Simone Menne: USA-Expertin sieht deutsche Firmen vor heiklen Entscheidungen
Berlin, Düsseldorf. Simone Menne ist seit Juni 2021 Präsidentin der amerikanischen Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany) und setzt sich als solche „für gute Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und den USA ein“.
Frau Menne, Donald Trump hat angekündigt, die Zölle auf Importe auf zehn oder 20 Prozent erhöhen zu wollen. Droht er nur oder nehmen Sie ihn beim Wort?
Natürlich muss die deutsche Wirtschaft mit diesem Szenario rechnen und sich auf höhere Zölle einstellen. Es wäre dumm, es nicht zu tun. Die Frage ist, welche Güter es treffen wird und auch wie hoch die Zölle auf chinesische Waren sein werden.
Mit Blick auf China hat Trump von bis zu 60 Prozent gesprochen.
Das wiederum könnte sogar dazu führen, dass deutsche Unternehmen mit ihren Waren in den USA wettbewerbsfähiger wären als chinesische Unternehmen und Vorteile hätten.
Droht uns ein entfesselter Trump oder einer, der durch den Kongress diszipliniert wird?
Ich habe mit verschiedenen Republikanern gesprochen, die durchaus differenzierte Positionen vertreten. Auch die republikanisch geführten Bundesstaaten achten darauf, dass die Belastungen für ihre Bürgerinnen und Bürger nicht steigen – und Zollerhöhungen würden die Waren in den USA zwangsläufig teurer machen. Wir haben ja gerade bei den US-Wahlen gesehen, dass viele beim Thema Inflation sehr sensibel sind.