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Tierseuche Afrikanische Schweinepest nähert sich deutscher Grenze

Die Gefahr ist weiter gestiegen, dass die Afrikanische Schweinepest nach Deutschland gelangt. In Polen grassiert das hochansteckende Virus bereits.
03.01.2020 - 09:50 Uhr Kommentieren
Das Jagdrecht in Deutschlaand wurde angepasst, um eine Tierseuche in Wildschweinpopulationen eindämmen zu können. Quelle: dpa
Wildschweine

Das Jagdrecht in Deutschlaand wurde angepasst, um eine Tierseuche in Wildschweinpopulationen eindämmen zu können.

(Foto: dpa)

Berlin Die Stimmungslage in der deutschen Landwirtschaft sei „ausgesprochen angespannt“, beschreibt der Deutsche Bauernverband die Lage der Landwirte zum Jahreswechsel. Die wirtschaftliche Situation der deutschen Landwirtschaft habe sich deutlich verschlechtert, die Investitionsbereitschaft sei so niedrig wie lange nicht mehr.

Für das laufende Wirtschaftsjahr 2019/20 wird nicht mit einer wesentlichen Verbesserung der Unternehmensergebnisse gerechnet – einziger Lichtblick könnte die Schweinehaltung sein.

Doch genau dort droht Gefahr. Denn die Afrikanische Schweinepest (ASP), ein hochansteckendes, gefährliches Virus für Wild- und Hausschweine, ist noch weiter an Deutschland herangerückt. Die polnischen Behörden haben dem Landwirtschaftsministerium weitere Fälle von ASP gemeldet; zwei Tierkadaver wurden nur 21 und 32 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt gefunden, teilte das Agrarministerium mit. Anfang Dezember war das Virus bei einem toten Wildschwein rund 40 Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entdeckt worden.

Im Grenzgebiet zu Polen besteht nach Einschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) vom 23. Dezember ein hohes Risiko, dass die Schweinepest durch migrierende, das heißt wandernde Wildschweine auch nach Deutschland gelangt.

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    Für Menschen ist die Seuche ungefährlich. Ein Ausbruch der Seuche in Deutschland hätte aber erhebliche wirtschaftliche Folgen. Selbst wenn das Virus bei einem Wildschwein entdeckt werden würde, hätte das Konsequenzen auch für den Haustierbestand.

    Ein Ausbruch in Deutschland würde wohl dazu führen, dass nicht mehr in so genannte Drittländer, also in Länder außerhalb der EU exportiert werden könnte, sagte Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied schon im Dezember dem Handelsblatt.

    Dabei ist gerade der Export nach Asien außerordentlich wichtig für die Bauern, weil dorthin vor allem die Teile vom Schwein geliefert werden, die der deutsche Verbraucher nicht verzehrt: Pfötchen, Innereien, Ohren, Fett.

    Bei einem Ausbruch in Hausschweinbeständen müssten alle Schweine der betroffenen Bestände getötet werden. Es würden großflächig Sperrbezirke und Beobachtungsgebiete errichtet, in denen das Transportieren von Tieren und deren Erzeugnissen grundsätzlich untersagt wären.

    Tierärztin Eva Brühl stellt einen Schutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest nahe dem Grenzfluss Neiße auf. Quelle: dpa
    Brandenburg

    Tierärztin Eva Brühl stellt einen Schutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest nahe dem Grenzfluss Neiße auf.

    (Foto: dpa)

    Bereits im vergangenen Jahr hatte der Bauernverband davor gewarnt, dass ein Ausbruch der Seuche in Deutschland für die Schweinehalter Verluste in Höhe von zwei bis drei Milliarden Euro pro Jahr bedeuten könnte. Mit Folgekosten für die vor- und nachgelagerten Bereiche und die eigentliche Seuchenbekämpfung könnten Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe entstehen.

    Man sei auf den Ernstfall vorbereitet, heißt es im Landwirtschaftsministerium. So sei etwa das Jagdrecht optimiert worden, um im Ausbruchsfall die Tierseuche in der Wildschweinpopulation einzudämmen. Die deutschen und polnischen Behörden stünden im Austausch, auch die Tierärzte. Noch für Januar ist ein Treffen der Chef-Veterinäre geplant.

    Es sind aber nicht nur Wildschweine, die die Seuche weiterverbreiten. Auch Menschen übertragen den Erreger etwa durch weggeworfene Schweinefleischprodukte, aber auch durch verunreinigte Fahrzeuge oder Schuhe. Der Erreger ist extrem resistent. In Salami hält er sich einen guten Monat lang, in Parmaschinken länger als ein Jahr.

    Mehr: Dürre, Handelskonflikte und Konjunkturflaute – der Landmaschinenhersteller Claas gerät unter Druck.

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