J.D. Vance: Trumps Vize vertritt die neue Generation der Populisten
New York. J. D. Vance, der als Trumps Vizekandidat ins Präsidentschaftsrennen geht, zeigt sich als unerwartet progressiver Befürworter von Arbeitnehmerrechten und Unternehmensregulierung. Er unterstützt die Gewerkschaften und setzt sich für höhere Mindestlöhne ein. Er will Konzernen Aktienrückkäufe verbieten und Mitarbeitern im Fall von Unternehmenspleiten sechs Monate Gehalt garantieren.
Er ist außerdem ein Fan der Wettbewerbshüterin Lina Khan und will am liebsten die großen Tech-Konzerne aufspalten. Sogar höhere Unternehmensteuern hat er ins Spiel gebracht.
J. D. Vance steht für eine neue ökonomische Ideologie, die sich seit einiger Zeit in der republikanischen Partei verbreitet: der „neue konservative Wirtschafts-Populismus“. Dieser steht im krassen Gegensatz zu den einstigen Idealen der Partei des freien Markts und eines schlanken Staats.
Mit der Ernennung von Vance zu seinem Vize hat Trump dieser neuen Strömung mehr Bedeutung verliehen. Sollte Trump die Wahl im November gewinnen, könnte diese wirtschaftliche Ideologie Einzug ins Weiße Haus erhalten.
Zu den Anhängern der neuen Strömung gehören außer Vance auch die Senatoren Marco Rubio aus Florida, Josh Hawley aus Missouri und Tom Cotton aus Arkansas. Zum Teil finden sich viele ihrer Ideen auch in der Politik der aktuellen Biden-Regierung wieder.