Rede vor EU-Parlament: „Wir wollen unsere Kinder leben sehen“ – Selenski fordert in emotionalem Appell EU-Mitgliedschaft
Brüssel. In einem emotionalen Appell an das Europaparlament hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski eindringlich die Aufnahme seines Landes in die Europäische Union gefordert. „Wir kämpfen für unsere Rechte, für unsere Freiheit, für unser Leben. Und nun kämpfen wir ums Überleben“, sagte Selenski am Dienstag zu Beginn einer Sondersitzung des Parlaments in einer Videobotschaft.
„Aber wir kämpfen auch, um gleichwertige Mitglieder Europas zu sein“, sagte der Präsident der Parlamentsübersetzung zufolge. „Die Europäische Union wird deutlich stärker mit uns sein. Das steht fest“, sagte Selenski. „Ohne euch wird die Ukraine alleine sein.“ Die Ukraine habe ihre Stärke bewiesen.
Er forderte die EU-Staaten auf, der Ukraine beizustehen und das Land angesichts der russischen Aggressionen nicht alleinzulassen. „Wir wollen unsere Kinder leben sehen. Beweisen Sie, dass Sie bei uns sind. (...) Beweisen Sie, dass Sie tatsächlich Europäer sind.“ Dann werde Leben gegen den Krieg gewinnen.
Selenski war mit stehenden Ovationen von den Abgeordneten begrüßt worden und wurde ebenso verabschiedet. Viele Parlamentarier trugen T-Shirts mit der Nationalflagge des Landes, viele Protestplakate waren in den Reihen zu sehen.
Wenige Tage nach dem russischen Angriff auf sein Land hatte Selenski bereits am Montag eine „unverzügliche Aufnahme der Ukraine nach einer neuen speziellen Prozedur“ gefordert. Der Beitritt zur EU ist normalerweise kompliziert und langwierig.
Auch der ukrainische Parlamentspräsident Ruslan Stefanchuk warb am Dienstag in einer eigenen Videobotschaft an das Europaparlament eindringlich für den EU-Beitritt seines Landes.