US-Regierung: FBI beschlagnahmt Geräte und Unterlagen im Haus von Bolton
Washington. Bei einer Durchsuchung des Hauses des ehemaligen Nationalen Sicherheitsberaters John Bolton im August hat das FBI Handys, Computergeräte und mehrere Dokumente beschlagnahmt. Dies geht aus Gerichtsunterlagen hervor, die am Donnerstag (Ortszeit) veröffentlicht wurden.
Die Durchsuchung steht im Zusammenhang mit dem Verdacht, dass der ehemalige Sicherheitsberater von Präsident Donald Trump während dessen erster Amtszeit geheime Regierungsunterlagen unrechtmäßig genutzt oder aufbewahrt haben könnte.
Öffentlich bekannt wurden die strafrechtlichen Ermittlungen, als FBI-Agenten im August Boltons Haus in Bethesda im US-Bundesstaat Maryland und sein Büro in Washington durchsuchten. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte der Nachrichtenagentur AP damals, es gehe um den möglichen unsachgemäßen Umgang mit Verschlusssachen. Bislang wurden keine Anklagen erhoben.
Ein Medienkonsortium hatte zuvor einen Richter in Maryland aufgefordert, die Unterlagen freizugeben – mit Verweis auf ein „erhebliches öffentliches Interesse“, das die Geheimhaltung überwiege. Am Donnerstag veröffentlichte das Gericht geschwärzte Dokumente, die neue Einblicke in die Ermittlungen geben.
Darunter ist ein Durchsuchungsprotokoll, dem zufolge das FBI unter anderem Mappen mit der Aufschrift „Trump I–IV“ aus Boltons Haus sicherstellte. Bolton hat sich seit der Durchsuchung bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert.
Bolton war 17 Monate lang Nationaler Sicherheitsberater in Trumps erster Amtszeit. Er geriet mehrfach mit Trump aneinander und wurde 2019 entlassen. Später kritisierte er Trumps Außenpolitik und Regierungsführung offen, unter anderem in seinem Buch „Der Raum, in dem alles geschah“, in dem er Trump als schlecht informiert bezeichnete.