Sanktionen: Indien wendet sich von Russlands Öl ab – vorerst zumindest
Bangkok. Die Zeit der milliardenschweren Profite im Ölhandel mit Russland ist für Asiens vermögendsten Mann vorerst vorbei. Ab 1. Dezember werde seine auf den Export ausgerichtete Raffinerie im indischen Bundesstaat Gujarat nur noch Treibstoff ausliefern, der nicht auf russischem Öl basiert, ließ Mukesh Ambani seinen Konzern Reliance mitteilen. Die Annahme von russischen Öllieferungen hat das Unternehmen in der Raffinerie nach eigenen Angaben bereits vergangene Woche gestoppt.
Ambani reagiert damit auf Sanktionen der USA und der EU, die es für Indien deutlich schwieriger machen, seine umfangreichen Ölgeschäfte mit Russland fortzusetzen. Seit der vergangenen Woche gelten US-Strafmaßnahmen gegen die russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil – indische Importeuren drohen Sekundärsanktionen, sollten sie ihre Geschäfte mit den Unternehmen fortsetzen.
Ab 21. Januar gilt zudem in der EU ein Einfuhrverbot von Ölprodukten, die aus russischem Öl hergestellt wurden. Diese Regelung zielt unter anderem auf Ambanis Reliance-Konglomerat, das in den vergangenen Jahren große Mengen Diesel aus russischem Rohöl nach Europa lieferte und damit Marktforschern zufolge zusätzliche Gewinne von sechs Milliarden Dollar machte.