Ukraine-Krieg: Nato will wohl dauerhaften Vertreter in Kiew stationieren
Düsseldorf. Die Nato will eine dauerhafte Repräsentanz in der ukrainischen Hauptstadt Kiew aufbauen. Das berichtet das „Wall Street Journal“ (WSJ) und beruft sich auf Quellen innerhalb des Verteidigungsbündnisses. Dieser Schritt gilt demnach als Reaktion auf die zunehmende politische Instabilität innerhalb der Nato. Details sind offenbar nicht bekannt, das „WSJ“ schreibt von einem „erfahrenen Offiziellen“, der in Kiew stationiert werden solle.
Ein Wahlsieg von Donald Trump und der Rechtsruck in einigen europäischen Staaten könnten die Unterstützung für die Ukraine zur Abwehr des russischen Angriffskriegs beeinträchtigen, fürchten Nato-Offizielle offenbar – und wollen mit dem Außenposten in Kiew nun ein Zeichen für dauerhaften Beistand setzen, schreibt das WSJ weiter.
Bereits auf seiner Brüssel-Reise Ende Juni hatte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski weitere Sicherheitszusagen erhalten. Er unterzeichnete ein Abkommen mit der EU, in dem diese sich zu langfristiger Unterstützung verpflichtete.
Nach seinem Besuch im Nato-Hauptquartier schrieb Selenski auf X: „Wir erwarten, dass die Rolle des Bündnisses bei der Koordinierung der Sicherheitshilfe und der Ausbildung der ukrainischen Truppen gestärkt wird und dass langfristige finanzielle Verpflichtungen eingegangen werden, um eine stabile Unterstützung der Ukraine zu gewährleisten.“ Er dankte zudem dem damaligen Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg für dessen Bemühungen um Konsolidierung der alliierten Unterstützung für die Ukraine, vor allem bei der Stärkung der Flugabwehr.
Bereits bekannt ist, dass die Nato der Ukraine beim Gipfel vom 9. bis zum 11. Juli in Washington langfristige Zusagen für Militärhilfen geben wird. Außerdem soll es in Wiesbaden ein Hauptquartier für den geplanten Nato-Einsatz zur Koordinierung von Waffenlieferungen und Ausbildungsaktivitäten für die ukrainischen Streitkräfte geben.