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Weltwirtschaft„Hauptverlierer wird Deutschland sein“ – So gefährdet ist das Erfolgsmodell der deutschen Wirtschaft

Putins Krieg hat die Verletzlichkeit der deutschen Wirtschaft offengelegt. Schon baut sich ein neuer Konflikt auf: Was, wenn China sich endgültig hinter Russland stellt?Martin Greive, Dana Heide, Kevin Knitterscheidt, Moritz Koch, Jens Münchrath, Sven Prange und Christoph Schlautmann 18.03.2022 - 04:00 Uhr Artikel anhören

Die deutsche Wirtschaft steht vor einer Zäsur.

Foto: Luca Soncini
  • Keine der großen Volkswirtschaften ist so getroffen durch den Ukrainekrieg wie die deutsche. Der Hauptgrund ist, dass sie von russischer Energie abhängig ist. Auch mit China ist Deutschland ökonomisch eng verbunden. Ein Bruch der wirtschaftlichen Beziehungen mit der Volksrepublik hätte deutlich weitreichendere Folgen.
  • Welche Schlüsse lassen sich für die zukünftige Kooperation mit schwer berechenbaren, autokratischen Staaten ziehen? Die deutsche Wirtschaft muss resilienter werden.
  • Die Dax-Konzerne erzielen 16 Prozent ihrer Umsätze in China. Für viele ist das Land noch vor Deutschland der wichtigste Einzelmarkt.
  • Der amerikanische Ökonomie-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz sieht eine große Verunsicherung der Weltwirtschaft. Eine schnelle Zinswende hält er aber nicht für notwendig, sagt er im Handelsblatt-Interview.

Berlin, Düsseldorf, Brüssel, Peking. Gleich zu Beginn dieser dritten Kriegswoche in Europa ereignen sich zwei Szenen, die die Dramatik der Lage noch einmal veranschaulichen. Und einen Hinweis darauf geben, dass alles noch viel schlimmer werden könnte. Sie zeigen, wie bedrohlich die Krisen und Konflikte dieser Welt geworden sind, seitdem der russische Präsident Wladimir Putin sich zum Angriff auf die Ukraine entschloss. Sie geben eine Ahnung auch davon, was das für die deutsche Wirtschaft noch bedeuten könnte.

So sitzt am Montag in Rom Jake Sullivan mit Yang Jiechi zusammen. Sullivan ist Nationaler Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, Yang oberster Außenpolitiker der Volksrepublik China. Dabei sind die Voraussetzungen klar für das Gespräch, seit die USA in der Nacht zu Montag ihre europäischen Verbündeten vor chinesischen Waffenlieferungen an Moskau gewarnt haben.

Und so geht es bei Sullivan und Yang um die Frage, ob China nun Teil der gegenwärtigen Weltordnung ist oder doch an einer Konfrontation der Blöcke arbeitet. Sullivan sagt an die Chinesen gerichtet: „Es wird erhebliche Konsequenzen geben, sollten Sie militärische oder andere Hilfe leisten.“ Von diesem Satz sind es gedacht nur wenige weitere Sätze, bis nach Russland auch China nicht mehr Teil der westlich geprägten Weltwirtschaft wäre.

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