Ukraine-Krieg: „Tragödie von Makijiwka“ – Moskau startet propagandistische Gegenoffensive
Erzbischof Alexander Kozachuk segnete am Donnerstag die Besatzung der „Admiral „Gorschkow“, bevor sie Richtung Atlantik aufbrach.
Foto: IMAGO/ITAR-TASSWien. Der tödliche Angriff der Ukrainer auf ein Gebäude mit 600 russischen Rekruten in der Neujahrsnacht setzt die Armeeführung in Moskau zunehmend unter Druck. Bereits am Montag bestätigte ein Sprecher 63 Tote. Nun korrigierte das Verteidigungsministerium diese Zahl noch einmal deutlich nach oben: Die vier Himars-Raketen und die darauffolgende Explosion von Dieselbehältern hätten 89 Menschen getötet, unter anderem den stellvertretenden Regimentskommandanten.
In Wahrheit dürften es noch mehr gewesen sein: So meinte Semjon Pegow, der unter dem Pseudonym „Wargonzo“ auftritt, die Liste der Vermissten sei deutlich länger. Ukrainische Blogger sprechen von 300 bis 400 Toten, laut dem Regierungsberater Anton Heraschtschenko können aufgrund der gewaltigen Zerstörung 196 Leichen nur noch per DNA-Analyse identifiziert werden.
Zum ersten Mal in diesem Krieg will das russische Verteidigungsministerium untersuchen, wer für die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen in der Unterkunft verantwortlich war. „Aber es ist schon jetzt offensichtlich, dass der Hauptgrund die massenhafte Benutzung von Mobiltelefonen durch Soldaten war, trotz Verbots“, nahm das Ministerium das Ergebnis bereits vorweg.