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USA „Ich fühle mich großartig“: Trump kehrt am Montag in den Wahlkampf zurück

Ab Montag stehen mit Florida, Pennsylvania und Iowa gleich drei Bundesstaaten auf dem Programm. Trumps Arzt gibt grünes Licht für die Auftritte.
11.10.2020 - 17:38 Uhr Kommentieren
Der US-Präsident wurde Ende vergangener Woche mit Covid-19 diagnostiziert. Quelle: AFP
Donald Trump

Der US-Präsident wurde Ende vergangener Woche mit Covid-19 diagnostiziert.

(Foto: AFP)

Washington Die Menschen jubeln „USA! USA !“, als der US-Präsident Donald Trump auf den Balkon des Weißen Hauses tritt und sich die türkise Maske vom Mund nimmt. „Ich fühle mich großartig, und ihr?“, fragt er die Hunderten Fans im Garten und erntet tosenden Beifall. Es war der erste öffentliche Auftritt des Präsidenten, seit er am 2. Oktober wegen seiner Covid-19-Infektion ins Walter-Reed-Krankenhaus eingecheckt hat.
Nach einer zwölftägigen Livepause ist die Wahlkampagne von Trump wieder voll im Gange. Das für Mittwoch geplante TV-Duell zwischen ihm und seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden wird zwar nicht mehr stattfinden. Aber sein Arzt hat ihm erlaubt, schon diese Woche mit seinen Wahlkampf-Auftritten durchs Land zu starten.

Das Hilfspaket für Corona, das den Millionen Amerikanern ohne Jobs helfen soll, steckt dagegen immer noch fest. Seinen Auftritt im Weißen Haus hat Trump vor allem der afroamerikanischen Aktivistin Candace Owens zu verdanken, die mit ihrer Bewegung Blexit schwarze Wähler aufruft, die Demokraten zu verlassen. Owens war zunächst kritisch gegenüber Trump und den Republikanern, hat sich aber in den letzten zwei Jahren zu einer seiner größten Unterstützerinnen gewandelt. „Ich habe mehr für die Schwarze Community getan als alle anderen Präsidenten seit Abraham Lincoln“, rief Trump bei seiner 20-minütigen Rede auf dem Balkon.
Tatsächlich war die Arbeitslosigkeit der schwarzen Amerikaner dank der boomenden Wirtschaft vor Covid auf ein Rekordtief gesunken. Mit der Pandemie gehören Schwarze und Latinos allerdings zu den größten Verlierern. Seine eigene Krankheit hat Trump nach Aussagen seines Leibarztes Sean Conley hinter sich gelassen. Der jüngste Corona-Test des Präsidenten habe nach „gegenwärtig anerkannten Standards“ gezeigt, dass der Präsident „kein Übertragungsrisiko für andere mehr darstellt“, teilte Conley am Samstagabend mit.
Die Tests im Verlauf seiner Erkrankung hätten eine stetig abnehmende Viruskonzentration gezeigt, so Conley. Einen negativen Corona-Test erwähnte der Arzt jedoch nicht. Trump habe seit „weit mehr als 24 Stunden“ kein Fieber.

„Alle Symptome“ hätten sich verbessert. Welche Symptome bei Trump noch in welchem Maß feststellbar waren, teilte Conley nicht mit. Der 74-Jährige war nach eigenen Angaben am 1. Oktober positiv auf Corona getestet worden und wurde drei Tage im Krankenhaus behandelt.

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    Dort nahm er unter anderem das antivirale Medikament Remdesivir, einen Antikörper-Cocktail von Regeneron und Steroide. Eine solche Behandlung wird laut Medizinern nur in schweren Fällen angewandt.

    Zweite Debatte abgesagt

    Der Leibarzt teilte mit, er werde Trump, der wieder zu „seinem aktiven Terminplan“ zurückkehre, weiter beobachten. Wie aktiv Trump sein wird, hat sein Wahlkampfteam am Wochenende mitgeteilt: Er wird am Montag, Dienstag und Mittwoch die wahlentscheidenden Bundesstaaten Florida, Pennsylvania und Iowa besuchen.

    Damit will er nachholen, was er während seiner Quarantäne verpasst hat. Während Trump in den vergangenen zehn Tagen Washington nicht verlassen konnte und seine Wähler nur mit Videobotschaften und Twitter bei Laune hielt, reiste sein Herausforderer Joe Biden durchs Land.

    Die für Mittwoch geplante zweite TV-Debatte der Präsidentschaftskandidaten hat die zuständige „Commission on Presidential Debates“ (CPD) komplett abgesagt, nachdem sich Trump geweigert hat, das Duell virtuell durchzuführen. Die Kommission hatte ein Livetreffen wegen des Gesundheitsrisikos abgesagt, nachdem Trump am Donnerstag noch positiv getestet wurde. Damit wird das für den 22. Oktober ursprünglich als dritte Debatte geplante Treffen in Nashville im Bundesstaat Tennessee wohl das letzte sein.

    „Es ist nun offensichtlich, dass es keine Debatte am 15. Oktober geben wird, und die CPD wird ihre Aufmerksamkeit nun auf die Vorbereitung der finalen Debatte am 22. Oktober richten“, so die Kommission.

    Eins steht fest: In seinem Wahlkampf will Trump das Thema Corona so weit es geht hinter sich lassen, wie sich auch bei seiner Balkon-Rede gezeigt hat. Da versprach er eine rasche Überwindung des „Chinavirus“ durch neue amerikanische Medikamente, die vom Militär überall verteilt würden, und redete lieber über andere Themen: über die mangelnde Sicherheit in den demokratisch regierten Großstädten, großartige Polizisten im Land, über die 380 Meilen der Mauer nach Mexiko, die er schon gebaut hat, und über die Gefahr des Sozialismus, wenn Biden gewählt werden sollte.

    Bei einem extrem dringenden Thema gibt es dagegen keinen Durchbruch: Über das neue Hilfspaket für Millionen Amerikaner ohne Jobs und ohne Einkommen wird noch immer verhandelt. Die Demokraten verlangen mehr als zwei Milliarden Dollar und Hilfen für stark betroffene Bundesstaaten wie New York und Kalifornien, die allerdings auch demokratisch regiert sind. Die Republikaner wollen deutlich weniger geben.

    Mehr: Der US-Präsident instrumentalisiert seine Erkrankung für den Wahlkampf. Seine vermeintliche Heldengeschichte ist ein Affront gegen die Angehörigen der Covid-Toten im Land.

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