurück. In der Folge verbot Moskau Pauschalreisen in die Türkei.

+++ Erdogan ruft Volk zu öffentlichen Versammlungen gegen Putschisten auf +++
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat das Volk zu öffentlichen Versammlungen gegen den Militärputsch aufgerufen. In einem live übertragenen Telefonanruf beim Sender CNN Türk sagte Erdogan am Freitagabend: „Ich rufe unser Volk auf, sich auf den Plätzen und am Flughafen zu versammeln. Sollen sie (die Putschisten) mit ihren Panzern und ihren Kanonen machen, was sie wollen.“

+++ Erdogan auf dem Rückweg nach Ankara +++
Erdogan ist nach eigenen Worten auf dem Weg nach Ankara. Der Putsch wird nach den Worten Erdogans binnen kurzer Zeit niedergeschlagen sein. Die Verantwortlichen würden vor Gericht einen hohen Preis dafür zahlen, kündigt er an.

+++ Putschversuch geht von Militärminderheit aus +++
Ministerpräsident Yildirim erklärt auf Twitter, es werde alles getan, um den Putsch niederzuschlagen, auch wenn dies Todesopfer bedeuten sollte. Aus Kreisen des Präsidialamts heißt es, Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan werde sich in Kürze äußern. Jene, die die türkische Demokratie angegriffen hätten, würden schnell vor Gericht gestellt, hieß es weiter. Der demokratische gewählte Präsident und die Regierung seien weiter an der Macht. Sie würde keinen Versuch akzeptieren, die Demokratie zu untergraben.

+++ Türkischer Militärputsch sorgt für Lira-Absturz +++
Der Putschversuch des türkischen Militärs hat die Landeswährung am Freitag abstürzen lassen. Ein Euro kostete zuletzt 3,3671 Lira. Am Donnerstag hatte der Kurs noch 15 Cent niedriger gestanden. Der US-Dollar legte zur Lira um 14 Cent zu.

+++ US-Außenministerium ruft Amerikaner in der Türkei zu Wachsamkeit auf +++
Das amerikanische Außenministerium ruft US-Bürger in der Türkei zu verstärkter Wachsamkeit auf. Sie sollten Schutz suchen und das Haus nicht verlassen, schrieb das Ministerium am Freitagabend im Kurznachrichtendienst Twitter. Die US-Botschaft in Ankara habe bestätigt, dass Schüsse gefallen seien. Die türkischen Streitkräfte haben gegen Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan geputscht und nach eigenen Angaben vollständig die Macht übernommen. Nach Angaben aus Kreisen des Präsidialamtes ist Erdogan dagegen weiter an der Macht.

+++ Kriegsrecht in Türkei ausgerufen +++
Ein Ansager des türkischen Senders TRT erklärt, in der Türkei sei das Kriegsrecht verhängt worden. D as Land werde jetzt von einem "Friedensrat" geführt. Dieser werde für die Sicherheit der Bevölkerung sorgen. Soldaten sollen zudem der regierenden AKP zufolge in ein Parteigebäude eingedrungen. Das meldet der Sender CNN Türk unter Berufung auf einen Parteivertreter.

+++ Putsch oder nicht? +++
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ist nach Angaben aus Kreisen seines Amtes trotz des Putschversuches des Militärs nicht abgesetzt. „Der demokratisch gewählte Präsident der Türkei und die Regierung sind an der Macht“, hieß es am Freitagabend aus Kreisen des Präsidialamtes.

+++ Informationsquellen eingeschränkt +++
Der Zugang zu Internet-Diensten wie Facebook, Twitter und YouTube in der Türkei ist nach Angaben von Internet-Beobachtergruppen eingeschränkt.

+++ Erdogan in Sicherheit +++
Präsident Erdogan befindet sich nach Angaben aus Kreisen seines Büros in Sicherheit.

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+++ Armee nimmt Geiseln +++
Unter den Geiseln im Armee-Hauptquartier in Ankara befindet sich der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge der Militär-Stabschef.

+++ Flüge gestrichen +++
Alle Flüge vom Atatürk-Flughafen in Istanbul sind offenbar gestrichen worden. Das berichtet ein Zeuge unter Berufung auf einen Piloten.

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