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Vorwahlen in den USA Allein gegen alte Herren – Wie Pete Buttigieg (38) US-Präsident werden will

Der moderate demokratische Präsidentschaftsbewerber erzielte in Iowa und New Hampshire Achtungserfolge. Doch im Süden der USA wird sich sein Schicksal entscheiden.
12.02.2020 - 18:21 Uhr 1 Kommentar
„Wir sind gekommen, um zu bleiben.“ Quelle: Reuters
Pete Buttigieg

„Wir sind gekommen, um zu bleiben.“

(Foto: Reuters)

Washington Wenn es unter den demokratischen Präsidentschaftsbewerbern so etwas wie einen chronischen Daueroptimisten gibt, dann ist das Pete Buttigieg. „Wir sind gekommen, um zu bleiben“, ruft der 38 Jahre junge Mann aus South Bend (Indiana) seinen Fans zu. Er strahlt, so wie immer. Seine Sätze sind so geschliffen wie immer. Und auch der Anzug sitzt so perfekt wie immer, an jenem Abend in Nashua, im Süden New Hampshires.

Gerade hatte der ehemalige Bürgermeister aus South Bend seinen zweiten Achtungserfolg bei den Vorwahlen der Demokraten erzielt. Knapp hinter Bernie Sanders (26 Prozent), dem linken Senator aus Vermont, belegte Buttigieg Platz zwei – mit 25 Prozent. Vergangene Woche in Iowa hatte „Mayor Pete“, wie seine Anhänger ihn wegen seines auch für Amerikaner unaussprechlichen Namens nennen, knapp vor Sanders gesiegt.

Der Optimismus des Bewerbers steckt die demokratische Wählerbasis an – so viel kann man nach den zweiten Vorwahlen festhalten. Denn es ist nicht lange her, da war der moderate Bewerber noch weitgehend unbekannt. Nicht zuletzt sein ungewöhnlicher Werdegang hat die Neugier der Bürger geweckt.

Buttigieg ist Harvard-Absolvent, war McKinsey-Mann und Marinesoldat, der freiwillig in Afghanistan diente. Und er ist redlich bemüht, seine größte Schwäche – die Unerfahrenheit – in eine Stärke zu verwandeln. Gerade er, Bürgermeister einer Kleinstadt im Mittleren Westen, sei in der Lage, die Menschen des Landes zu verstehen.

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    Gerade seine große Distanz zu den Mächtigen in Washington sei es, die ihn auszeichne. Denn: „Washington spricht nicht mehr zu den Menschen“, sagt Buttigieg bei jeder sich bietenden Gelegenheit.

    Der zweite Markenkern des Historikers: der Pragmatismus. „Echte Lösungen, nicht noch mehr Polarisierung“ lautet sein Mantra. Wo Sanders umstürzlerisch die Abschaffung der privaten Krankenversicherung fordert, plädiert Buttigieg für eine Reform der staatlichen Krankenversicherung für Senioren, indem er sie für Erwerbstätige öffnet. Wo der Senator aus Vermont vom radikalen Umbau der Gesellschaft redet und gegen Konzerne sowie Milliardäre agitiert, wirbt Buttigieg allenfalls für kleine, bescheidene Schritte der Verbesserung.

    Südstaaten als Härtetest

    Allerdings weiß auch Buttigieg, dass die wirklichen Herausforderungen noch vor ihm liegen. In südlichen Staaten wie South Carolina, wo Afroamerikaner und Latinos nicht wie in Iowa unterrepräsentiert sind, liegen seine Umfragewerte im einstelligen Bereich – vor allem bei Afroamerikanern ist er umstritten, nicht zuletzt wegen seiner Homosexualität.

    Doch die schlechten Umfragewerte irritieren Buttigieg nicht, sie motivieren ihn vielmehr. Er weiß: Ein Sieg in Iowa oder New Hampshire war schon öfter Auftakt großer Karrieren von demokratischen Neulingen: darunter Jimmy Carter (1976) und Barack Obama (2008).

    Noch einmal vier Jahre Trump? Dieses Risiko könne Amerika nicht eingehen, sagt er in New Hampshire. Alle Demokraten, die weder „den Status quo“ noch „eine Revolution“ wollten, lägen bei ihm richtig.

    Alle Demokraten, die weder den Status quo noch eine Revolution wollen, sind bei mir richtig. Pete Buttigieg (US-Demokrat)

    Jeder im Saal weiß, was er mit „Revolution“ meint: das linke Programm von Sanders, seinem größten Rivalen. Buttigieg ist ein Mann der Mitte – und versucht, all jenen verunsicherten Bürgern, die zerrissen sind zwischen den stark nach links tendierenden Demokraten und rechtsnational agierenden Republikanern, eine neue Heimat zu geben.

    Wer denn sein Vorbild in der amerikanischen Politik sei, ist er einmal gefragt worden. „Abraham Lincoln“, antwortete Buttigieg ohne Zögern. Auch das wieder ein Beweis seines Pragmatismus – und in Zeiten der Polarisierung keine Selbstverständlichkeit. Denn der Bürgerkriegspräsident war Republikaner – und seine größte Lebensleistung bestand darin, den staatlichen Zusammenhalt der Nation zu sichern.

    Mehr: Sechs Lehren aus der Vorwahl in New Hampshire

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    1 Kommentar zu "Vorwahlen in den USA: Allein gegen alte Herren – Wie Pete Buttigieg (38) US-Präsident werden will "

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Pete Buttigieg wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht Präsidentschaftskanditat der US-Demokraten werden.
      Das "Wieso nicht?" ist jedoch in hohem Maße politisch inkorrekt, und wird daher nicht thematisiert werden: er ist nicht radikal genug für die Demokratische Partei. Wie ihr deutsches "Pendant" (jedenfalls so ungefähr ;-) ), die SPD, haben sich auch die Demokraten - die sogenannten "Liberals" (obwohl sie alles andere als freiheitlich sind) - immer weiter nach links bewegt:
      "Buttigieg is a married gay man, and his gayness is the only thing that makes him acceptable to identity-obsessed Democrats. His other characteristics — elite education, centrist politics, military veteran — offend radical sensibilities. LGBTQ activists say he isn’t gay enough to be America’s first openly gay president."
      https://blogs.spectator.co.uk/2020/02/after-iowa-donald-trump-looks-invincible/
      Vermutlich wird daher im Herbst mit Bernie Sanders auch ein de-facto-Sozialist gegen Trump antreten.

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