Staatsverschuldung: Droht den USA ein Liz-Truss-Moment?
Washington. Am Donnerstag trifft Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) in Washington seine US-Amtskollegin Janet Yellen. Die beiden können sich gegenseitig beglückwünschen. Tags zuvor haben die G7-Finanzminister nach langen Verhandlungen ihren 50-Milliarden-Dollar-Kredit für die Ukraine endgültig beschlossen.
Abseits der einhelligen Unterstützung für die Ukraine treffen mit Lindner und Yellen zwei finanzpolitische Welten aufeinander. Hier der deutsche Finanzminister, der auf strenge Haushaltsdisziplin pocht und den Staat größtenteils aus der Wirtschaft raushalten will. Dort die US-Finanzministerin, in deren Amtszeit die Staatsverschuldung der USA in die Höhe schoss, weil die Biden-Regierung gigantische Subventionsprogramme für die US-Industrie auflegte.
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Angesichts des gewaltigen Defizits steigt nach den US-Wahlen das Risiko, dass die größte Wirtschaftsnation der Welt unter ihrem Schuldenberg zusammenbricht. Sogar von einem „Liz-Truss-Moment“ ist die Rede. Die britische 44-Tage-Kurzzeit-Premierministerin verspielte mit der Ankündigung gewaltiger Steuersenkungen im Herbst 2022 das Vertrauen Großbritanniens an den Finanzmärkten. Ein ähnliches Szenario, so die Befürchtung, könnte den USA nach der Wahl drohen.